Wirtschaft: Landesweit

Mindanao strebt bis 2030 einen Anteil von 50 Prozent an erneuerbaren Energien an

Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix der Insel Mindanao auf 50 Prozent steigen. Damit will die Mindanao Development Authority (MinDA) die Stromkosten senken, die Versorgungssicherheit erhöhen und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern. Dieser Zielwert liegt deutlich über dem nationalen Ziel der Philippinen von 35 Prozent. Laut Romeo M. Montenegro, stellvertretender Exekutivdirektor der MinDA, liegt der aktuelle Anteil erneuerbarer Energien auf der Insel bereits nahe bei 40 Prozent.

Beautiful tropical seacape. El Nido, Palawan island, Philippines
Symbolbild: Envato

Die teuren Strompreise auf den Philippinen, die als zweitteuerste in Asien nach Japan gelten, werden maßgeblich auf die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zurückgeführt. Etwa 60 Prozent des Stroms werden durch fossile Brennstoffe, insbesondere Kohle, erzeugt, wobei ein Großteil dieser Kohle vollständig aus Ost-Kalimantan importiert wird. Dies macht die Preise anfällig für Marktschwankungen und Wechselkursschwankungen. Geopolitische Konflikte, wie etwa im Nahen Osten, können die Brennstoffkosten massiv in die Höhe treiben.

Nach dem Mindanao Clean Energy Forum in General Santos City hat das Energieministerium (Department of Energy, DOE) dem Ziel der Insel zugestimmt. Der Ausbau soll durch neue Kraftwerke vorangetrieben werden. Sollten drei geplante Anlagen bis zum Jahresende in Betrieb gehen, könnte der Anteil erneuerbarer Energien bereits Anfang nächsten Jahres auf 41 Prozent steigen. Für den Zeitraum von 2026 bis 2029 befinden sich laut aktuellen Daten des DOE mehr als 60 Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien in verschiedenen Entwicklungs- und Umsetzungsphasen.

Diese Projekte umfassen Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Solarenergie mit Batteriespeichern sowie Anlagen zur Energiegewinnung aus Abfall und haben eine kombinierte Kapazität von über 1.000 Megawatt. Bevor diese jedoch kommerziell betrieben werden können, müssen sie Phasen wie Machbarkeitsstudien, staatliche Genehmigungen und die Erteilung von Lizenzen durchlaufen. Um diese Prozesse zu beschleunigen, arbeitet die MinDA mit dem DOE am Energy Virtual One-Stop Shop (EVOSS) zusammen, einem System zur Vereinfachung von Genehmigungsverfahren für Energieprojekte.

Montenegro betonte zudem die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen der nationalen Regierung, lokalen Behörden und privaten Investoren, da erneuerbare Energieanlagen auf geeignete Standorte und die Unterstützung der Kommunen angewiesen sind. Zur Risikominimierung für private Investoren wird zudem auf die Unterstützung durch ADB, die Weltbank und die JICA gesetzt, die Mischfinanzierungen bereitstellen können. Das Erreichen der Ziele soll die Energiesicherheit in Mindanao stärken und die Rolle der Insel als Stromlieferant für andere Regionen festigen. Solange Mindanao über ausreichende Überschüsse verfügt, können weiterhin Exporte von etwa 400 Megawatt an die Visayas-Region erfolgen.