Familie auf dem Weg an einen tropischen Strand als Symbol für Reise und Aufenthalt mit dem 9A Touristenvisum

Wie funktioniert das 9A-Touristenvisum auf den Philippinen?

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die visumfreie Einreise meist der unkomplizierteste Start. Du darfst zunächst 30 Tage bleiben und kannst Deinen Aufenthalt anschließend beim Bureau of Immigration (BI – philippinische Einwanderungsbehörde) verlängern. So sind bis zu 36 Monate ab der letzten Einreise möglich. Das 9A bleibt jedoch ein Besuchsstatus: Es gibt Dir weder ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht noch die Erlaubnis, für einen philippinischen Arbeitgeber zu arbeiten.

Was musst Du zuerst wissen?

  • Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige können normalerweise visumfrei einreisen.
  • Verlängerungen beantragst Du beim BI. Die maximal mögliche Aufenthaltsdauer findest Du in der Zeitachse.
  • Bei einem längeren Aufenthalt erhältst Du eine ACR I-Card (Ausländerausweis für registrierte Ausländer).
  • Vor der Ausreise kann ein Emigration Clearance Certificate (ECC – Ausreise-Freigabe des BI) erforderlich sein.
  • Nach einer Ausreise kann bei einer später genehmigten Wiedereinreise eine neue Aufenthaltsfrist beginnen. Die Einreise bleibt eine Entscheidung der Einwanderungsbehörde.
  • Das 9A erlaubt keine reguläre Beschäftigung und kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht.

Wofür ist das 9A gedacht?

Das 9A passt zu Urlaub, Familienbesuchen, medizinischen Reisen und bestimmten kurzen Geschäftsterminen.

Wo verlängerst Du Deinen Aufenthalt?

Du beantragst die Verlängerung online über die BI eServices (Onlineportal der Einwanderungsbehörde) oder persönlich bei einer zuständigen BI-Stelle.

Was ist mit dem 9A nicht erlaubt?

Du darfst damit keine bezahlte Tätigkeit für ein philippinisches Unternehmen aufnehmen.

Welche Fristen und Laufzeiten gelten?

  • Vor der Reise: Dein maschinenlesbarer Reisepass muss noch mindestens sechs Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig sein. Fülle die kostenlose eTravel-Anmeldung (digitale Reiseregistrierung) innerhalb von 72 Stunden vor der Ankunft aus. Auch vor der Ausreise kann eine Anmeldung in den letzten 72 Stunden vor dem Abflug erforderlich sein.
  • Tag 1: Mit einem deutschen, österreichischen oder schweizerischen Pass erhältst Du normalerweise 30 Tage visumfreien Aufenthalt.
  • Vor Ablauf der 30 Tage: Beantrage die erste Verlängerung um 29 Tage. Damit kommst Du auf insgesamt 59 Tage.
  • Ab Tag 59: Weitere Verlängerungen sind jeweils um einen oder zwei Monate möglich. Bei der Verlängerung über 59 Tage hinaus wird die ACR I-Card ausgestellt.
  • Bei einer Long-Stay Visitor Visa Extension: Die LSVVE (Verlängerung für Langzeitbesucher) kann bis zu sechs Monate umfassen. Sie ist ein eigener Antrag und wird nicht automatisch genehmigt.
  • Ab sechs Monaten Aufenthalt: Vor der Ausreise benötigst Du in der Regel ein ECC. Beantrage es mindestens 72 Stunden vor dem Abflug. Es gilt nur für eine Ausreise.
  • Ab dem 25. Aufenthaltsmonat: Verlängerungen können eine zusätzliche Prüfung und Genehmigung des BI erfordern.
  • Nach 36 Monaten: Die maximale Aufenthaltsdauer dieser Einreise ist erreicht. Nach einer Ausreise und einer später genehmigten Wiedereinreise beginnt die Berechnung grundsätzlich neu.

Die Ausreise mit anschließender Wiedereinreise wird häufig als Visa-Run (Ausreise zum Neustart der Aufenthaltsfrist) genutzt. Viele Ausländer leben so über längere Zeit auf den Philippinen. Ein Anspruch auf Wiedereinreise besteht jedoch nicht: Der Grenzbeamte entscheidet bei jeder Einreise erneut.

Was musst Du bei der Einreise beachten?

  • Reisepass: Beachte die Gültigkeit in der Zeitachse.
  • eTravel: Fülle die Anmeldung kostenlos unter etravel.gov.ph aus und speichere den erzeugten QR-Code (scanbarer Bestätigungscode) auf Deinem Smartphone.
  • Rück- oder Weiterflug: Bei der visumfreien Einreise musst Du normalerweise nachweisen, dass Du die Philippinen innerhalb des zunächst erlaubten Aufenthalts wieder verlässt.
  • Reisezweck: Das 9A ist für die genannten Besuchszwecke gedacht, nicht für eine bezahlte Tätigkeit bei einem philippinischen Unternehmen.
  • Frühere BI-Probleme: Bereinige offene Overstays (Aufenthalt ohne gültige Erlaubnis), alte Bußgelder, Einreisesperren oder ungeklärte BI-Vorgänge vor einer neuen Reise.
Offizieller Hinweis zur Einführung des philippinischen e-Visums in Deutschland
Offizieller Hinweis der philippinischen Vertretung: e-Visum über evisa.gov.ph, eTravel erst nach der Erteilung.
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Berechtigte Personen mit Wohnsitz in Deutschland beantragen das e-Visum über evisa.gov.ph, nicht über eTravel. eTravel registrierst Du erst nach Erteilung des e-Visums im Zeitfenster der Zeitachse. Dieses e-Visum kann weder verlängert noch in einen anderen Visastatus umgewandelt werden. Planst Du spätere Verlängerungen oder einen Statuswechsel, brauchst Du stattdessen das reguläre Visum als Aufkleber im Pass.

Wie verlängerst Du Deinen Aufenthalt?

  1. Wann? Warte nicht bis zum letzten erlaubten Aufenthaltstag. Stelle den Antrag möglichst eine Woche vor dem Ablaufdatum.
  2. Wo? Nutze je nach Fall die BI eServices oder gehe zu einer zuständigen BI-Stelle.
  3. Was bringst Du mit? Du brauchst Deinen Reisepass im Original, das ausgefüllte Antragsformular und die Gebühr in philippinischen Pesos. Bei längeren Aufenthalten können ein aktuelles Foto und biometrische Daten erforderlich sein.
  4. Was passiert? Nach der Prüfung und Zahlung erhältst Du den offiziellen Gebührenbeleg, den Order of Payment Slip beziehungsweise die amtliche Quittung. Je nach BI-Büro bekommst Du den Verlängerungsnachweis am selben Tag oder nach einigen Tagen.
  5. Was hebst Du auf? Bewahre alle Quittungen, Stempel und Antragsunterlagen auf. Speichere zusätzlich Fotos oder Scans der wichtigen Passseiten. Du kannst diese Nachweise später für das ECC, einen Statuswechsel oder andere Anträge benötigen.

Was kostet ein längerer Aufenthalt?

Für die erste Verlängerung um 29 Tage zahlst Du etwa 3.030 philippinische Pesos (PHP – Landeswährung), ca. 47 Euro (EUR – Vergleichswährung) bei 1 EUR = 65 PHP.

Später können weitere Gebühren für Express-Bearbeitung, die ACR I-Card, das Certificate of Residence for Temporary Visitors (Aufenthaltsbescheinigung für Besucher), das ECC vor der Ausreise und zusätzliche Prüfungen bei sehr langen Aufenthalten hinzukommen.

Für die LSVVE liegt der Gesamtbetrag bei 11.500 PHP (ca. 177 EUR bei 1 EUR = 65 PHP). Ein vollständiges Touristenjahr einschließlich der typischen Pflichtgebühren liegt in der Beispielrechnung bei ungefähr 535 EUR. Verbindlich ist immer der aktuelle Gebührenbescheid des BI.

Tourist Visa 9(a) Philippines mit Siegel des Bureau of Immigration

Was bedeuten ACR I-Card und ECC für Dich?

Was ist die ACR I-Card?

Die Alien Certificate of Registration Identity Card ist die Ausweiskarte für registrierte Ausländer. Sie wird normalerweise bei der Verlängerung über den 59. Aufenthaltstag hinaus ausgestellt und kann im Alltag auch als Identitätsnachweis dienen, beispielsweise bei Banken oder Behörden.

Der Annual Report (jährliche Meldung beim BI) gilt für gewöhnliche 9A-Touristen nicht. Er betrifft vor allem Personen mit bestimmten dauerhaften oder zeitlich begrenzten Aufenthaltsstatus.

Was ist das ECC?

Das ECC bestätigt, dass vor Deiner Ausreise keine offenen Verpflichtungen beim BI bestehen. Nutze für Antrag und Gültigkeit die Zeitachse.

Was tust Du bei einem Overstay?

Ein Overstay beginnt, wenn Dein erlaubter Aufenthalt abgelaufen ist und Du weder verlängert noch das Land verlassen hast.

  • 500 PHP (ca. 8 EUR bei 1 EUR = 65 PHP) Strafe pro überzogenem Monat
  • 500 PHP (ca. 8 EUR bei 1 EUR = 65 PHP) für die Motion for Reconsideration (Antrag auf nachträgliche Prüfung)
  • weitere kleinere Verwaltungsgebühren
  • zusätzlich die regulären Verlängerungsgebühren

Bei einem Overstay von sechs Monaten oder mehr oder nach Überschreiten der Höchstdauer aus der Zeitachse kann eine umfangreichere Bereinigung erforderlich werden. Zusätzlich kann eine Verwaltungsstrafe von 5.000 PHP (ca. 77 EUR bei 1 EUR = 65 PHP) pro angefangenem Overstay-Jahr anfallen. Ein Zeitraum von 18 Monaten kann dabei als zwei Jahre gewertet werden. Overstay kann außerdem zu einer Einreisesperre führen.

  1. Wann und wo? Geh sofort nach Ablauf Deines erlaubten Aufenthalts zu einer zuständigen BI-Stelle.
  2. Was bringst Du mit? Nimm Pass, Einreisestempel, Verlängerungsbelege und vorhandene Quittungen mit.
  3. Was passiert? Das BI berechnet die ausstehenden Verlängerungen, Strafen und weiteren erforderlichen Schritte.
  4. Was hebst Du auf? Bewahre Zahlungsbescheid, Quittungen und alle neuen Einträge zusammen auf.

Wann solltest Du einen anderen Aufenthaltsstatus prüfen?

Das 9A eignet sich zum Kennenlernen des Landes, für eine Testphase oder für zeitlich begrenzte Aufenthalte. Wird Dein Lebensmittelpunkt dauerhaft auf die Philippinen verlegt, können andere Wege besser passen:

  • Balikbayan-Privileg: häufig interessant bei gemeinsamer Einreise mit einem philippinischen oder ehemals philippinischen Ehepartner
  • 13A (dauerhafter Ehepartnerstatus): bei Ehe mit einem philippinischen Staatsbürger
  • 9G (Arbeitsvisum): für eine Beschäftigung bei einem philippinischen Arbeitgeber
  • 9F (Studentenvisum): für ein reguläres Studium
  • Special Resident Retiree’s Visa (SRRV – philippinisches Ruhestandsvisum): als möglicher Langzeit- oder Ruhestandsstatus

Das 9A kann langfristig funktionieren. Du musst jedoch Verlängerungen, Ausreisen und eine erneute Einreise dauerhaft im Blick behalten.

Was bereitest Du vor der Reise und vor Ort vor?

Vor Deiner Abreise solltest Du Folgendes vorbereiten:

  • gültiger Reisepass
  • eTravel-Anmeldung
  • Rück- oder Weiterflug
  • digitale Kopien wichtiger Unterlagen
  • Nachweis einer geeigneten Krankenversicherung
  • realistischer Plan für die Aufenthaltsdauer

Notiere bei einem längeren Aufenthalt die Termine aus der Zeitachse in Deinem Kalender. Verlängere rechtzeitig und bewahre sämtliche Quittungen auf.

Was gilt unterm Strich?

Das 9A ist der einfachste Einstieg für Besucher. Auch längere Aufenthalte sind damit möglich. Auf Dauer bleibt es ein Besuchsmodell mit regelmäßigen Verlängerungen und ohne garantiertes Wiedereinreiserecht. Sobald Arbeit, Ehe, Studium oder eine dauerhafte Lebensplanung hinzukommen, solltest Du einen passenden langfristigen Status vergleichen.

Persönliche Orientierung für Deinen Einzelfall

Wenn Du Deine Reisedauer, Verlängerungen und mögliche Alternativen persönlich sortieren möchtest, ist die einstündige Online-Beratung der passende Einstieg. Sie dient der Orientierung und Vorbereitung; sie ist keine Rechtsberatung, Antragstellung oder Behördenvertretung.

Persönliche Beratung

Anfrage

1 Stunde Online Beratung

49 EUR1 Videocall bis zu 60 Minuten

Dein Ergebnis: Du gehst mit einer realistischen Einordnung und einer klaren Reihenfolge für Deine nächsten Prüfschritte aus dem Gespräch.

Wichtige Grenze: Keine Rechtsdienstleistung, Steuer- oder Anlageberatung.

Persönlich angeboten von Goetz Kohlberg, seit 2014 in Cebu City.

Beratung anfragen

Welche offiziellen Quellen gelten?

Stand: 15. Juli 2026. Gebühren und Anforderungen des BI können sich ändern – vor Antrag oder Verlängerung immer den aktuellen Stand der zuständigen Behörde prüfen. Euro-Richtwert auf dieser Seite: 1 EUR = 65 PHP; Umrechnungen sind gerundet.

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