Ist das 9G das richtige Visum für Deine Beschäftigung?
Das 9G ist für ausländische Arbeitnehmer gedacht, die bei einem Unternehmen oder einer Organisation auf den Philippinen angestellt werden. Der philippinische Arbeitgeber übernimmt als Petitioner (offizieller Antragsteller) eine zentrale Rolle und muss das Verfahren aktiv unterstützen. Ohne philippinischen Arbeitgeber gibt es normalerweise kein 9G.
Welche Termine und Laufzeiten musst Du einplanen?
- Vor dem Antrag: Arbeitsvertrag, zulässige Tätigkeit und Unterstützung durch den Arbeitgeber müssen feststehen.
- Vor dem Arbeitsbeginn: Stimme den 9G-Aufenthaltsstatus des Bureau of Immigration (BI – philippinische Einwanderungsbehörde) mit dem Alien Employment Permit (AEP – Arbeitserlaubnis für die konkrete Stelle) des Department of Labor and Employment (DOLE – philippinisches Arbeitsministerium) ab.
- Während das 9G bearbeitet wird: Ein Provisional Work Permit (PWP – vorläufige Arbeitserlaubnis) kann einen früheren Arbeitsbeginn ermöglichen. Der laufende 9G-Antrag allein erlaubt das nicht.
- Bearbeitungszeit: Für das 9G nennt das BI ungefähr 40 Tage. Dein bisheriger Aufenthaltsstatus muss währenddessen gültig bleiben.
- Laufzeit: Das 9G kann für ein, zwei oder drei Jahre erteilt werden.
- Für kurze bezahlte Einsätze: Ein Special Work Permit (SWP – Erlaubnis für kurze Beschäftigung) kann je nach Tätigkeit für drei bis sechs Monate passen.
- In den ersten 60 Tagen jedes Kalenderjahres: Erledige den Annual Report (jährliche Meldung beim BI).
- Vor Ablauf: Arbeitgeber und Arbeitnehmer stimmen die Verlängerung des Aufenthaltsstatus und der Arbeitserlaubnis rechtzeitig aufeinander ab.
- Vor jeder Auslandsreise: Kläre beim BI, welche Ausreise-Freigabe und Rückkehrgenehmigung Du für Deinen aktuellen Status brauchst.
Für welche Beschäftigung gilt das 9G?
Das 9G gilt für eine echte, rechtlich zulässige Beschäftigung bei einem philippinischen Arbeitgeber. Ein konkreter Arbeitsvertrag muss vorliegen.
Wer reicht den Antrag ein?
Der Arbeitgeber stellt den Antrag gemeinsam mit Dir und reicht dafür auch seine Unternehmensunterlagen ein.
Ist Remote-Arbeit (Arbeit für ausländische Auftraggeber) automatisch ein 9G-Fall?
Nein. Arbeit für ausländische Kunden oder Unternehmen muss nach Aufenthaltsrecht, Steuerrecht und möglicher lokaler Unternehmensstruktur getrennt geprüft werden.
Wann ist das 9G der richtige Weg?
Das 9G passt, wenn ein philippinisches Unternehmen Dich anstellen möchte und das Verfahren aktiv unterstützt.
- Ein konkreter Arbeitsvertrag liegt vor.
- Der Arbeitgeber ist bereit, das Verfahren zu tragen.
- Die Tätigkeit ist rechtlich zulässig.
- Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsstatus werden aufeinander abgestimmt.
Wenn der Arbeitgeber sich nicht am Verfahren beteiligen möchte, ist das ein deutliches Warnsignal. Das 9G ist kein privater Antrag, den Du ohne Unterstützung des Unternehmens erledigen kannst.
Was musst Du bei Remote-Arbeit prüfen?
Arbeitest Du von den Philippinen aus für Kunden oder Unternehmen im Ausland, entsteht daraus nicht automatisch ein Anspruch auf ein 9G.
Kläre diese Fragen getrennt:
- Welcher Aufenthaltsstatus erlaubt Deinen Aufenthalt?
- Wo bist Du steuerpflichtig?
- Benötigst Du eine lokale Unternehmensstruktur?
- Entsteht durch Deine Arbeit eine Tätigkeit auf den Philippinen?
- Welche Regeln gelten für Deine Kunden und Auftraggeber?
Umgekehrt macht die Einreise als Tourist eine Beschäftigung bei einem philippinischen Arbeitgeber nicht legal.
Wofür brauchst Du AEP, 9G, PWP oder SWP?
Das AEP ist die arbeitsrechtliche Erlaubnis des DOLE für Deine Beschäftigung. Das 9G ist der dazugehörige Aufenthaltsstatus des BI. In vielen Fällen brauchst Du beides.
Das PWP kann einen Arbeitsbeginn ermöglichen, während Dein 9G-Antrag noch bearbeitet wird. Das SWP ist für bestimmte kurze bezahlte Einsätze gedacht. Welche Erlaubnis Du brauchst, hängt von Tätigkeit, Dauer und Arbeitgeber ab.
Wie läuft der 9G-Antrag Schritt für Schritt?
Nach Abschluss des Arbeitsvertrags bereiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Unterlagen gemeinsam vor.
- Wann beginnst Du? Sobald Arbeitgeber, konkrete Stelle, Vertrag und benötigte Arbeitserlaubnis feststehen. Dein bisheriger Aufenthaltsstatus muss für das gesamte Verfahren gültig bleiben. Ein laufender Antrag schützt Dich nicht vor einem Overstay (Überschreitung der erlaubten Aufenthaltsdauer).
- Wo werden die Anträge gestellt? Der Arbeitgeber reicht den 9G-Antrag beim BI und die erforderlichen Unterlagen zur Arbeitserlaubnis beim DOLE ein.
- Was liefert der Arbeitgeber? Unternehmensunterlagen, formale Petition, Arbeitsvertrag, Tätigkeitsbeschreibung, Beschäftigungsnachweise und notariell beglaubigte Angaben zur Zahl philippinischer und ausländischer Mitarbeiter.
- Was musst Du mitbringen? Reisepass, aktuellen Aufenthaltsnachweis, Qualifikationsnachweise, Passfotos und ausgefüllte BI-Formulare.
- Was passiert beim BI? Nach der Vorprüfung stellt das BI den Order of Payment Slip (Zahlungsbescheid des BI) aus. Nach der Zahlung folgen je nach Fall ein Hearing (persönliche Anhörung beim BI), Foto, Fingerabdrücke, der Antrag auf die ACR I-Card (Ausländerausweis des BI), die Entscheidung und die Eintragung des Visums in den Reisepass.
- Was musst Du aufheben? Bewahre Arbeitsvertrag, vollständige Antragskopien, Zahlungsbescheid, amtliche Quittung, AEP, 9G-Eintrag und ACR I-Card auf.
Was kostet das 9G?
Für gewöhnliche Unternehmen, die nicht zu den 1.000 umsatzstärksten Unternehmen des Landes gehören, gelten folgende BI-Gebühren in philippinischen Pesos (PHP – Landeswährung) und Euro (EUR – Vergleichswährung):
- ein Jahr: 10.130 PHP (ca. 156 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
- zwei Jahre: 17.170 PHP (ca. 264 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
- drei Jahre: 24.210 PHP (ca. 372 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
Für Unternehmen aus der Gruppe der 1.000 umsatzstärksten Unternehmen gelten:
- ein Jahr: 10.630 PHP (ca. 164 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
- zwei Jahre: 18.170 PHP (ca. 280 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
- drei Jahre: 25.710 PHP (ca. 396 EUR bei 1 EUR = 65 PHP)
Hinzu kommen je nach Laufzeit 50, 100 oder 150 US-Dollar für die ACR I-Card. Weitere Kosten können für AEP, Unternehmensunterlagen, Übersetzungen, Beglaubigungen, behördliche Bescheinigungen, Fahrten sowie anwaltliche oder administrative Unterstützung entstehen. Verbindlich ist der aktuelle Zahlungsbescheid.
Welche Pflichten gelten nach der Genehmigung?
Nach der Genehmigung musst Du Deine ACR I-Card gültig halten, den Annual Report nach der Zeitachse erledigen und Aufenthaltsstatus sowie Arbeitserlaubnis gemeinsam verlängern.
Vor einer Auslandsreise klärst Du beim BI, welche Ausreise-Freigabe und welches Re-Entry Permit (Wiedereinreisegenehmigung) Du für die Rückkehr benötigst. Bewahre Genehmigungen und Zahlungsbelege bei Deinen Visaunterlagen auf.
Wie planst Du den Status für Ehepartner und Kinder?
Begleitende Familienangehörige solltest Du von Anfang an in den Antrag einplanen. Ehepartner und Kinder können je nach Voraussetzungen als abhängige Familienmitglieder aufgenommen werden.
Stimme ihre Laufzeiten und Verlängerungen mit dem Hauptantrag ab. Eine nachträgliche Planung führt häufig zu zusätzlichen Terminen und Kosten.
Welche offiziellen Quellen gelten?
Nutze für Antrag und Beschäftigung die aktuellen Checklisten und Hinweise von BI und DOLE.
- Bureau of Immigration: Pre-arranged Employment Visa (9G)
- Bureau of Immigration: Provisional Work Permit
- Bureau of Immigration: Special Work Permit - Commercial
- Department of Labor and Employment: zentrale AEP-Bearbeitung
- Bureau of Immigration: jährliche Meldung
- Bureau of Immigration: häufige Fragen zu 9G, jährlicher Meldung und Ausreise-Freigabe
Was gilt unterm Strich?
Das 9G ist der richtige Weg, wenn ein philippinischer Arbeitgeber Dich tatsächlich anstellt und das Verfahren unterstützt. Für Remote-Arbeit, Ruhestand, Ehe oder einen vorübergehenden Aufenthalt sind meist andere Aufenthaltsmodelle geeigneter.
Beratung: Wir prüfen, ob Du ein 9G benötigst, welche Arbeitserlaubnis dazugehört und wie der Status für mitreisende Familienangehörige geplant werden sollte.
Stand: 15. Juli 2026. Gebühren, Einreichungswege und Anforderungen können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Hinweise und der Zahlungsbescheid der zuständigen Behörde. Euro-Richtwert auf dieser Seite: 1 EUR = 65 PHP; Umrechnungen sind gerundet.