Das Auswanderer-Handbuch

Teil 12: Familie, Kinder, Haustiere und Sonderfälle

Kinder, Haustiere, Pflegebedarf, Behinderung, chronische Krankheiten und komplizierte Familienverhältnisse machen eine Auswanderung nicht unmöglich. Sie verwandeln sie jedoch in ein Projekt, bei dem ein lockeres „Ich probiere es einfach einmal“ zu wenig ist.

Allein kannst Du einen Fehler häufig durch einen Umzug, einen neuen Flug oder einige sparsame Monate korrigieren. Mit Kind, Partnerin, Hund, Katze, Rollstuhl, Pflegefall oder Schulpflicht hängen weitere Leben an Deiner Entscheidung. Dafür brauchst Du mehr Vorlauf, mehr Dokumente, größere Reserven und eine sehr ehrliche Antwort auf die Frage, was im Ernstfall tatsächlich funktioniert.

12.1 Kinder, Schule und Rückkehrfähigkeit

Wenn Du mit Kindern auswanderst, gehören Schulform, Sprache, Anerkennung, Rückkehrfähigkeit und soziale Integration in denselben Plan. Internationale Schulen können teuer sein. Lokale Schulen unterscheiden sich erheblich, teilweise sogar innerhalb derselben Stadt oder Region. Ein Schulname auf einer Webseite sagt deshalb noch wenig über den täglichen Unterricht aus.

Kläre ebenfalls, wie Dein Kind bei einer späteren Rückkehr wieder in das deutsche System einsteigen könnte. Fernschule, Online-Nachhilfe und internationale Abschlüsse können dabei eine Brücke bilden. Sie müssen aber zum Alter, Lernstand und späteren Ziel passen.

Plane also nicht bloß, wie die Schule irgendwie weitergeht. Plane einen verständlichen Abschlussweg. Welche Zeugnisse entstehen? Sind sie in Deutschland, in der EU oder an internationalen Hochschulen verwendbar? Kommen IGCSE, A-Levels, International Baccalaureate, eine deutsche Fernschule, lokale Abschlüsse oder ein anderer anerkannter Weg infrage?

Sollen Abitur, Ausbildung oder Studium später offenbleiben, brauchst Du diese Verbindung vor dem Umzug. Wenn das Kind bereits 16 ist und plötzlich ein wichtiges Zeugnis fehlt, lässt sich der versäumte Weg nur selten mit einem weiteren Formular reparieren.

Manche Eltern denken gerade wegen ihrer Kinder über eine Auswanderung nach. Das deutsche Schulsystem passt nicht zu jedem Kind. Internationale und bilinguale Schulen, Homeschooling, Online-Schule, Projektlernen, kleinere Lerngruppen oder Mischmodelle können neue Möglichkeiten eröffnen.

Darin kann eine große Chance liegen. Die größere Freiheit verlangt jedoch mehr Planung und darf nicht in Bildungschaos enden.

Kinder erwerben eine neue Sprache oft schneller als Erwachsene, besonders wenn sie jung sind und echte Kontakte haben. Leicht ist der Übergang deshalb noch lange nicht. Freundeskreis, Routinen, Identität, Heimweh, Schulniveau und die spätere Anerkennung können ein Kind stärker belasten, als Erwachsene von außen sehen.

Nach sechs Monaten kann ein Kind sprachlich erstaunlich weit sein und sich trotzdem nach seinem alten Zuhause sehnen. Fortschritt und Heimweh schließen einander nicht aus.

Freilernen und andere freie Schulmodelle können für manche Familien gut funktionieren. Dafür brauchen Eltern eine klare Struktur und müssen die rechtlichen Bedingungen kennen. Für Abschluss, Studium, Ausbildung oder eine spätere Rückkehr brauchst Du belastbare Nachweise.

Mehr Freiheit in der Bildung bedeutet deshalb nicht weniger Verantwortung. Du übernimmst diese Verantwortung nur unmittelbarer.

Prüfe drei Ebenen getrennt:

Was ist im Zielland erlaubt?
Was wird in Deutschland oder im nächsten Land anerkannt?
Und was ist für das Kind praktisch gut?

Ein Kind braucht mehr als Unterricht. Sprache, Freunde, Alltag, Sport, Sicherheit, feste Routinen und ein möglicher Rückweg gehören ebenso zu seiner Entwicklung.

Bei Patchwork, einer neuen Partnerin oder Kindern aus einer früheren Beziehung werden die Fragen noch sensibler. Wer darf entscheiden? Wer besitzt das Sorgerecht? Wer muss der Ausreise zustimmen? Welche Rolle hast Du gegenüber den Kindern Deiner Partnerin? Und was geschieht, wenn die Beziehung endet?

Das sind keine angenehmen Gespräche für einen gemeinsamen Aufbruch. Gerade deshalb gehören sie vor die Flugbuchung.

Ein enges Familiennetz kann Kindern auf den Philippinen viel Nähe und Unterstützung geben. Unterschiedliche Vorstellungen über Erziehung, Geld, Disziplin, Religion, Schulwahl oder Wohnort können zugleich Konflikte auslösen. Nähe löst solche Unterschiede nicht automatisch. Sie sorgt manchmal nur dafür, dass mehr Menschen an ihnen teilnehmen.

Greife deshalb nicht unüberlegt in bestehende Familienstrukturen ein. Übernimm keine rechtliche, emotionale oder finanzielle Verantwortung, bevor geklärt ist, welche Rolle Du tatsächlich hast.

Konkreter nächster Schritt: Erstelle für jedes Kind eine eigene Auswanderungsmappe:

Pass, Geburtsurkunde, Sorgerecht, Zustimmung des anderen Elternteils falls relevant, Impfungen, Schulzeugnisse, Sprachstand, Schuloptionen, Kosten, Anerkennung, Abschlussweg, soziale Integration, Rückkehrweg und Notfallkontakt.

Idealer Zeitpunkt: 18 bis 12 Monate vor Ausreise, bei Schulwechsel oder Sorgerechtsthemen eher früher.

Quellen und Orientierung

12.2 Haustiere

Mit einem Haustier wird die Auswanderung deutlich komplexer. Flugticket und Transportbox sind dabei lediglich zwei sichtbare Teile. Daneben müssen drei Regelwerke zusammenpassen: die Einfuhrbestimmungen des Ziellands, die Ausfuhr- und Gesundheitsbescheinigungen des Herkunftslands sowie die Bedingungen der Airline.

Erfahrungsberichte über die Mitnahme eines Hundes auf die Philippinen zeigen ein typisches Problem. Selten ist ein einzelnes Formular die größte Hürde. Schwierig wird die Abstimmung zwischen Airline, Amtstierarzt, Exportbehörde und philippinischer Importstelle, wenn jede Stelle nur ihren Abschnitt des Weges betrachtet.

Bei einem Auswanderer aus den USA spielen USDA und Airline eine Rolle. Für einen deutschen Tierhalter müssen das zuständige Veterinäramt, der behandelnde Tierarzt, die Airline und das philippinische Bureau of Animal Industry miteinander abgestimmt werden.

Prüfe vorher, ob die Reise für Dein Tier wirklich zumutbar ist. Alter, Krankheiten, tropische Hitze, Flugstress, Rasse, Transportweg und die spätere Wohnsituation zählen gemeinsam. Ein großer Hund in einer deutschen Wohnung lebt unter anderen Bedingungen als derselbe Hund in tropischer Hitze zwischen Vermieterregeln, Straßenhunden, begrenzter Tierarztwahl und langen Wegen in einer Flugbox.

Für Hunde und Katzen brauchst Du nach offizieller Information des Bureau of Animal Industry vor der Einreise eine genehmigte Sanitary and Phytosanitary Import Clearance, kurz SPSIC. Zum Antrag gehören unter anderem Nachweise über Impfungen und Parasitenbehandlung, der Mikrochip-Nachweis, ein Foto des Tiers und, sofern vorhanden oder erforderlich, ein Pet Passport.

Die BAI nennt weitere Grenzen und Fristen: maximal drei Tiere bei einer einmaligen Einfuhr, eine Gültigkeit der Genehmigung von 60 Tagen, ein internationales veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis innerhalb von zehn Kalendertagen vor Export beziehungsweise Abflug und einen ISO-kompatiblen Mikrochip.

Die Impfdetails sind kein nebensächlicher Papierpunkt. Für Hunde nennt die BAI Tollwut sowie unter anderem Staupe, infektiöse Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose. Bei Katzen werden neben Tollwut unter anderem Panleukopenie, virale Rhinotracheitis und Calicivirus aufgeführt.

Bei einer ersten Tollwutimpfung muss nach Angabe der BAI für den SPSIC-Antrag ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden. Parasitenbehandlung, Gesundheitszeugnis, Mikrochipnummer und Impfunterlagen müssen dieselben Angaben enthalten. Eine abweichende Nummer oder Schreibweise kann aus einem kleinen Tippfehler ein großes Problem am Reisetag machen.

Die Airline prüfst Du getrennt. Einige Fluggesellschaften nehmen Tiere nur auf bestimmten Strecken, nach vorheriger Anmeldung, in begrenzter Zahl oder innerhalb bestimmter Temperaturbedingungen mit. Die IATA empfiehlt einen frühen Kontakt zur Airline, eine erneute Bestätigung der Tiermitnahme vor dem Abflug und eine Gewöhnung an die Transportbox über Wochen oder Monate.

Eine Sedierung ist keine einfache Lösung gegen Flugstress. Die IATA rät davon ab, Tiere allein zur Vermeidung von Panik oder Unruhe während des Transports zu sedieren. Ist eine Sedierung medizinisch erforderlich, entscheidet darüber der Tierarzt.

Bei einer Auswanderung aus Deutschland oder einem anderen EU-Land musst Du auch die mögliche Rückreise vorbereiten. Die Philippinen stehen nicht in der aktuellen EU-Liste jener Drittländer, bei denen für die Rückkehr in die EU kein Tollwutantikörpertest erforderlich ist.

Plane die Rückkehrfähigkeit deshalb früh mit Tierarzt und Veterinäramt. Mikrochip, gültige Tollwutimpfung, EU-Heimtierausweis, eine mögliche Tollwutantikörper-Titration und die dazugehörigen Fristen lassen sich in Ruhe klären. In einer plötzlichen Rückkehrsituation können sie den möglichen Reisetermin bestimmen.

Denke außerdem an den Alltag nach der Landung. Wo findest Du einen geeigneten Tierarzt? Ist die vertraute Nahrung verfügbar? Welche Parasiten, Impfungen und Krankheiten sind am Wohnort relevant? Erlaubt der Vermieter das Tier? Wer übernimmt die Versorgung, wenn Du krank wirst oder kurzfristig zurückreisen musst?

Miete, Transport, Tierarzt, Medikamente und eine mögliche Notfallbetreuung müssen dauerhaft in Dein Budget passen.

Konkreter nächster Schritt: Lege mindestens sechs Monate vor Ausreise eine Tiermappe an und kläre jeden Punkt schriftlich:

Mikrochip, Impfungen, Parasitenbehandlung, Gesundheitszeugnis, SPSIC/Importpermit, Export- oder Amtsbescheinigung, Airline-Regeln, Transportbox, Rückreise in die EU und Notfallplan.

Idealer Zeitpunkt: 6 bis 9 Monate vor Ausreise, bei EU-Rückreiseplanung eher früher.

Quellen und Orientierung

12.3 Führerschein, Fahrzeug und Mobilität

Der internationale Führerschein ist im Kern eine Übersetzung. Er ersetzt bei einem längeren Aufenthalt nicht automatisch eine örtliche Fahrerlaubnis. Kläre deshalb früh, wie lange Deine vorhandenen Dokumente gelten und wann eine Umschreibung oder ein lokaler Führerschein erforderlich wird.

Auf den Philippinen haben auch Autokauf, Versicherung, Werkstatt, Kilometerstand, Ersatzteile und der örtliche Fahrstil ihre eigenen Besonderheiten. Nutze in den ersten Wochen ruhig Grab, Taxi oder einen Fahrer. Vom Rücksitz aus kannst Du den Verkehr erst einmal beobachten, bevor Du Dich selbst ans Steuer setzt.

Ein philippinisches Auto aus Schrott für 3585 EUR?

In einer offiziellen FOI-Antwort nennt die LTO eine Grundregel: Mit einem gültigen ausländischen Führerschein darfst Du 90 Tage ab Deiner Ankunft fahren. Bleibst Du länger, musst Du die passende lokale Lösung mit der LTO klären.

Diese Grundregel beantwortet noch nicht jeden Einzelfall. Sprache des Führerscheins, International Driving Permit, Visum, Aufenthaltsstatus, Versicherung und Fahrzeugklasse können zusätzliche Anforderungen auslösen.

Ein Motorrad oder Roller vermittelt schnell ein Gefühl von Freiheit. Im Verkehr kommen allerdings Schlaglöcher, Regen, Hunde, unbeleuchtete Fahrzeuge, Tricycles, Busse, eine andere Straßenlogik und gelegentlich die eigene Selbstüberschätzung hinzu. Ohne Schutzkleidung und Erfahrung werden kleine Fehler sehr unmittelbar.

Fahre deshalb nur mit Helm, passender Versicherung, einer lokal gültigen Fahrerlaubnis und einer ehrlichen Einschätzung Deiner Fähigkeiten. Die Umgebung ändert nichts daran, wie anspruchsvoll das Fahren für Dich ist.

Ich fahre auf den Philippinen bewusst ein einfaches Multicab und kein Luxusauto. Für meinen Alltag in der Stadt reicht es. Ersatzteile sind günstig, und viele Mechaniker kennen diese Fahrzeuge.

Auf längeren Strecken zeigt das Multicab auch seine andere Seite: einfache Federung, wenig Komfort und dauerhaft notwendige Konzentration. Nach einer anstrengenden Fahrt nach Bogo habe ich mir angewöhnt, etwa alle 90 bis 120 Minuten eine Pause einzulegen.

Bei Mobilität geht es deshalb um zwei Fragen:
Wie komme ich an mein Ziel?
Und in welchem Zustand komme ich dort an?

Prüfe ein Fahrzeug vor dem Kauf ebenso nüchtern wie eine Immobilie. Registrierung, OR/CR, Versicherung, Vorbesitzer, offene Strafen, Reparaturhistorie, Ersatzteilversorgung, Werkstatt und späterer Wiederverkauf sind wichtiger als glänzender Lack.

Ein Gebrauchtwagen darf gut aussehen. Als technische Diagnose reicht dieser Eindruck trotzdem nicht.

Konkreter nächster Schritt: Prüfe vor der Abreise, ob Dein Führerschein im Zielland akzeptiert wird, ob Du eine Übersetzung oder einen IDP brauchst und ab wann eine lokale Fahrerlaubnis nötig wird.

Nach der Ankunft gilt: erst beobachten, dann fahren.

Idealer Zeitpunkt: Internationaler Führerschein oder IDP vor der Abreise, lokale Lösung innerhalb der ersten Wochen nach Ankunft prüfen.

Quellen und Orientierung

12.4 Pflege, Behinderung, chronische Krankheit und andere Sonderfälle

Hast Du besondere gesundheitliche oder praktische Anforderungen, muss das Zielland mehr können als schön auszusehen. Dein Alltag muss an guten Tagen funktionieren und in einer schwierigen Woche immer noch eine brauchbare Lösung bieten.

Rollstuhl, Gehbehinderung, Dialyse, Sauerstoff, Insulin, besondere Medikamente, Autismus, Demenz, Pflegegrad, psychische Erkrankungen, Sehbehinderung, Hörgerät, Schlafapnoe, spezielle Ernährung oder regelmäßige Facharzttermine schließen eine Auswanderung nicht aus. Sie machen aus einer allgemeinen Länderwahl allerdings eine sehr konkrete Versorgungsprüfung.

Dann hilft Dir die Aussage wenig, ein Land sei insgesamt günstig. Entscheidend ist, ob genau Deine Versorgung erreichbar, bezahlbar und dauerhaft verfügbar ist.

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Philippinen im Rollstuhl? Mein Interview mit Georg aus Wien

Prüfe dafür nicht bloß die Hauptstadt oder ein großes Krankenhaus im Internet. Prüfe den Ort, an dem Du tatsächlich wohnen möchtest.

Gibt es dort die notwendigen Fachärzte, ein geeignetes Krankenhaus, Labor und Apotheke? Sind Wege und Gebäude barrierefrei? Gibt es Aufzug, Strombackup, Lieferdienst, Transport und eine verlässliche Pflegekraft?

Spiele auch den schlechten Tag durch. Was geschieht bei Taifun, Stromausfall, einer ungeplanten Krankenhausaufnahme oder wenn Deine Begleitperson selbst ausfällt?

Das Klima gehört ebenfalls in diese Prüfung. Mein Körpergefühl in Deutschland war ein anderes als heute in Cebu. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und der tropische Alltag verändern Belastbarkeit und Energie. Zwei oder drei Wochen Urlaub reichen nicht für eine echte Akklimatisierung. Der Körper braucht dafür mehrere Monate, und die Veränderung geschieht fast unmerklich. Nach inzwischen zwölf Jahren in den Tropen fühlt sich für mich eine Temperatur unter 25 Grad richtig kalt an. Unter 26 Grad trage ich bereits eine Jacke. Im Alltag bin ich selbst bei mehr als 30 Grad im Schatten häufig mit langen Hosen unterwegs. Daran sehe ich, wie weit sich der eigene Maßstab mit den Jahren verschieben kann.

Wenn Du älter bist, regelmäßig Medikamente einnimmst oder andere gesundheitliche Themen hast, prüfe deshalb mehr als Deine Urlaubsstimmung. Beobachte mindestens, wie Dein Körper nach vier Wochen normalen Alltags reagiert. Für eine vollständige Anpassung kann auch dieser Zeitraum noch zu kurz sein.

Beginne mit Deinem persönlichen Bedarf und prüfe ihn anschließend für das konkrete Zielland und den vorgesehenen Wohnort. Eine Leistung kann in einer Großstadt problemlos verfügbar sein und auf einer kleineren Insel fehlen.

Ein guter Facharzt in Cebu hilft Dir wenig, wenn Du weit entfernt auf einer Insel wohnst und bei schlechtem Wetter kein Boot fährt. Auf einer Landkarte wirkt die Entfernung manchmal klein. Im medizinischen Notfall wird sie in Zeit gemessen.

Konkreter nächster Schritt: Schreibe eine ehrliche Sonderfall-Liste:

Was brauche ich täglich, monatlich und im Notfall?
Was davon ist im Zielland nachweislich verfügbar?
Was kostet es privat?
Wer hilft, wenn ich selbst nicht handeln kann?

Idealer Zeitpunkt: Vor jeder endgültigen Auswanderungsentscheidung, nicht erst nach der Ankunft.

Quellen und Orientierung

PROTRIP-WORLD

12.5 Schwangerschaft, Geburt und junge Familie im Ausland

Schwangerschaft und Geburt schließen eine Auswanderung nicht aus. Sie verändern aber die medizinische, finanzielle und organisatorische Risikorechnung erheblich.

Zum bisherigen Plan kommen Vorsorge, Geburt, Nachsorge, Kinderarzt, Dokumente, Staatsangehörigkeit, Versicherung und ein möglicher Notfalltransport. Außerdem brauchst Du eine konkrete Antwort auf die Frage, wer hilft, wenn die Geburt oder die erste Zeit mit dem Kind anders verläuft als erwartet.

Private Versorgung im Ausland kann sehr gut sein. Je nach Ort bekommst Du möglicherweise schneller einen Termin, mehr Zeit, moderne Ausstattung und eine persönliche Betreuung. Gleichzeitig können die Kosten deutlich höher liegen, als Deine bisherige Erfahrung vermuten lässt.

Ein Termin kann in einem Land 300 Euro und in einem anderen 1.000 Euro kosten. Hat Deine Versicherung für Schwangerschaft oder Geburt nur ein festes Budget vorgesehen, kann dieser Betrag früh ausgeschöpft sein.

Die Frage „Bin ich versichert?“ ist deshalb nur der Anfang.
Prüfe die einzelnen Leistungen:

Sind Schwangerschaft, Geburt, Komplikationen, Versorgung des Neugeborenen, Kaiserschnitt, Frühgeburt, Hebamme, Hausgeburt, Kinderarzt, Impfungen und Rücktransport abgedeckt?
Gibt es Wartezeiten?
Gilt der Schutz, wenn die Schwangerschaft bereits vor Vertragsbeginn bestand?
Muss das Kind separat angemeldet werden?
Ab welchem Zeitpunkt?

Die Dokumente gehören ebenfalls in diesen Plan. Wo wird die Geburt registriert? Welche Geburtsurkunde brauchst Du? Welche Botschaft ist zuständig? Welche Fristen gelten für Pass, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltstitel und Krankenversicherung des Kindes?

Diese Fragen sind kein Papierkram für irgendwann. Ohne vollständige Dokumente können selbst eine notwendige Reise und die Versicherung des Babys unnötig schwierig werden.

Konkreter nächster Schritt: Lege vor der Ausreise oder spätestens bei Kinderwunsch eine Familien-Gesundheitsmappe an:

Versicherungsschriftwechsel, Schwangerschafts-/Geburtsleistungen, Klinikliste, Notfallklinik, Kinderarzt, Hebamme, Dokumentenweg nach Geburt, Botschaftskontakt und Budget für Selbstzahleranteile.

Idealer Zeitpunkt: Vor Vertragsabschluss der Krankenversicherung und spätestens vor Schwangerschaft oder Familienumzug.

Quellen und Orientierung

PROTRIP-WORLD

Kurz-Checkliste Kapitel 12: Sonderfall- und Familienmappe

Hake einen Punkt erst ab, wenn Du ihn mit Zahl, Datum, Dokument oder getesteter Entscheidung belegen kannst. Die ausführliche Ein-Seiten-Fassung findest Du im Anhang.

  • Welche anderen Leben hängen an meiner Entscheidung und was brauchen sie?
  • Sind Pass, Sorgerecht, Schule, Abschluss und Rückkehrweg je Kind geklärt?
  • Sind Sprache, Freunde, Alltag und Notfallkontakte praktisch vorbereitet?
  • Sind Tierimport, Airline, Impfung, EU-Rückkehrweg und Notfallbetreuung vollständig bestätigt?
  • Sind Pflege, Behinderung, Krankheit oder Schwangerschaft realistisch versorgt?
  • Reichen Vorlauf, Zusatzreserve und Plan B für den schwierigsten Fall?

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