Gesellschaft: Metro Manila

Experten fordern mehr Schutz für junge Frauen im Internet

Im Internet sind junge Frauen besonders gefährdet. Laut Plan International Philippines sind sieben von zehn Frauen von Online-Belästigung betroffen, wobei Phänomene wie Falschinformationen, Druck zur Geheimhaltung oder Grooming als Anzeichen gelten. Ein Bericht aus dem Jahr 2020 verdeutlicht zudem, dass 20 Prozent der jungen Kinder auf den Philippinen Erfahrungen mit technologiegestütztem sexuellem Missbrauch und Ausbeutung gemacht haben.

Moody urban landscape of Quezon City shrouded in mist at dawn, capturing a serene yet dramatic cityscape.
Quelle: Roi Mojado / Pexels

Besonders besorgniserregend sind die Zahlen des National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC), die für das Jahr 2024 über 1,7 Millionen Meldungen im Zusammenhang mit Online-sexuellem Missbrauch und Ausbeutung auf den Philippinen ausweisen. Die Philippinen gehören sowohl bei den Opfern als auch bei den Tätern zu den Ländern mit den höchsten Werten. Aktuelle Trends seien unter anderem Sextortion, sowohl aus finanziellen als auch aus Beziehungsmotiven, sowie durch KI erzeugte Nacktheit, die häufig Kinder betrifft.

Im Rahmen des Girls’ Summit 2026 in Quezon City haben Experten dazu aufgerufen, digitale Räume für junge Menschen, insbesondere für Frauen, sicherer zu gestalten. Während einer Podiumsdiskussion unter dem Thema „Safeguarding Girls Online #ThinkTwice x #StandWithGirls: Keep Girls Safe, Seen, and Heard Online“ wurden die vielfältigen Gefahren im Internet sowie notwendige Schutzmaßnahmen erörtert. An der Diskussion nahmen unter anderem die Anwältin Stephanie Garay von OSAEC-CSAEM, Karla Yu von TikTok Philippines, Maria Volante von der Stadtverwaltung von Quezon City sowie die Jugendvertreterin Sophia Lorraine Cabadsan teil.

Die Jugendvertreterin Sophia Lorraine Cabadsan betonte, dass das Risiko der Online-Manipulation überall bestehe und junge Menschen für diese Gefahren sensibilisiert werden müssten, um Technologie verantwortungsbewusst zu nutzen. Karla Yu von TikTok Philippines erklärte, dass die Plattform keine Inhalte zulasse, die Belästigung, schädliche KI-generierte Inhalte oder Desinformation fördern. Gleichzeitig wolle das Unternehmen die Jugend dazu befähigen, die Kontrolle über ihre Online-Erfahrungen zu übernehmen. In Zusammenarbeit mit Plan International Philippines unterstützt das Unternehmen die digitale Kompetenz-Kampagne #ThinkTwice, die durch die Einbindung von Online-Schöpfern bewusstere und sinnvollere digitale Interaktionen fördern soll. Experten betonten abschließend, dass zwar keine sofortige Garantie für sichere digitale Räume bestehe, solche Gespräche jedoch notwendig seien, um weitere Schritte für inklusivere und geschützte digitale Erfahrungen zu unternehmen.