Politik: Cebu

Australien warnt vor Chinas militärischem Aufstieg in Südostasien

In Südostasien erzeugt Chinas massiver militärischer Aufstieg einen erheblichen Druck. China setzt hunderte Schiffe der Küstenwache, der Marine und anderer Einheiten ein, um in umstrittenen Gebieten des Südchinesischen Meeres Patrouillen durchzuführen. Peking beansprucht fast das gesamte Meer für sich, obwohl ein internationales Urteil festgestellt hat, dass diese Position keine rechtliche Grundlage besitzt.

Flag of Philippines Waving Proudly on White
Symbolbild: Envato

Der australische Verteidigungsminister Richard Marles warnte vor diesem Trend und erklärte am Donnerstag am Rande eines Treffens südostasiatischer Verteidigungsminister auf den Philippinen, dass China derzeit den größten konventionellen militärischen Ausbau vollziehe, der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs weltweit zu beobachten sei. Zudem hat die Präsenz der chinesischen Streitkräfte und Küstenwache in den umstrittenen Gewässern im September nahezu verdoppelt, wie die philippinische Regierung Anfang des Monats mitteilte.

Die zunehmende Durchsetzungskraft und die Militarisierung künstlicher Inseln im Südchinesischen Meeres stellen für Australien eine Herausforderung dar. Marles unterstrich die Bedeutung einer regelbasierten Ordnung, da diese es mittleren Mächten wie Australien ermögliche, handlungsfähig zu bleiben. Er betonte, dass die Einhaltung der geltenden Regeln entscheidend sei, um die eigene Handlungsfähigkeit zu sichern.

In diesem Zusammenhang traf sich der Minister mit der sogenannten „Squad“, einer informellen Sicherheitsgruppe, der Australien, Japan, die USA und die Philippinen angehören. Die vier Nationen verpflichteten sich zu einer verstärkten Koordinierung ihrer Verteidigungspolitik, da alle Mitglieder die Herausforderungen und den Druck in dieser Region verstehen. Bereits im Juli hatte Australien gegen den Test einer nuklear fähigen Rakete Chinas im Südpazifik protestiert und diesen als destabilisierend bezeichnet. Die wachsende Aggressivität Pekings hat Canberra sowie Washington dazu veranlasst, die Verteidigungskooperation mit einigen südostasiatischen Ländern zu intensivieren.