Wirtschaft: Landesweit

Philippinischer Peso erreicht historischen Tiefstand gegenüber dem US-Dollar

Der philippinische Peso ist am vergangenen Donnerstag mit einem Kurs von 63,52 gegenüber dem US-Dollar auf ein neues Rekordtief gefallen. Dieser Wert markiert einen historischen Tiefpunkt für die Landeswährung und wirft grundlegende Fragen zur wirtschaftlichen Stabilität der Philippinen auf. Der Kursverlauf wird weniger als isoliertes Währungsereignis, sondern vielmehr als Referenz für die bisherige Wirtschaftspolitik des Landes gewertet.

Philippine Currency: Banknotes and Coins Close Up
Symbolbild: Envato

Drei wesentliche Faktoren belasten die Währung derzeit: eine anhaltend hohe Nachfrage nach US-Dollar, gestiegene Ölpreise sowie ein sich vergrößerndes Defizit in der Zahlungsbilanz. Diese Probleme werden als struktureller Natur eingestuft. Die Zentralbank der Philippinen, die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), hat bereits eine überraschende Zinserhöhung um 50 Basispunkte vorgenommen, konnte den Abwärtstrend jedoch nicht stoppen.

Eli Remolona Jr., der Gouverneur der BSP, stellte klar, dass die Zentralbank die Leitzinsen nicht gezielt anheben wird, um den Peso zu verteidigen. Die BSP greife lediglich in geringem Umfang ein, um extreme Kursschwankungen zu dämpfen, die die Inflation befeuern könnten. Damit entzieht die Zentralbank dem Markt die Erwartung, dass geldpolitische Maßnahmen allein als Schutzschild für die Währung dienen können. Die BSP hat damit signalisiert, dass sie die Last der Währungsstabilität nicht allein tragen wird.

Ökonomen bewerten die Lage skeptisch. Domini Velasquez, Chefökonomin der Chinabank, wies darauf hin, dass höhere Zinssätze allein nicht ausreichen könnten, um die Währung zu stärken. Auch John Paolo Rivera, Senior Fellow beim Philippine Institute for Development Studies (PIDS), betonte, dass die Wirkung von Zinserhöhungen begrenzt bleibe, solange der externe Druck anhält. Die Zentralbank könne den starken US-Dollar nicht durch Zinsschritte übertrumpfen, insbesondere wenn die US-Inflation hartnäckig bleibt und die US-Notenbank Fed unter Druck setzt. Das bloße Verfolgen von Zinsdifferenzen sei lediglich ein Verharren auf der Stelle.

Experten wie Jonathan Ravelas von Reyes Tacandong prognostizieren für den Peso ein Handelsband zwischen 63,50 und 63,75. Eine nachhaltige Erholung der Währung hänge jedoch weniger von der Geldpolitik ab, sondern vielmehr vom Vertrauen in die heimische Wirtschaft. Dies erfordere reales, schnelleres Wachstum statt einer rein konsumgetriebenen Expansion, produktive Investitionen sowie Energiesicherheit, damit Ölpreisschocks nicht direkt die Handelsbilanz belasten. Zudem sei eine strikte Haushaltsdisziplin notwendig, um das Defizit in der Zahlungsbilanz durch fundamentale Stärke statt durch Zufall zu verringern. Nur ein stabiles Geschäftsumfeld könne Investoren Sicherheit bieten, ohne dass eine restriktive Zentralbank als Schutzschild fungieren muss.