Philippinische Bildungsbehörde führt neue Regeln für Unterricht bei extremer Hitze ein
EditDas DepEd reagiert auf die Vorhersagen der Wetterbehörde PAGASA, wonach die Trockenperioden infolge des El Niño-Phänomens noch vor Ende des Jahres ihren Höhepunkt erreichen könnten. Um auf die erwarteten starken bis sehr starken Hitzeperioden vorbereitet zu sein, die laut PAGASA bis Mitte 2027 anhalten könnten, hat Bildungsminister Sonny Angara umfassende Richtlinien erlassen. Mit dem DepEd-Memorandum Nr. 64 s. 2026 soll der Schulbetrieb von einer rein reaktiven Schließung hin zu einer organisierten, frühzeitigen Vorbereitung gesteuert werden.
Ein zentraler Aspekt der neuen Regelung ist, dass extreme Hitze nicht mehr automatisch zu landesweiten Unterrichtsausfällen führt. Stattdessen liegt die Entscheidungsgewalt bei den Schulleitungen, die ein lokales System zur Bewertung der Bedingungen nutzen sollen. Hierfür werden täglich um 8:00 Uhr, 12:00 Uhr und 14:00 Uhr die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in den Klassenzimmern gemessen. Basierend auf dem Hitzeindex greifen dabei vier verschiedene Stufen des sogenannten 4H-Rahmenwerks.
Bei der Stufe „Hayo“ liegt der Hitzeindex unter 27 °C, woraufhin der reguläre Präsenzunterricht mit geplanten Trinkpausen stattfindet. Steigt der Index auf die Vorsorgestufe „Hinay“ (27 °C bis 32 °C), können die Präsenzzeiten verkürzt oder auf hybride Modelle umgestellt werden. Bei der Extremwarnung „Hinga“ (33 °C bis 41 °C) wird der physische Unterricht ausgesetzt und die Lernenden gehen zu leichteren Aufgaben von zu Hause aus über. Die höchste Warnstufe „Hinto“ bei Temperaturen ab 42 °C sieht eine vollständige Einstellung aller akademischen Aktivitäten, sowohl vor Ort als auch von zu Hause, vor.
Zusätzlich zu den Unterrichtsregelungen umfasst die Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Infrastruktur. Lehrkräfte und Schüler dürfen leichte, atmungsaktive Alternativuniformen tragen. Schulen müssen zudem die Wasserversorgung sicherstellen, Trinkstationen einrichten und gegebenenfalls Wasserfilter-Kits beschaffen. Um Brandgefahren zu minimieren, sind elektrische Inspektionen und das Entfernen von trockenem Pflanzenmaterial gemäß dem philippinischen Brandschutzgesetz vorgeschrieben. Auch das Schulverpflegungsprogramm soll durch alternative Versorgungswege geschützt werden.
Um die Umsetzung zu gewährleisten, können Schulen flexibel auf verschiedene Finanzmittel zurückgreifen. Dazu gehören Mittel für Instandhaltung und Betrieb (MOOE), Sonderbildungsmittel (SEF) über lokale Schulbehörden sowie Zuweisungen für Katastrophenvorsorge und -reaktion (DPRP). Auch Notbeschaffungsregeln nach dem neuen staatlichen Beschaffungsgesetz (RA 12009) können genutzt werden. Die Richtlinien treten sofort in Kraft und bleiben bis zur offiziellen Entwarnung der PAGASA bezüglich der El Niño-Phase 2026-2027 gültig.




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