Politik: Metro Manila

Experten fordern Eigenständigkeit beim militärischen Aufbau der Philippinen

Angesichts der wachsenden Verteidigungskooperation mit Japan und anderen Partnern raten Experten den Philippinen dazu, ausländische Sicherheitszusagen lediglich als vorübergehende Unterstützung zu betrachten. Eine echte nationale Verteidigung müsse durch die eigenen Streitkräfte, die öffentliche Unterstützung und staatliche Ausgaben gewährleistet werden, so die Einschätzung von Chester B. Cabalza, dem Präsidenten von International Development and Security Cooperation, in einem Gespräch mit BusinessWorld.

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Symbolbild: Envato

Hintergrund der Forderung sind jüngste Abkommen zwischen dem philippinischen Verteidigungsminister Gilberto C. Teodoro, Jr. und dem japanischen Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi. Am 28. Oktober vereinbarten die Minister den Transfer eines Zerstörers der Abukuma-Klasse an die philippinische Marine nach dessen voraussichtlicher Außerdienststellung. Zudem sollen bis zum Ende des japanischen Geschäftsjahres 2027 TC-90-Flugzeuge übertragen werden. Cabalza bezeichnete diese Schritte als bedeutenden Fortschritt für das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Manila und Tokio, da sie zur Lastenteilung beitragen und die maritime Verteidigung stärken könnten. Er betonte zudem, dass die Philippinen ihre militärischen Kapazitäten zur Sicherung des Luftraums und der Hoheitsgewässer eigenständig ausbauen müssen, während das Land gleichzeitig diplomatische und strategische Unterstützung von Verbündeten erhält.

Cabalza wies auf eine zunehmende minilaterale Sicherheitskooperation zwischen den Philippinen, Japan, Australien und den USA hin. Dennoch mahnte er zur Vorsicht: Die Philippinen dürften sich nicht auf ausländische militärische Hilfe verlassen, um langfristige Verteidigungsanforderungen zu erfüllen. Er verwies darauf, dass Nachbarstaaten in Südostasien ihre Grenzen nicht durch Spenden, sondern durch unabhängige Strategien, massive staatliche Investitionen und kompromisslose Eigenständigkeit gesichert hätten. Ausländische Materialüberlassungen sollten daher nur als Übergangslösung dienen, während das Land ein langfristiges Modernisierungsprogramm mit eigenen Ressourcen und politischem Engagement verfolgt. Die Verbündeten müssten sehen, dass die Streitkräfte der Philippinen (AFP) in der Lage sind, die eigene Souveränität und territoriale Integrität selbst zu verteidigen.

Hansley A. Juliano, Dozent für Politikwissenschaft an der Ateneo de Manila University, äußerte zudem Zweifel an der langfristigen Wirksamkeit der japanischen Unterstützung aufgrund des Alters der Ausrüstung. Er wies darauf hin, dass moderne digitale Waffensysteme, wie sie China einsetze, selbst mit diesen Geräten schwer zu bekämpfen seien, sofern sie nicht mit aktueller Technologie nachgerüstet würden. Juliano forderte die Regierung auf, zu klären, ob die Schiffe und Flugzeuge vor oder nach dem Transfer modernisiert werden, da technologische Verbesserungen über den operativen Nutzen entscheiden würden. Neben Hardware seien zudem Technologietransfer, militärische Ausbildung und die Professionalisierung der Offiziere entscheidend. Investitionen in die Führungskräfteentwicklung, militärische Doktrinen und technisches Fachwissen könnten die Glaubwürdigkeit und die Kapazität der AFP zur Verteidigung der philippinischen Souveränität langfristig stärken.