Halbleiterindustrie auf den Philippinen bereitet sich auf El Niño vor
EditEin starker bis sehr starker El Niño im tropischen Pazifik könnte die Philippinen bis in die erste Jahreshälfte 2027 beeinträchtigen, wobei ein Höhepunkt noch vor Ende dieses Jahres möglich ist. Vor diesem Hintergrund bereitet die philippinische Halbleiterindustrie Maßnahmen vor, um den Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Die Hersteller werden versuchen, die durch die Hitze steigenden Betriebskosten durch eine höhere Effizienz und Produktivität auszugleichen, wie Danilo C. Lachica, Präsident der Semiconductor and Electronics Industries in the Philippines Foundation Inc. (Seipi), gegenüber der BusinessMirror erklärte. Diese Aussagen machte er am Rande der 21. Philippine Semiconductor and Electronics Convention and Exhibition (PSECE) in Pasay. Er betonte, dass die Unternehmen die Arbeitsbedingungen nicht gefährden würden und die Klimatisierung sowie die Kühlwasserversorgung für die Produkte sichergestellt blieben. Bisher habe die Branche keine Beschwerden über hitzebedingte Arbeitsbedingungen gemeldet. Zwar seien die zusätzlichen Kosten für die Sicherung dieser Ressourcen noch nicht genau bezifferbar, doch die Optimierung der Effizienz stehe im Fokus.
Parallel dazu hat das Arbeitsministerium (Department of Labor and Employment) Richtlinien erarbeitet, um Arbeitnehmer vor hitzebedingten Erkrankungen zu schützen, insbesondere in Fabriken oder bei Außenarbeiten. Die staatliche Wetterbehörde PAGASA (Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration) hatte zuvor eine Warnung vor dem El Niño herausgegeben. Während die Industrie mit Hitze kämpft, verzeichnet das Land bereits wirtschaftliche Folgen durch das Wetter: Das Landwirtschaftsministerium schätzt die durch El Niño verursachten Schäden in der Agrarwirtschaft landesweit auf etwa 7 Milliarden Pesos.
Zusätzlich zu den klimatischen Herausforderungen sieht sich die Branche mit steigenden Kosten für Logistik und Rohstoffe konfrontiert. Geopolitische Konflikte und schwankende Frachtraten belasten den Sektor. Laut der Logistikfirma Dimerco Express Group könnten zudem höhere Treibstoffzuschläge die Warenbewegungen in diesem Monat erschweren, während zudem die Schiffspläne und Frachtraten volatil bleiben. Lachica wies darauf hin, dass die Hersteller aufgrund langfristiger Festpreisverträge mit globalen Kunden nur begrenzt Spielraum haben, diese Mehrkosten an die Abnehmer weiterzugeben. Da die Unternehmen bei Preisverhandlungen oft an Verträge gebunden sind, besteht das Risiko, Aufträge an Konkurrenten zu verlieren, sollten Kunden Preissteigerungen ablehnen. Anpassungen werden üblicherweise erst bei neuen Bestellungen unter Berücksichtigung der Vertragsbedingungen diskutiert.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Elektroniksektor ein zentraler Motor für die philippinischen Exporte. Im August erreichten die Warenexporte mit 9,11 Milliarden US-Dollar ein Rekordhoch, was einem Anstieg von 27,8 Prozent gegenüber den 7,13 Milliarden US-Dollar des Vorjahresmonats entspricht. Für den Zeitraum von Januar bis August stiegen die Exporte insgesamt um 14,8 Prozent auf einen Rekordwert von 64,04 Milliarden US-Dollar. Elektronikprodukte machten dabei 6,2 Milliarden US-Dollar aus den August-Exporten aus, also rund 68,1 Prozent des gesamten Exportvolumens. Dieser Zuwachs wird unter anderem durch weltweite Investitionen in künstliche Intelligenz, Rechenzentren und digitale Infrastruktur getrieben.





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