Extreme Hitze in West-Visayas führt zu Unterrichtsausfall für über 113.000 Schüler
EditAufgrund gefährlicher Hitzeindizes von bis zu 43 Grad Celsius wurde in der philippinischen Region West-Visayas der Unterricht für insgesamt 113.022 Schüler an 122 öffentlichen Schulen ausgesetzt. Die Maßnahmen wurden notwendig, da die extreme Hitze, verstärkt durch ein intensives El-Niño-Phänomen, die Sicherheit der Lernenden gefährdet. Die Aussetzungen führten zu einem vollständigen Stopp aller akademischen Anforderungen, um Schülern und Lehrkräften eine Entlastung zu ermöglichen.
Das DepEd Region 6 meldete am Dienstag, den 3. November 2026, dass die Notfall-Aussetzungen drei Schulbezirke betrafen. Am stärksten betroffen war Iloilo City mit 73.127 Schülern aus 65 Schulen. In Roxas City mussten 31.685 Schüler aus 50 Schulen pausieren, während in der Provinz Capiz 8.210 Kinder aus sieben Schulen vom Unterricht betroffen waren. Die Hitzeindizes erreichten in Iloilo City 43 Grad, in Roxas City 42 Grad und in Mambusao, Capiz, 40 Grad. Über die Stadt Iloilo hinaus setzten auch die Pavia National High School und die Pavia Pilot Elementary School den Präsenzunterricht aus, während die Abilay Elementary School und die Cambitu Elementary School in Oton den Nachmittagsunterricht absagten.
Grundlage für die Aussetzungen ist das DepEd-Memorandum Nr. 064 der Serie 2026, das vom Bildungsminister Sonny Angara unterzeichnet wurde. Dieses etabliert ein vierstufiges Reaktionsmodell auf Hitze. Bei einem Hitzeindex von 42 Grad oder höher wird die höchste Stufe „Hinto“ aktiviert. Dies bedeutet nicht nur die Aussetzung des Präsenzunterrichts, sondern auch den vollständigen Stopp aller modularen oder asynchronen akademischen Aufgaben. Hernani Escullar Jr., Informationsbeauftragter des DepEd Region 6, bestätigte, dass die Richtlinien bereits an alle Schulen in West-Visayas verteilt wurden, und betonte, dass die Sicherheit, das Wohlergehen und die Gesundheit der Lernenden und des Personals derzeit oberste Priorität hätten.
Das Framework sieht zudem drei niedrigere Warnstufen vor: „Hayo“ (unter 27 Grad) erlaubt regulären Unterricht mit Trinkpausen; „Hinay“ (27 bis 32 Grad) ermöglicht Zeitplananpassungen und flexibles Lernen; „Hinga“ (33 bis 41 Grad) sieht die Aussetzung des Präsenzunterrichts zugunsten alternativer Lernformen vor. Die Wetterbehörde PAGASA stuft Hitzeindizes zwischen 41 und 51 Grad als gefährlich ein, während Werte ab 52 Grad als extreme Gefahr gelten. Am Mittag des 3. November verzeichnete die PAGASA bereits einen Hitzeindex von 41 Grad.
Neben den öffentlichen Schulen reagierten auch zahlreiche private Bildungseinrichtungen und Universitäten mit eigenen Notfallmaßnahmen. Die West Visayas State University (WVSU) in Iloilo City rief den „Code Orange“ aus, stellte den Präsenzunterricht am 3. November ein und wechselte zu vermitteltem Lernen. Ausgenommen von dieser Regelung waren die Fakultäten für Recht, Medizin und Zahnmedizin sowie Kurse, die praktische Lernerfahrungen erforderten. Die Satellitencampusse der WVSU sollten nach eigenem Ermessen der Administratoren handeln. Die Iloilo Science and Technology University (ISAT U) verlagerte Vorlesungen und den Unterricht der Junior High School ins Online-Format, erlaubte jedoch essenzielle Laborarbeiten. Die Lehrkräfte der ISAT U durften zudem im Homeoffice arbeiten, während der Verwaltungsbetrieb aktiv blieb.
Die University of the Philippines Visayas (Iloilo City Campus) verlagerte Vorlesungen ebenfalls in das Fernstudium, wobei wichtige Laborarbeiten und geplante Prüfungen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt werden konnten. Die Central Philippine University (CPU) aktivierte ihren Plan zur Aufrechterhaltung des Lernens und stellte Schüler vom Vorschul- bis zum Senior High School-Alter auf asynchrones Online-Lernen um, wobei für die Fakultäten Recht und Medizin separate Anweisungen galten. Die University of San Agustin setzte am 3. und 4. November den Präsenzunterricht sowie körperlich anstrengende Aktivitäten wie Sport, Feldarbeit und Laborarbeiten bei extremer Hitzeeinwirkung aus. Auch die Angelicum School of Iloilo setzte den Präsenzunterricht aus.
Die Wetterbehörde PAGASA warnt vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Jeff Patrick Maquiling, Techniker der PAGASA-Wetterstation in Iloilo, erklärte, dass der Hitzeindex in den kommenden Monaten aufgrund des stärker werdenden El-Niño-Phänomens und sinkender Niederschläge weiter steigen könnte. Er warnte vor gesundheitlichen Risiken wie Hitzekrämpfen, Erschöpfung und lebensgefährlichen Hitzeschlägen. Während der El-Niño-Phase 2024 erreichte der Hitzeindex in Iloilo im Mai einen Spitzenwert von 46 Grad. Die aktuelle Episode wird im Vergleich zur letzten, die als schwach eingestuft wurde, als potenziell sehr stark prognostiziert. Die PAGASA hat die tägliche Überwachung des Hitzeindex am 1. November wieder aufgenommen und wird diese voraussichtlich bis zur heißen und trockenen Saison 2027 fortsetzen.
Zusätzlich zur Hitze hat die Provinz Iloilo eine Trockenperiode erlebt, die sich in den kommenden Monaten zu einer Dürre entwickeln könnte. Laut PAGASA tritt eine Trockenperiode ein, wenn die Niederschläge über drei Monate hinweg unter dem Normalwert liegen, was einer Reduktion von 21 bis 60 Prozent entspricht. Eine Dürre entwickelt sich, wenn die Niederschläge über drei Monate hinweg um mehr als 60 Prozent unter dem Normalwert liegen oder über fünf Monate hinweg unter dem Normalwert bleiben. Für Capiz wurde bereits eine Dürre ab November und für Guimaras ab Dezember prognostiziert. Eine flächendeckende Dürre in ganz West-Visayas wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Gelegentliche Gewitter am Nachmittag oder Abend werden zwar erwartet, dürften aber zu kurz und zu schwach sein, um die trockenen Bedingungen wesentlich zu lindern.
Das DOH Region 6 appellierte an die Bevölkerung, Vorsichtsmaßnahmen gegen Dehydrierung und Hitzeschläge zu treffen. Die Bewohner sollten regelmäßig Wasser trinken, kühle Kleidung tragen, regelmäßige Ruhepausen in schattigen Bereichen einlegen und unnötige Aktivitäten im Freien vermeiden, insbesondere zwischen 12:00 und 16:00 Uhr, wobei Maquiling zusätzlich vor Aktivitäten um die Mittagszeit sowie zwischen 14:00 und 16:00 Uhr warnte. Als Warnsignale für hitzebedingte Erkrankungen wurden starkes Schwitzen, Schwindel, schneller Puls, Übelkeit und Muskelkrämpfe identifiziert. Bei schweren Symptomen wie Verwirrtheit oder gefährlich erhöhter Körpertemperatur sollten Betroffene sofort in eine kühlere Umgebung gebracht und medizinische Hilfe gesucht werden.





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