Politik: Landesweit

Regierung setzt auf „Bagong Pilipinas“-Agenda für gesellschaftlichen Wandel

Die Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. verfolgt mit der „Bagong Pilipinas“-Agenda (Neues Philippinen) das Ziel, eine umfassende wirtschaftliche und soziale Transformation des Landes herbeizuführen. Während die Administration das Programm als strategischen Masterplan zur Stärkung der nationalen Resilienz darstellt, wird die tatsächliche Umsetzung in Fachkreisen und der Politik intensiv debattiert.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die Modernisierung der Infrastruktur durch das „Build Better More“-Programm. Dieses umfasst rund 194 Flaggschiffprojekte mit einem geschätzten Volumen von 9 Billionen Pesos. Die Investitionen zielen auf kritische Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr, in der Landwirtschaft, etwa durch den Bau des Mahayag-Damms, sowie in den Bereich der erneuerbaren Energien ab.

Zusätzlich setzt die Regierung auf dezentrale Unterstützung durch die Initiative „Bagong Pilipinas, Bawat Bayan Makikinabang“. Hierfür wurde der lokale Regierungsunterstützungsfonds (LGSF) auf 58,3 Milliarden Pesos ausgeweitet, um Kommunen bei der Sicherung der Lebensmittelversorgung und der ländlichen Elektrifizierung zu unterstützen. Im Bildungsbereich soll das „Bagong Pilipinas Merit Scholarship Program“ talentierte Absolventen in Mangelberufen wie MINT-Fächern, der Landwirtschaft, dem Gesundheitswesen und der Lehrerbildung fördern. Zudem ist eine verstärkte Digitalisierung der Verwaltung durch E-Governance-Maßnahmen vorgesehen.

Die Regierung hat sich konkrete wirtschaftliche Ziele bis zum Jahr 2028 gesetzt: Das jährliche BIP-Wachstum soll zwischen 6,5 und 8,0 Prozent liegen, die Arbeitslosenquote auf 4 bis 5 Prozent sinken und die Armutsquote auf unter 10 Prozent reduziert werden. Zudem strebt das Land den Status eines Schwellenlandes mit mittlerem Einkommen an. Laut dem Presidential Communications Office (PCO) konnten erste Reformen bereits das Haushaltsdefizit auf 5,7 Prozent im Jahr 2024 senken und die Staatseinnahmen auf ein Zwanzig-Jahres-Hoch treiben.

Trotz dieser Pläne äußern Analysten und politische Beobachter Bedenken. Der BTI 2026 Country Report weist auf strukturelle Risiken hin, darunter politische Spannungen innerhalb der Exekutive, insbesondere zwischen der Marcos-Administration und den Verbündeten des ehemaligen Präsidenten Duterte, sowie globale Lieferkettenprobleme bei Öl und Düngemitteln. Auch Korruption bleibt ein Thema. Oppositionspolitiker wie Senatorin Risa Hontiveros kritisieren, dass Umbenennungsaktionen keine tiefgreifenden institutionellen Reformen ersetzen können. Kritiker bemängeln zudem, dass hohe Ausgaben für Werbekampagnen der Agenda die unmittelbaren Probleme wie Inflation und Lohnlücken nicht lösen und die lokale Umsetzung durch Parteipolitik gefährdet sein könnte.