Kultur: Landesweit

Filmkritik: 'Wicker' verbindet Märchenelemente mit Gesellschaftskritik

In einer kleinen Dorfgemeinschaft wird eine Fischerin aufgrund ihres Single-Daseins von den Dorfbewohnern verspottet. Sie sucht Hilfe bei einem Korbpflechter mit Kleinwuchs, der über magische Fähigkeiten und große Weisheit verfügt. Dieser erschafft den sogenannten „Wicker Man“, einen Ehemann, der der Frau zeigt, was wahre Liebe bedeutet.

Child in Elaborate Feathered Costume at Festival
Symbolbild: Envato

Die Erzählung bewegt sich zwischen Themen wie Schock, Faszination, Neid, Heuchelei und bedingungsloser Liebe. Der Film „Wicker“ von Alex Huston Fischer und Eleanor Wilson wird als eine Mischung aus magischem Märchen und scharfzüngiger Gesellschaftskritik beschrieben. Die Produktion, die über den lokalen Distributor CreaZion Studios International landesweit in den Kinos gezeigt wird, thematisiert eine Fabel über diese Fischerin.

Die schauspielerische Leistung der Besetzung wird hervorgehoben. Olivia Colman verkörpert die ausgegrenzte Fischerin und stellt deren Einsamkeit sowie die emotionale Entwicklung von der Fassade der Gleichgültigkeit bis hin zur Verzweiflung dar. Sie macht die Figur durch Details wie das kindliche Funkeln in ihren Augen bei der Bitte um einen Ehemann sowie durch die Darstellung wachsender Unsicherheiten und den Schmerz nach einer unverantwortlichen Entscheidung authentisch. Alexander Skarsgård spielt den „Wicker Husband“; obwohl er einen Großteil der Zeit unter einem Kostüm verbringt, wird seine Darstellung von Wärme und Zuneigung gelobt.

Peter Dinklage übernimmt die Rolle des magischen Korbpflechters, dessen Monologe laut Kritik eine Mischung aus Shakespeareanischer Komödie und tragischer Tiefe aufweisen und tiefgründige Reflexionen über menschliche Schwäche, Verlangen und Moral bieten. Elizabeth Debicki spielt die Tochter des Dorfarztes und stellt eine Figur dar, die Neid und Boshaftigkeit hinter einer freundlichen Maske verbirgt, was die Beobachtung untermauert, dass Schönheit oft dunklere Absichten kaschiert.

Neben der Erzählstruktur wird die filmische Umsetzung durch praktische Sets, Effekte und Handwerkskunst positiv bewertet. Der Film wird als eine humorvolle und zärtliche romantische Fantasy charakterisiert, die die menschlichen Unvollkommenheiten feiert und zeigt, dass gerade diese Eigenheiten das Leben voller Überraschungen machen.