Wirtschaft: Landesweit

EU-Asean Business Council fordert regionale Zusammenarbeit gegen Kriminalität

In Südostasien müssen die Bemühungen gegen illegalen Handel und kriminelle Netzwerke koordiniert werden, um die Attraktivität für ausländische Investoren zu steigern. Die Mitgliedstaaten der Association of Southeast Asian Nations (Asean) sollten nicht gegeneinander um Kapital konkurrieren, sondern eine gemeinsame Antwort auf Sicherheitsrisiken entwickeln, so der EU-Asean Business Council (EU-ABC).

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Symbolbild: Envato

Investoren betrachten die Asean-Region zunehmend als einen zusammenhängenden Markt, erklärte Christopher Humphrey, Exekutivdirektor des EU-ABC, gegenüber der BusinessMirror. Da kriminelle Netzwerke transnational agieren, stellen Sicherheitsrisiken in einem Land eine Bedrohung für Unternehmen dar, die in der gesamten Region tätig sind. Ein Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS), der im Auftrag des EU-ABC erstellt wurde, identifizierte bereits vier zentrale Knotenpunkte für Cyberkriminalität und Betrug: das Goldene Dreieck (Laos, Myanmar und Thailand), Teile der Gemeinde Myawaddy in Myanmar, Sihanoukville in Kambodscha sowie das Gebiet um Poipet an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha.

Illegale Handelsaktivitäten und kriminelle Strukturen können alle Asean-Staaten betreffen, auch jene, die nicht als Hauptzentren eingestuft wurden, betonte Humphrey. Diese Netzwerke könnten regionale Handelsrouten und die Infrastruktur ausnutzen, was die Sicherheit von Produktions- und Transportprozessen gefährdet. Für die Philippinen wird in diesem Zusammenhang auf die historische Problematik des Sulu-Celebes-Meeres verwiesen, das das Land mit Indonesien und Malaysia verbindet und in dem kriminelle Ökonomien sowie terroristische Gruppen Verbindungen aufgebaut haben.

Der EU-ABC sieht in der bloßen Gesetzgebung keine ausreichende Lösung, da sich kriminelle Gruppen nach Durchsetzungsmaßnahmen schnell anpassen oder verlagern können. Stattdessen wird eine verstärkte multilaterale Zusammenarbeit gefordert, etwa durch eine regionale Task Force, die Zollbehörden, Strafverfolgungsorgane, Finanzregulierer und den Privatsektor vereint. Laut Daten von Euromonitor verursachte der illegale Tabakhandel in den Jahren 2024 bis 2025 einen Verlust an staatlichen Einnahmen von über 13 Milliarden US-Dollar in den Philippinen, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam. Zudem wird auf die rasche Ausbreitung von Cyber-Betrug und Casino-Operationen in den Philippinen, Kambodscha, Laos und Myanmar hingewiesen.