Digitaler Bericht: Filipinos führen weltweit bei Social-Media-Nutzung und KI-Anwendung
EditDie Bevölkerung auf den Philippinen verbringt im weltweiten Vergleich außergewöhnlich viel Zeit in digitalen Räumen. Laut dem aktuellen „Digital 2027“-Bericht der Unternehmen Meltwater und We Are Social nutzen Filipinos soziale Medien und Online-Videos durchschnittlich 36 Stunden und 12 Minuten pro Woche. Damit liegt das Land deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von etwa 19 Stunden pro Woche, der in über 230 Ländern und Territorien ermittelt wurde.
Neben der hohen Nutzungsdauer zeigt der Bericht auch eine starke Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in den Alltag der Filipinos. Rund 94,4 % der Befragten gaben an, monatlich KI-Werkzeuge zu nutzen, während 54,6 % ChatGPT im vergangenen Monat verwendet haben. Diese Werte liegen signifikant über dem globalen Durchschnitt von 85,2 % bei der monatlichen Nutzung und 34,7 % bei der ChatGPT-Nutzung. Diese Daten beziehen sich auf Nutzer im Alter von 16 Jahren und älter.
Die zunehmende Digitalisierung bringt jedoch auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder. Angesichts steigender Online-Zeiten und Berichten über multiple Vorfälle von Gewalt an Schulen landesweit wird die Debatte über Beschränkungen der Bildschirmzeit oder gar Verbote für Minderjährige immer dringlicher geführt. Bei einer Veranstaltung von Meta diskutierten Vertreter der Regierung, der Zivilgesellschaft und der Technologiebranche über die Sicherheit von Kindern im Internet und halfen dabei, Online-Risiken für junge Menschen und deren Eltern erkennbarer zu machen. Während Meta auf Funktionen wie Altersverifizierung und Kindersicherung setzt, wird kritisiert, dass diese Werkzeuge die Verantwortung primär auf Eltern und Kinder abwälzen, anstatt die Plattformen, die von den Inhalten profitieren, stärker in die Pflicht zu nehmen. Zudem können solche Sicherheitsmaßnahmen umgangen werden, was es ermöglicht, dass schädliche, durch KI in Sekundenschnelle generierte Inhalte ungehindert verbreitet werden.
Ein weiteres kritisches Feld ist der Einfluss von KI auf politische Prozesse. Ein Bericht der Faktencheck-Agentur Agência Lupa aus Brasilien verdeutlichte die Gefahren: Bei der dortigen Parlamentswahl 2026 wurden bestehende Regeln durch KI-generierte Inhalte umgangen. Etwa 60 % der überwachten KI-Inhalte waren Deepfakes ohne Kennzeichnungspflicht. Laut der Gründerin der Agentur, Cristina Tardáguila, wurden die geltenden Vorschriften zur Offenlegung von KI-Inhalten sowie die Verbote von Deepfakes von allen Beteiligten vollständig und wahrhaftig missachtet.
Um diesen Entwicklungen zu begegnen, findet am 21. November das „Social Good Summit“ von Rappler unter dem Motto „We, The Humans“ statt. Im Zentrum der Diskussion stehen menschliche Werte, Kreativität und die Gemeinschaft, um die Risiken durch unregulierte und missbrauchte KI zu bewältigen. Zu den hochkarätigen Sprechern gehören unter anderem die Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa, der Historiker Yuval Noah Harari (per Voraufnahme), die Menschenrechtsaktivistin Agnès Callamard, der Vorsitzende des Nobelkomitees Jørgen Watne Frydnes sowie Leslie Teo von AI Singapore. Neben den Vorträgen werden auch exklusive Masterclasses angeboten, die Themen wie Privatsphäre im Zeitalter von KI-Agenten, Vibe Coding, redaktionelles Cartooning, Krisenmanagement und datengestütztes Storytelling behandeln.





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