Wirtschaft: Landesweit

Zinsen für Schatzanweisungen erreichen nach Zinserhöhung Höchststand

Die Renditen für kurzfristige Staatsanleihen (Treasury Bills, T-Bills) auf den Philippinen sind am vergangenen Montag auf den höchsten Stand der letzten fast drei Jahre gestiegen. Auslöser für diesen Anstieg war eine unerwartet aggressive Zinserhöhung der Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), die eine unnachgiebige Haltung gegenüber steigenden Preisen zeigte.

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Symbolbild: Envato

In ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag erhöhte die BSP den Leitzins um 50 Basispunkte. Gouverneur Eli M. Remolona Jr. signalisierte zudem, dass die Währungsbehörden offen für weitere Zinsschritte seien. Das Monetary Board korrigierte infolgedessen die Inflationsprognose für das Jahr 2027 von zuvor 5,4 Prozent auf 6 Prozent nach oben.

Experten gehen davon aus, dass sich der Straffungszyklus der Zentralbank bis in das erste Halbjahr 2027 hineinziehen könnte. Mögliche weitere Zinserhöhungen werden für die Sitzungen im Dezember und Februar erwartet. Ein wesentlicher Treiber für den Inflationsdruck ist der schwächelnde Peso, der am Montag einen neuen Tiefstand von 63,95 Pesos erreichte. Michael L. Ricafort, RCBC, wies darauf hin, dass dies die Importkosten erhöhen und die Inflation weiter anheizen könnte. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, dass höhere Zinsen die Finanzierungskosten steigern und das Wirtschaftswachstum bremsen könnten.

Zusätzlicher Druck auf die Preise geht von den globalen Ölpreisen aus. Laut Daan Struyven, Co-Leiter der Abteilung Global Commodities Research und Leiter der Ölforschung bei Goldman Sachs, treiben Spannungen im Nahen Osten und Versorgungsrisiken die Preise für Rohöl nach oben. Konkret führen die Intensivierung von Angriffen auf die Schifffahrt durch die Huthi sowie Angriffe auf die Infrastruktur im Nahen Osten dazu, dass Käufer, wie etwa Raffinerien, die Preise sowohl am physischen Markt als auch auf der Finanzseite in die Höhe treiben.

Die Ergebnisse der jüngsten Auktionen des Bureau of the Treasury verdeutlichen den Trend: Die Rendite der 91-Tage-Schatzanweisungen stieg um 27,2 Basispunkte von zuvor 5,992 Prozent auf 6,264 Prozent. Das Bureau akzeptierte dabei Renditen zwischen 6 und 6,6 Prozent. Auch bei den 182-Tage-Papieren gab es einen Anstieg um 20,1 Basispunkte von 6,229 Prozent auf durchschnittlich 6,430 Prozent, wobei die Zinssätze zwischen 6,270 und 6,550 Prozent lagen. Die Renditen der 364-Tage-Anleihen kletterten um 13,9 Basispunkte von 6,444 Prozent auf 6,583 Prozent, mit einer Spanne von 6,480 bis 6,6 Prozent. Damit verzeichneten die T-Bill-Renditen bereits die zehnte Woche in Folge einen Zuwachs. Die Renditen der 91-, 182- und 364-Tage-Papiere markierten damit die höchsten Werte seit November 2023.

Das gesamte Auktionsvolumen über alle drei Laufzeiten belief sich auf 70,679 Milliarden Pesos, was das 1,5-fache des angebotenen Volumens von 45 Milliarden Pesos entsprach. Dabei wurden die 91-Tage-Anleihen in Höhe von 20 Milliarden Pesos vollständig zugewiesen, während die 182-Tage-T-Bills mit 11,880 Milliarden Pesos und die 364-Tage-Papiere mit 5,8 Milliarden Pesos nur teilweise zugewiesen wurden. Zudem wurden 35-tägige Cash Management Bills (CMBs) im Wert von 10 Milliarden Pesos zu einer durchschnittlichen Rendite von 5,589 Prozent vollständig zugewiesen. Das Bureau plant für den kommenden Dienstag die Auktion von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 3 und 10 Jahren, um insgesamt 35 Milliarden Pesos aufzunehmen. Die Regierung hat bereits 87,55 Prozent ihres diesjährigen Finanzierungsprogramms in Höhe von 2,393 Billionen Pesos aus dem Gesamtziel von 2,733 Billionen Pesos in Anspruch genommen. Für das nächste Jahr strebt der Staat eine Verschuldung von 3,304 Billionen Pesos an, wovon 72 Prozent aus inländischen Quellen und 28 Prozent aus dem Ausland gedeckt werden sollen.