Wirtschaft: Metro Manila

Wirtschaftsexperten fordern Erleichterungen für globale Kompetenzzentren auf den Philippinen

Um mehr multinationale Investitionen anzuziehen und das Wachstum der Global Capability Centers (GCC) zu sichern, müssen die Philippinen die bürokratischen Hürden für Unternehmen senken. Dies ist laut Experten entscheidend, damit das Land über reine administrative Unterstützungsfunktionen hinauswachsen und hochspezialisierte regionale Operationen in Bereichen wie Ingenieurwesen oder Datenanalyse etablieren kann. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit wird als kritisch angesehen, um die Expansion dieser Zentren nachhaltig zu unterstützen.

Aerial view of Manila city
Symbolbild: Envato

Mariel Opto, Stadtleiterin für Manila bei The Executive Centre (TEC), erklärte in einem Interview mit dem BusinessMirror, dass das Ziel darin bestehen müsse, es internationalen Unternehmen so einfach wie möglich zu machen, ein regionales Kompetenzzentrum als Zentrum für Exzellenz am Standort zu gründen. Anstatt lediglich als Hub für administrative Aufgaben zu fungieren, sollten die Philippinen spezialisierte Teams für technische Dienstleistungen wie Ingenieurwesen oder Datenanalyse aufbauen. Damit das Land mit etablierten Geschäftszentren wie Singapur oder New York konkurrieren kann, müsse ein integriertes Geschäftsumfeld geschaffen werden, das den Aufbau anspruchsvoller Operationen beschleunigt.

Für multinationale Konzerne sei operative Flexibilität ein entscheidender Faktor. Unternehmen müssten in der Lage sein, den Markt zu testen, Teams aufzubauen und ihre Operationen zu erweitern, ohne sofort mit massiven Vorabkosten für Immobilien konfrontiert zu werden. Opto betonte jedoch, dass neben der Verfügbarkeit von Büroflächen umfassendere Reformen und Investitionen notwendig seien. Dazu gehören der Ausbau eines starken Talent-Ökosystems, die Modernisierung der technologischen Infrastruktur nach internationalen Standards sowie die Einführung branchengeführter Ausbildungsprogramme. Zudem müssten Universitäten besser ausgestattet werden, um Absolventen zu produzieren, die direkt einsatzbereit sind.

Ein zentraler Punkt sei die Qualifizierung der Arbeitskräfte, um deren Fähigkeiten mit künstlicher Intelligenz (KI) zu ergänzen. Gefragt seien Fachkräfte in den Bereichen Data Science, Cybersicherheit, Finanzanalyse und andere technische Disziplinen. Neben technischen Kompetenzen müssten auch soziale Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungskompetenz sowie fachübergreifende und interkulturelle Führung gestärkt werden. Laut Opto reichten niedrige Arbeitskosten und Englischkenntnisse allein nicht mehr aus, um im Wettbewerb mit anderen großen Zielorten für GCCs zu bestehen. Die Verfügbarkeit spezialisierter Talente beeinflusse zunehmend die Standortwahl für hochwertige Funktionen. Zudem seien eine zuverlässige digitale Anbindung, starke Cybersicherheit und ein stabiles regulatorisches Umfeld für die Planungssicherheit der Unternehmen unerlässlich.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten wie geopolitischen Spannungen, Inflation und hoher Zinssätze bleibt die Nachfrage nach Büroflächen stabil, da die Expansion der GCCs den Markt stützt. Marco de Padua, Senior Manager für gewerbliche Vermietung bei Leechiu Property Consultants (LPC), berichtete in seiner Präsentation mit dem Titel „The Million Square Meter Question“, dass die Bruttovermietungsnachfrage in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 bei 754.000 Quadratmetern lag. Als Maßstab für ein gesundes Geschäftsjahr gilt laut LPC eine jährliche Nachfrage von einer Million Quadratmetern.

Die Dynamik im dritten Quartal 2026 zeigte eine Erholung: Die Nachfrage nach Büroflächen stieg im Vergleich zum Vorquartal um 33 Prozent auf 276.000 Quadratmeter. Die Nettonachfrage belief sich auf 376.000 Quadratmeter, was bereits 83 Prozent der gesamten Nettonachfrage des Jahres 2025 entspricht. Bemerkenswert ist, dass 65 Prozent der Transaktionen mit einer Fläche von mindestens 1.000 Quadratmetern auf Erweiterungen zurückzuführen sind. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen trotz wirtschaftlicher Gegenwinde ihren Flächenbedarf vergrößern, um mit steigenden Mitarbeiterzahlen, erweiterten Dienstleistungen oder der Konsolidierung von Geschäftsfunktionen Schritt zu halten.