Kultur: Cebu

Vogue Philippines widmet der kreativen Szene von Cebu eine Sonderausgabe

In ihrer November-Ausgabe mit dem Titel „Passions“ rückt das Magazin Vogue Philippines die Insel Cebu in den Mittelpunkt. Die Ausgabe widmet sich den Menschen, Orten und kreativen Bestrebungen der Region und beleuchtet, wie Leidenschaft und Zielstrebigkeit die lokale Gemeinschaft prägen.

Child in Elaborate Feathered Costume at Festival
Symbolbild: Envato

Ein zentrales Element der Ausgabe ist eine Mode-Strecke, die von Karl King Aguña in Boljoon fotografiert wurde, insbesondere im Archdiocesan Shrine of Patrocinio de María Santísima. Im Mittelpunkt steht dabei Marjay Ramirez, deren Name eine Inspiration durch die Schutzpatronin findet. Sie trägt eine grafische Weste von King Rosales sowie eine Hose von Anthony Romoff. Vor 25 Jahren gewann Ramirez als erste Cebuana den Titel „Ford Supermodel of the World Philippines“ und vertrat die Philippinen damit bei den internationalen Finalen in Miami. Für Ramirez, die heute Mutter ist, hat die Rückkehr in die Modewelt eine besondere Bedeutung, da sie in diesem Shooting mit Designern zusammenarbeitet, mit denen sie bereits in ihrer Jugend tätig war. Sie betonte, dass es ihr viel bedeute, die Designer zu tragen, mit denen sie aufgewachsen ist. Die Strecke wurde von Neil De Guzman gestylt und präsentiert verschiedene Stimmen der Cebuano-Modeszene, darunter Jun Escario, Edwin Ao, Philip Tampus, Bree Esplanada und Sarah Tutor.

Neben der Mode bietet die Ausgabe Porträts verschiedener Akteure der Kreativszene. Der mit einem Tony Award ausgezeichnete Kostüm- und Bühnenbildner Clint Ramos reflektiert in einem Gespräch mit der Creative Director Audrey Carpio über seine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat Cebu. Er beschrieb die Verbindung zu seiner Heimat als etwas, das er auch über die Ozeane hinweg spürt, wenn er das Wasser berührt. Der Modedesigner Cary Santiago blickt auf vier Jahrzehnte Handwerkskunst zurück, eine Praxis, die für ihn mit Emotionen beginnt. Er betont die Notwendigkeit, junge Talente zu unterstützen, wofür er sich unter anderem im „Cebu Young Designer Competition“ engagiert.

Auch Literatur und gesellschaftliche Themen finden Raum. Donald „D“ Villamero von Lost Books berichtet über den Aufbau eines Raums für die Gemeinschaft und das Erzählen von Geschichten mit Fokus auf die Philippinen. Entgegen der Annahme, lokale Literatur finde kaum Leser, habe er durch die Eröffnung eine große Resonanz in der Gemeinschaft erfahren und sei ein Empfänger vieler Liebesbekundungen geworden. Die Redakteurin Larra Lasam thematisiert zudem in einem Gespräch mit Aylli Cortez die Schönheit, die in unvermeidbaren menschlichen Erfahrungen und Krisen liegen kann. Sie unterschied dabei zwischen vermeidbarem Leid und jenen Erfahrungen, die unvermeidlich Teil des Menschseins sind.

Zusätzlich werden die Marken Capricho und Catsua sowie die Arbeit des französischen Designers und Künstlers Francis Dravigny mit philippinischen Fasern vorgestellt. Ein weiterer Beitrag widmet sich der Sammlung der Familie Camacho mit Werken des philippinischstämmigen Künstlers Alfonso Ossorio, der eine zentrale Rolle in der abstrakten Expressionismus-Bewegung spielte. Ein Ausblick über Cebu hinaus bietet zudem ein Beitrag zu Louis Vuitton, der Keith Haring in der achten Edition der Artycapucines-Kollektion würdigt. Laut Chefredakteurin Trickie Lopa verbindet alle vorgestellten Persönlichkeiten die Bereitschaft, Zeit, Energie und Vorstellungskraft in Dinge zu investieren, die sie tief bewegen. Clint Ramos gab der Redaktion als abschließenden Rat mit, man solle dorthin gehen, wo die Liebe sei, um seine Leute zu finden.