Schutz für Schweinezüchter: Forderung nach neuem Agrarrahmen auf den Philippinen
EditDie philippinische Agrarwirtschaft steht vor einem schwierigen Dilemma zwischen der Kontrolle der Lebensmittelinflation und dem Erhalt der heimischen Produktion. Während die Senkung von Importzöllen auf Schweinefleisch dazu gedacht war, die Verbraucherpreise zu stabilisieren, führt die unkontrollierte Einfuhr von billigen, gefrorenen Fleischstücken zu einem Überangebot auf den Märkten. Dies untergräbt die Existenzgrundlage sowohl kommerzieller Produzenten als auch kleinerer Viehzüchter.
Die Erzeugerpreise für Schweine sind drastisch gesunken, was die Gewinnmargen der lokalen Züchter weiter schmälert. Diese sehen sich bereits mit ASF konfrontiert. Experten warnen davor, dass ein Zusammenbruch der Kleinbauern die langfristige Ernährungssouveränität des Landes gefährdet, da die Nation dadurch vollständig von volatilen globalen Märkten abhängig würde.
Um dieses Problem zu lösen, wird die Regierung unter Präsident Marcos aufgefordert, einen kalibrierten Agrarrahmen zu implementieren. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung dynamischer, saisonaler Zollstrukturen. Anstatt dauerhaft niedriger Zölle sollten diese automatisch steigen, wenn sich die heimischen Bestände erholen, und nur bei tatsächlichen Engpässen unter strengen zeitlichen Auflagen gesenkt werden.
Zudem sollen die Einnahmen aus den Importzöllen gezielt in die heimische Infrastruktur reinvestiert werden. Dies umfasst den Zugang zu Krediten für Futtermittel, den Ausbau der Kühlketten-Logistik sowie die beschleunigte Verteilung von ASF-Impfstoffen. Eine bessere Kühlketten-Infrastruktur würde es kleinen Betrieben ermöglichen, Fleisch effizient zu lagern und Panikverkäufe bei Überangebot zu vermeiden.
Ein weiterer Ansatz ist die Marktsegmentierung. Während Importe vor allem industrielle Verarbeiter bedienen, bevorzugen philippinische Verbraucher frisches Fleisch. Durch strengere Kennzeichnungspflichten und die Einhaltung von Kühlstandards soll verhindert werden, dass aufgetautes Importfleisch fälschlicherweise als frische lokale Ware verkauft wird. Zudem wird die Einrichtung eines Rates zur Lieferprognose vorgeschlagen, der gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium Echtzeitdaten über Tierbestände und Nachfrage austauscht.






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