Wirtschaft: Metro Manila

Präsident Marcos mahnt zur Ruhe angesichts sinkendem Peso-Wertes

Am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, schloss der Peso bei einem Kurs von 64,025 gegenüber dem US-Dollar, was eine leichte Erholung gegenüber dem Vortagswert von 64,17 darstellte. Dennoch sank die Währung im weiteren Handelsverlauf am Donnerstag zeitweise auf ein Tief von 64,18 pro Dollar, nachdem sie zuvor die Marke von 64 Pesos pro Dollar unterschritten hatte.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
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Präsident Ferdinand Marcos Jr. rief die Bevölkerung dazu auf, nicht in Panik zu geraten, und erklärte während der Feierlichkeiten zur National Correctional Consciousness Week in der New Bilibid Prison Reservation in Muntinlupa City, dass die Regierung über ausreichende Mittel verfüge, um den Peso zu verteidigen. Marcos betonte, dass man alle notwendigen Instrumente und Mittel besitze, um den Wert der Währung zu stützen und einen weiteren Verfall, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, zu verhindern. Die wirtschaftlichen Entscheidungsträger des Landes setzen laut dem Präsidenten alles daran, die Abwertung einzudämmen.

Marcos führte die Schwäche des Peso unter anderem auf die steigenden globalen Ölpreise, die daraus resultierenden höheren Kraftstoffkosten sowie die allgemeine Stärke des US-Dollars zurück. Der Präsident versicherte, dass die Devisenreserven des Landes gesund seien und als Grundlage für Verteidigungsmaßnahmen genutzt werden könnten. Er betonte jedoch auch, dass die aktuelle Inflation primär auf die Angebotsseite zurückzuführen sei, weshalb rein geldpolitische Maßnahmen nur begrenzt wirksam seien. Während die Regierung keinen Einfluss auf die internationalen Ölpreise habe, werde man alles tun, um die Lebensmittelpreise zu senken. Er gab dabei an, dass die Regierung bei den Nahrungsmittelkosten handlungsfähig sei, im Gegensatz zum Ölmarkt.

Die Organisation IBON kritisiert diese Einschätzung scharf. Exekutivdirektor Sonny Africa widersprach der Darstellung des Präsidenten und argumentierte, dass die Schwäche des Peso ein Symptom tieferliegender struktureller Probleme der philippinischen Wirtschaft sei und nicht nur auf externe Faktoren zurückzuführen sei. Laut Africa benötige das Land immer mehr Dollar für Importe, da die heimische Produktion, insbesondere in der Landwirtschaft sowie bei Industriegütern und Kapitalgütern, nicht ausreiche, um den Bedarf zu decken oder genügend Exporte zu generieren. IBON verwies auf eine hohe Abhängigkeit von Agrarimporten, die jährlich schätzungsweise über 20 Milliarden US-Dollar (etwa 1,28 Billionen Peso) betragen, während die Agrarexporte lediglich bei etwa 9,3 Milliarden US-Dollar (595 Milliarden Peso) liegen. Africa kritisierte zudem die Agrarpolitik der Regierung und wies auf eine Reduzierung der geplanten Budgetzuweisungen für diesen Sektor im nächsten Jahr hin. Er bezeichnete die Vernachlässigung der heimischen Landwirtschaft und Industrie als eigentliche Ursache statt kurzfristiger Faktoren wie etwa geopolitischer Spannungen.

Africa warnte zudem vor steigenden Lebenshaltungskosten und prognostizierte, dass sich die Inflation und die Lebensmittelpreise bis zum Weihnachtsfest und ins neue Jahr hinein verschlechtern könnten. Er entgegnete der Aufforderung des Präsidenten zur Ruhe, dass die Filipinos durchaus Grund zur Besorgnis hätten.