Hürden für erneuerbare Energien: Experten fordern besseren Netzausbau und Finanzierung
EditDer Übergang zu sauberer Energie stellt Unternehmen auf den Philippinen vor erhebliche Herausforderungen. Während das Interesse an erneuerbaren Energien wächst, behindern laut Branchenexperten vor allem fehlende Finanzierungsmöglichkeiten, ein unzureichendes Stromnetz und komplizierte Stromverträge den Prozess.
Diese Einschätzungen wurden am ersten Tag der 4. Philippine Renewable Energy Conference & Exhibition (PRECE) im City of Dreams Manila während einer Podiumsdiskussion deutlich. Carlo Alcano, Präsident der Murang Kuryente Coalition, bezeichnete die Finanzierung als das Hauptproblem des Landes. Viele Unternehmen könnten sich die Installation eigener Solaranlagen nicht leisten, zudem scheitern sie bei der Suche nach externer Finanzierung oft an den strengen Bonitätsprüfungen der Kreditgeber.
Ruth Yu-Owen, Präsidentin und CEO von Upgrade Energy Philippines, bestätigte die Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten für Solarprojekte. Als Lösung schlug sie ein Modell vor, das sich am nachhaltigen Energiefonds der International Finance Corporation orientiert. Dort wurden potenzielle Kreditausfälle bei der Finanzierung von Dach-Solaranlagen zu 50 Prozent durch den Fonds abgedeckt, was das Risiko für Banken senkte und die Kreditvergabe förderte. Zudem regte Yu-Owen ein Modell an, bei dem Verteilungsunternehmen oder seriöse Solaranbieter die Dachanlagen installieren und warten, während die Kunden die Kosten bequem über ihre monatlichen Stromrechnungen begleichen könnten, um hohe Vorabinvestitionen zu vermeiden.
Neben der Finanzierung stellt der Zustand der Infrastruktur ein massives Hindernis dar. Thijs Sablerolle, Leiter der Geschäftsentwicklung für die Philippinen und Indonesien bei TotalEnergies, betonte die Notwendigkeit, das Übertragungsnetz auszubauen und zu verbessern. Nur so könne die erneuerbare Energie dorthin geleitet werden, wo sie benötigt wird. Zudem forderte er standardisierte Vertragsbestimmungen, um Verbraucher zu schützen und Risiken zwischen Lieferanten und Käufern fair zu verteilen. Er wies darauf hin, dass insbesondere kleinere Unternehmen oft nicht über das nötige Fachwissen verfügen, um komplexe Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) zu verstehen. Langfristige Festpreisverträge könnten laut Sablerolle die Stromkosten senken, da sie Entwicklern Planungssicherheit für ihre Investitionen bieten und Verbindlichkeit schaffen.
Auch die rechtliche Gestaltung der Verträge wurde thematisiert. Lilibeth Grace Vetus, Senior Legal Manager beim IEMOP, wies darauf hin, dass Verträge die Verantwortlichkeiten der Parteien klar definieren müssen, insbesondere um die Kostenverteilung bei unvorhersehbaren Ereignissen festzulegen. Es müsse eindeutig geregelt sein, wer im Falle unvorhergesehener Vorfälle die anfallenden Kosten trägt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Bedeutung von Batteriespeichersystemen (BESS). Anstatt sich allein auf den Ausbau der Erzeugungskapazität zu konzentrieren, etwa durch die geplanten 25 GW zusätzlichen Kapazitäten durch Green Energy Auctions, sollten Investitionen verstärkt in die Speicherung fließen. Sablerolle merkte an, dass Speicher die Abhängigkeit von teuren Energieimporten verringern und die Strompreise stabilisieren könnten, da sie Schwankungen bei Wind- und Solarenergie ausgleichen und die Anfälligkeit gegenüber globalen Preisschocks bei Brennstoffen senken. Er stellte zudem infrage, ob ein Ausbau um 25 GW angesichts der derzeitigen installierten Kapazität von etwa 50 GW angemessen sei, und mahnte, dass Auktionen nur dann sinnvoll sind, wenn Projekte wettbewerbsfähig bepreist und termingerecht abgeschlossen werden.
Um die Umsetzung zu erleichtern, forderte Alcano vereinfachte Akkreditierungsanforderungen und eine bessere Ausbildung für Solarteure, um minderwertige Ausrüstung und unqualifizierte Fachkräfte zu vermeiden. Er sprach sich zudem für den vorgeschlagenen Sariling Kuryente Act aus, der die Anforderungen für Erneuerbare-Energien-Systeme vereinfachen soll, sofern diese den Strom nur für den Eigenbedarf auf dem Grundstück erzeugen und nicht in das öffentliche Netz einspeisen.






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