Wirtschaft: Metro Manila

Arbeitslosigkeit auf den Philippinen steigt im September deutlich an

Die Zahl der Arbeitslosen auf den Philippinen ist im September deutlich gestiegen. Laut Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) stieg die Arbeitslosenquote auf 5,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag dieser Wert noch bei 3,8 Prozent, während er im August bei 5,3 Prozent lag. Insgesamt waren im September 2,86 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, verglichen mit 2,77 Millionen im August und 1,96 Millionen im Vorjahresmonat. Der Durchschnittswert für den Zeitraum von Januar bis September lag bei 5,2 Prozent und damit über dem Regierungsziel von 4 bis 5 Prozent für das gesamte Jahr.

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Quelle: PIA

Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit steht im Zusammenhang mit einem starken Wachstum der Erwerbsbevölkerung. Die Zahl der Arbeitskräfte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,63 Millionen auf insgesamt 53,19 Millionen Menschen. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm jedoch nur um 721.000 auf 50,32 Millionen zu, was zu einem Nettoanstieg der Arbeitslosen um 909.000 Personen führte. Besonders betroffen ist die junge Generation: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen wuchs die Erwerbsbevölkerung um fast 988.000 Personen, während in dieser Gruppe lediglich 606.000 neue Stellen geschaffen werden konnten.

Die Entwicklung der Beschäftigung zeigt sich in den verschiedenen Wirtschaftszweigen sehr ungleichmäßig. Während der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit 834.000 neuen Stellen den größten Zuwachs verzeichnete, verzeichnete das Baugewerbe den massivsten Rückgang. Dort verloren im Jahresvergleich 271.000 Arbeitskräfte ihre Anstellung; im Vergleich zum Vormonat September sank die Beschäftigung im Baugewerbe sogar um 416.000 Personen, wobei allein der Bereich des Hochbaus 329.000 dieser monatlichen Verluste ausmachte. Weitere Verluste gab es in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung (-163.000), im Informations- und Kommunikationssektor (-105.000), im Groß- und Einzelhandel inklusive der Reparatur von Kraftfahrzeugen (-101.000) sowie bei wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten (-85.000). Demgegenüber standen Zuwächse in den Bereichen Transport und Lagerung (+254.000), andere Dienstleistungen (+174.000), Landwirtschaft und Forstwirtschaft (+139.000) sowie in der öffentlichen Verwaltung und Verteidigung, einschließlich der obligatorischen Sozialversicherung, (+117.000).

Ökonomen sehen die Ursachen für diese Diskrepanz in strukturellen und zyklischen Faktoren. Marco C. Agonia von der University of Asia and the Pacific erklärte, dass die junge Bevölkerung für den stetigen Zustrom neuer Arbeitskräfte verantwortlich sei, die Wirtschaft jedoch aufgrund makroökonomischer Gegenwinde langsamer wachse als üblich und somit nicht genügend Stellen schaffe. Ser Percival K. Peña-Reyes von der Ateneo de Manila University ergänzte, dass die Zahlen auf eine ungleiche Verteilung der Beschäftigungsmöglichkeiten hindeuten. Er betonte, dass das Wirtschaftswachstum nicht in ausreichend breit gefächerte Beschäftigungsmöglichkeiten müsse. Er warnte zudem, dass die Schwäche im Baugewerbe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal belasten könnte, falls die Regierung die Infrastrukturausgaben nicht beschleunigt und Engpässe bei der Projektumsetzung behebt. Er verwies dabei auf die bereits im zweiten Quartal 2026 zu beobachtete Kontraktion des Bausektors, die maßgeblich durch einen Rückgang der staatlichen Bauaktivitäten um 32,4 Prozent verursacht wurde.

Der Rückgang im Baugewerbe wird unter anderem auf Verzögerungen bei öffentlichen Infrastrukturprojekten, eine geringere Nachfrage von Immobilienentwicklern und Störungen durch starke Monsunregen im September zurückgeführt. Agonia nannte zudem Engpässe bei der Grundstücksakquisition und im Beschaffungswesen sowie eine strengere Prüfung staatlicher Ausgaben als Gründe für die langsame Umsetzung von Projekten. Er wies darauf hin, dass der Rückgang der Bauausgaben aufgrund ihrer Multiplikatoreffekte das BIP-Wachstum im dritten Quartal gedämpft haben könnte. Der nationale Statistiker Claire Dennis S. Mapa führte den Rückgang zudem auf die geringeren öffentlichen Bautätigkeiten und die höheren Preise für Baumaterialien zurück, die bei Reparaturen und Instandhaltungen von Wohngebäuden um 5,5 Prozent gestiegen sind.