Sicherheit: Cotabato, South Cotabato

Vorwürfe gegen Militär nach Tötung eines Ex-NPA-Kämpfers in South Cotabato

Am 30. Oktober kam es in der Gemeinde Polomolok in der Provinz South Cotabato zu einem tödlichen Einsatz von Militär- und Polizeikräften, bei dem der 60-jährige Noel Pamaong, auch bekannt als „Ka Lauro“ oder „Ka Julio“, getötet wurde.

Police, hand and gun with a law enforcement officer standing outdoor in the city while on patrol clYuriArcursPeopleimages
Symbolbild: Envato

Pamaong war aufgrund schwerer gesundheitlicher Probleme bereits im Jahr 2024 aus seiner Einheit der New People’s Army (NPA) ausgeschieden. Er litt unter Bluthochdruck, akuten Geschwüren, Rheuma, chronischen Nierenerkrankungen und Diabetes und befand sich auf medizinischer Auszeit. Laut der Organisation National Democratic Front-Far South Mindanao Region (NDF-FSMR) war er unbewaffnet, als er auf dem Weg zu einem Verwandten war.

Die NDF-FSMR widerspricht den Berichten des Militärs, wonach vor Ort eine .45-Kaliber-Pistole und eine Handgranate sichergestellt wurden, und wirft den Einsatzkräften vor, diese Waffen manipuliert zu haben, um den Einsatz zu rechtfertigen. Zudem bestritt die Organisation, dass Pamaong Widerstand geleistet oder sich in ein Gefecht mit den Regierungskräften verwickelt habe.

Das Militär hingegen bezeichnete Pamaong als mutmaßliches Oberhaupt des Regional Instructors Bureau der NPA und gab an, dass die Operation im Barangay Silway 8 gegen 20:30 Uhr eine gemeinsame Maßnahme der 1. und 603. mechanisierten Infanteriebrigade sowie des Polizeipräsidiums von South Cotabato gewesen sei. Ziel des Einsatzes war die Vollstreckung eines Haftbefehls aus dem Juli 2023 wegen mehrfacher versuchter Tötungsdelikte.

Der Haftbefehl war am 6. Juli 2023 vom Regional Trial Court Branch 26 in Surallah, South Cotabato, erlassen worden und sah eine Kaution von 120.000 Pesos vor. Brigadegeneral Edgar Catu, Kommandeur der 6. Infanteriedivision und der Joint Task Force Central mit Sitz im Camp General Gonzalo Siongco in Maguindanao del Norte, lobte die Koordination der Einheiten und die Unterstützung durch die lokale Bevölkerung bei Sicherheitsinitiativen.

Bei dem Vorfall wurde zudem ein Begleiter von Pamaong, der Zivilist Laurence Porras (alias „Biboy“), verletzt und befindet sich Berichten zufolge in einem kritischen Zustand. Porras fungierte bei der Fahrt als Fahrer von Pamaong.

Die NDF-FSMR fordert eine unparteiische Untersuchung und weist darauf hin, dass die Tötung eines kampfunfähigen Mannes gegen das humanitäre Völkerrecht, insbesondere gegen die Genfer Konventionen, verstoße. Die Organisation verwies dabei auf den gemeinsamen Artikel 3 der Genfer Konventionen von 1949, der vorschreibt, dass Personen, die nicht aktiv an Feindseligkeiten teilnehmen, menschlich behandelt werden müssen.