Vom Musiker zum Surfbrett-Hersteller: Jay-Ar Domantays Weg mit Electric Century Surfboards
EditJay-Ar Domantay hat eine ungewöhnliche berufliche Laufbahn vollzogen: Der ehemalige professionelle Musiker hat sich zu einem führenden Hersteller von Surfbrettern auf den Philippinen entwickelt. Sein Unternehmen, Electric Century Surfboards mit Sitz in Muntinlupa, ist heute ein etabliertes Produktionsunternehmen mit einem Team von etwa zehn Mitarbeitern und einem eigenen Showroom. Der Name seines Unternehmens ist eine Hommage an seinen verstorbenen Vater, der bei Meralco tätig war, und zeigt die Unterstützung, die Domantay schließlich für seinen neuen Weg erhielt.
Domantays Weg begann nicht im Handwerk, sondern in der Musik und Informatik. Er studierte ursprünglich Informatik an der De La Salle University-Dasmariñas, hegte jedoch ursprünglich den Wunsch, am Konservatorium der University of Santo Tomas Musik zu studieren. Nach vier Jahren im Studium entschied er sich, die akademische Laufbahn abzubrechen, um sich ganz der Musik zu widmen. Diese Entscheidung überraschte seine Familie, insbesondere seinen Vater. Er arbeitete daraufhin als Musiker bei der Gruppe Kultura, trat bei verschiedenen Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen auf und gab Unterricht in Gitarre und Bass, um sein Einkommen aufzubessern. Mehrere Jahre lang war die Musik seine Lebensgrundlage.
Die Wende kam im Jahr 2008 durch einen Aufenthalt in La Union. Auf Einladung von Freunden, darunter sein bester Freund Jon dela Cruz, dem Inhaber von Elegee Custom Guitars, probierte Domantay das Surfen aus und entwickelte eine Leidenschaft für den Sport. Während seiner Reisen zu verschiedenen Surfspots auf den Philippinen bemerkte er jedoch ein massives Problem: Hochwertige Surfbretter waren für junge philippinische Surfer oft unerschwinglich. Er sah Kinder in Surf-Gemeinschaften, die improvisierte Ausrüstung aus Kühlboxdeckeln oder sogar Bananenbaumstämmen nutzten, weil sie sich keine ordentlichen Bretter leisten konnten. Ein besonders prägendes Erlebnis war die Begegnung mit einem weinenden Kind, dessen Surfbrett zerbrochen war und für das es keine Reparaturmöglichkeit gab.
Getrieben von diesem Erlebnis begann Domantay, sich autodidaktisch in die Herstellung von Surfbrettern einzuarbeiten. Er experimentierte mit lokal bezogenen Materialien, bis sein DIY-Ansatz zu einem geschäftlichen Erfolg wurde. Um seine Techniken zu professionalisieren, suchte er Mentoren und absolvierte schließlich eine spezialisierte Ausbildung in den USA. Nachdem die Aufmerksamkeit eines amerikanischen Herstellers auf seine Arbeit gelenkt worden war, konnte er in Surfen-Zentren wie San Diego und Huntington Beach fundierte Kenntnisse über moderne Maschinen, Materialien wie Glasfaser und Carbon sowie professionelle Qualitätskontrollen erwerben. Diese Erfahrungen wendete er später direkt bei seiner Produktion auf den Philippinen an.
Electric Century Surfboards hat sich seitdem von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem vollwertigen Unternehmen entwickelt. Heute produziert Domantay Bretter aus verschiedenen Materialien, die sowohl lokal als auch aus dem Ausland bezogen werden. Seine Produkte haben bereits internationale Anerkennung gefunden: Im Jahr 2018 nutzten Mitglieder des philippinischen Nationalteams, die in Vietnam Goldmedaillen gewannen, seine Surfbretter. Zudem beliefert seine Marke Surfer in den USA, Hongkong und Japan. Neben der Produktion engagiert sich Domantay auch in der Ausbildung und Mentorenschaft für angehende Handwerker im Surfbrettbau, um sein Wissen weiterzugeben. Sein unternehmerischer Weg war geprägt von der ständigen Notwendigkeit, technische Fähigkeiten zu verbessern, in Maschinen zu investieren und über die reine Handwerkskunst hinaus geschäftliche Entscheidungen zu treffen.






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