Gesellschaft: Landesweit

Studie kritisiert Fokus der Ernährungssicherung auf Landwirtschaft

Die staatlichen Investitionen zur Sicherung der Ernährung auf den Philippinen konzentrieren sich massiv auf die landwirtschaftliche Entwicklung, während die Koordination zwischen den Behörden mangelhaft bleibt. Eine Untersuchung des Philippine Institute for Development Studies (PIDS) zeigt, dass es aufgrund fragmentierter Programme schwierig ist, zu beurteilen, ob die öffentlichen Ausgaben tatsächlich zu einem besseren Zugang zu erschwinglichen und nahrhaften Lebensmitteln führen.

Colorful Fresh Vegetables at Local Farmer's MarketSvetlana_Lazhko
Symbolbild: Envato

Die Studie mit dem Titel „Food Security Sectoral Analysis: Strengthening Access to Safe and Nutritious Food for Every Filipino“ untersuchte die Ausgabenmuster zwischen 2015 und 2025 sowie den nationalen Haushalt für 2026. Laut den PIDS-Experten Roehlano Briones und Agnes Kristine Quilinguing stiegen die Mittel für die landwirtschaftliche Entwicklung von 89 Milliarden Pesos im Jahr 2015 auf 278 Milliarden Pesos im Jahr 2026 an, was einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von etwa 11 Prozent entspricht. Im Jahr 2026 machen landwirtschaftliche Maßnahmen rund 3,4 Prozent des nationalen Haushalts aus, was einem Betrag von 231,5 Milliarden Pesos entspricht.

Im Gegensatz dazu erhielten soziale Schutzprogramme im Zusammenhang mit der Ernährungssicherung 68,9 Milliarden Pesos, was etwa 1,01 Prozent des Gesamthaushalts entspricht. Zu diesen Programmen zählen unter anderem Initiativen zur landwirtschaftlichen Entwicklung, ergänzende Ernährungsprogramme sowie Maßnahmen zur Bekämpfung des Hungers in Schulen. Besonders das schulbasierte Ernährungsprogramm verzeichnete ein starkes Wachstum und verdoppelte seine Mittel im Jahr 2026 auf 25,7 Milliarden Pesos, womit es mehr als die Hälfte der Zuweisungen für soziale Schutzprogramme beansprucht.

Die Forscher weisen darauf hin, dass Ernährungssicherheit über die reine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion hinausgehen muss. Erforderlich seien Ansätze, die auch die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln und die Nährstoffversorgung adressieren. Briones betonte, dass die Ausgaben durch politische Maßnahmen ergänzt werden müssen, welche die Produktivität steigern, das Einkommen der Landwirte sichern und Lebensmittel erschwinglich halten. Zudem müsse ein Gleichgewicht zwischen heimischer Produktion und notwendigen Importen gewahrt werden.

Ein wesentliches Hindernis für die Wirksamkeit der Maßnahmen ist die ungleichmäßige Umsetzung der Budgets. Während das Department of Social Welfare and Development (DSWD) im Jahr 2024 rund 88,1 Prozent seiner Mittel ausschöpfte, lag die Quote beim Department of Agriculture (DA) lediglich bei 62,5 Prozent. Auch das Department of Agrarian Reform (DAR) mit 64,1 Prozent und der National Nutrition Council (NNC) mit 61 Prozent zeigten deutlich geringere Ausschöpfungsraten.

Quilinguing empfahl, die beteiligten Behörden und lokalen Verwaltungseinheiten systematisch zu erfassen und ein einheitliches Rahmenwerk für die Ergebnisse im Rahmen des nationalen Ausgabenprogramms für 2028 zu entwickeln. Enrique Dela Cruz vom DA mahnte unterdessen an, dass reine Ausgabenfiguren nicht ausreichen, um den Erfolg zu messen. Er plädierte dafür, Investitionen stärker auf nährstoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Fisch auszurichten, statt sich primär auf die Reisproduktion und die reine Kalorienverfügbarkeit zu konzentrieren.