Oberster Gerichtshof stellt klar: Gesetz schützt auch männliche Opfer sexueller Gewalt
EditEin minderjähriger Junge wurde am 7. September 2018 von seiner Tante väterlicherseits missbraucht. Die Tat kam ans Licht, nachdem ein Verwandter den Jungen auf eine Diskussion in einer Chatgruppe angesprochen hatte, woraufhin das Kind den Missbrauch offenbarte. Medizinische und psychologische Untersuchungen stellten bei dem Jungen eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) fest, die eine intensive Psychotherapie erforderlich machte.
Die Angeklagte wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, das Kind habe sich zunächst nicht gewehrt. Zudem behauptete sie, die Anschuldigungen seien Teil eines Familienstreits um das Sorgerecht. Das Regionalgericht in Manila wies diese Verteidigungsstrategie jedoch zurück und sprach die Tante wegen unzüchtiger Handlungen gemäß dem Gesetz zum besonderen Schutz von Kindern vor Missbrauch, Ausbeutung und Diskriminierung (Republic Act 7610) schuldig. Nachdem das Berufungsgericht die Verurteilung am 30. August 2024 bestätigt hatte, bestätigte nun der Oberste Gerichtshof das Urteil.
Der Oberste Gerichtshof der Philippinen hat in seinem Urteil, das von Senior Associate Justice Marvic M.V.F. Leonen verfasst wurde, festgestellt, dass sexuelle Gewalt unabhängig vom Geschlecht des Opfers gleichermaßen verheerende Auswirkungen haben kann. Raubtierhaftes Verhalten dürfe nicht minimiert werden, nur weil das Opfer männlich ist. Die Täterin wurde zu einer Freiheitsstrafe zwischen neun und 16 Jahren verurteilt. Zudem wurde die Zahlung von 250.000 Pesos als zivilrechtliche Entschädigung und für moralischen Schaden angeordnet.
Mit dieser Entscheidung schuf das Gericht einen Präzedenzfall, der festlegt, dass das Gesetz Traumata bei männlichen Opfern nicht länger ignoriert. Der Oberste Gerichtshof bestätigte damit, dass Männer sowie Personen aller Geschlechtsidentitäten durch das Gesetz als Opfer sexueller Gewalt geschützt sind.





Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!