Marinduque: Politische Kontroverse um Marcopper-Entschädigung und Umweltfragen
EditEin politischer Konflikt ist in der Provinz Marinduque zwischen der ehemaligen Vizegouverneurin Adeline M. Angeles und dem amtierenden Gouverneur Melecio "Mel" Go entbrannt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die Verwaltung einer 100-Millionen-Dollar-Entschädigung im Zusammenhang mit dem Marcopper-Umweltfall, eine weitere Forderung in Höhe von 11 Milliarden Pesos gegen das Bergbauunternehmen sowie die Beendigung der Dienste einer Rechtsanwaltskanzlei.
Der Konflikt eskalierte, nachdem Gouverneur Go am 4. November strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Beschwerden beim Ombudsmann eingereicht hatte. Diese richten sich gegen Angeles sowie acht aktuelle Mitglieder des Provinzrates wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei der Vereinbarung der Rechtsdienstleistungen. Go begründet diese Schritte mit der Forderung nach Rechenschaftspflicht und dem Schutz öffentlicher Gelder, die für Sanierungsmaßnahmen und das Gemeinwohl vorgesehen sind. Bisher wurden durch diese Anschuldigungen keine Fehlverhaltensweisen festgestellt; die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Untersuchungen.
Angeles äußerte sich in einer etwa 51-minütigen Facebook-Live-Übertragung kritisch zu den Maßnahmen der aktuellen Regierung. Sie verteidigte insbesondere die Vereinbarung über eine Erfolgsprovision von 25 Prozent zugunsten der Kanzlei Salazar Enrile Defensor & De Mata Law Offices (SedaLAW). Laut Angeles wurde diese Regelung bereits von drei aufeinanderfolgenden Verwaltungen des Provinzrates (Sangguniang Panlalawigan) geprüft und bestätigt: Der 15. Provinzrat habe die Eckpunkte für die Anstellung der Rechtsberatung festgelegt, der 16. Provinzrat unter ihrem Vorsitz habe den Vertrag ratifiziert und der 17. Provinzrat habe ihn erneut bekräftigt. Zudem verwies sie auf ein Urteil des Berufungsgerichts (Court of Appeals), welches die Gebührenregelung als angemessen, rechtsgültig und bindend einstufte. Die aktuelle Provinzverwaltung hat die umstrittene Gebührenregelung jedoch vor dem Obersten Gerichtshof (Supreme Court) angefochten.
Neben der Gebührenfrage kritisiert Angeles das Vorgehen der Provinzverwaltung bei den Umweltverpflichtungen von Marcopper. Sie betonte, dass die Einigung mit der Barrick Mining Corporation die Firma nicht von ihren ökologischen Verantwortlichkeiten entbinde. Sie warf Go vor, durch bestimmte Stellungnahmen gegenüber dem Umweltministerium (Department of Environment and Natural Resources, DENR) Verzögerungen bei der Kommunikation über notwendige Sanierungsmaßnahmen verursacht zu haben. Zudem hinterfragte sie die Kündigung von SedaLAW, da die Kanzlei auch die Klage über die 11 Milliarden Pesos gegen Marcopper Mining Corporation führe. Angeles stellte die Frage, wer nun die Provinz in diesem Fall vertreten werde und welche Maßnahmen zur Verfolgung dieser Forderung ergriffen werden. Der aktuelle Status des 11-Milliarden-Pesos-Verfahrens konnte durch Gerichtsunterlagen oder offizielle Statements der Provinzverwaltung bislang nicht unabhängig bestätigt werden.
Angeles forderte die Einberufung eines Aufsichtskomitees für Sanierung und Wiederherstellung (Rehabilitation and Remediation Oversight Committee), um einen langfristigen, wissenschaftlich fundierten Sanierungsplan zu entwickeln. Sie fragte zudem, welche Schritte die Provinz unternimmt, um Marcopper zur Einhaltung der verbleibenden Umweltauflagen zu zwingen. Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Verwendung der Entschädigungsgelder. Angeles stellte die Absicht von Korrespondenzen infrage, die Go an Barrick Mining Corporation und JPMorgan gerichtet haben soll, und deutete an, dass diese den Transfer der Gelder behindern könnten. Die Provinzregierung hält dagegen, dass sie der rechtmäßigen Auszahlung der Mittel nicht entgegenstehe, jedoch Sicherungsmaßnahmen für deren Verwahrung, Nutzung und Zuweisung fordere. Angeles sieht in den Beschwerden gegen sie und die Ratsmitglieder auch einen Versuch, Umweltaktivisten einzuschüchtern, und kündigte an, sich den Vorwürfen im rechtlichen Rahmen zu stellen und weiterhin für die Umweltgerechtigkeit der betroffenen Gemeinschaften einzutreten. Eine spezifische Antwort des Gouverneurs auf die Fragen aus der Facebook-Live-Übertragung steht noch aus.





Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!