Gesellschaft: Landesweit

Kolumnist warnt vor Burnout-Gefahr durch ständige Erreichbarkeit

In einer Gesellschaft, die Produktivität oft als Maßstab für Erfolg wertet, mahnt der Kolumnist Karlo Paolo R. Pates dazu, den Wert von Ruhephasen neu zu bewerten. In seinem aktuellen Beitrag für die SunStar Philippines reflektiert er über die Schwierigkeit, klare Grenzen zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen, und warnt vor den schleichenden Folgen ständiger Überarbeitung.

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Symbolbild: Envato

Viele Arbeitnehmende auf den Philippinen sind in einem Kreislauf aus Erwartungsdruck und täglichen Verpflichtungen gefangen, unabhängig davon, ob sie im öffentlichen Dienst, in der Privatwirtschaft oder in der Selbstständigkeit tätig sind. Oft wird das Gefühl vermittelt, dass Erholung erst nach Abschluss aller Aufgaben verdient sei. Doch Pates betont, dass die Arbeit selten endet und es immer neue Fristen, Meetings oder Verpflichtungen geben wird, was das Warten auf eine „ruhige Zeit“ zur Sackgasse macht. Für viele Filipinos ist der Druck besonders hoch, da ein stetiges Einkommen notwendig ist, um die Familie zu unterstützen, Rechnungen zu bezahlen und für Angehörige zu sorgen. In diesem Kontext kann sich Ruhe oft wie ein Luxus anfühlen.

Ein besonderes Risiko sieht Pates im schleichenden Prozess des Burnouts. Dieser äußere Anschein von Produktivität kann täuschen, während die Betroffenen innerlich bereits erschöpft sind. Zu den frühen Warnzeichen gehören chronische Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf, Reizbarkeit bei Kleinigkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten sowie der Verlust der Begeisterung für frühere Interessen. Oft werden diese Anzeichen erst erkannt, wenn Körper und Geist bereits massiv um eine Pause bitten, da man sich oft selbst davon überzeugt, dass das Durchhalten die einzig verantwortungsbewusste Option sei.

Neben der Eigenverantwortung der Arbeitnehmenden sieht der Kolumnist auch die Institutionen und Arbeitgeber in der Pflicht. Diese sollten angemessene Arbeitsbelastungen sicherstellen, die Freizeit der Angestellten respektieren, die Nutzung von Urlaubstagen bzw. Leave Credits fördern und ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen. In manchen Betrieben gilt eine ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten als ungeschriebene Erwartung. Engagement sollte nicht bedeuten, die eigene Gesundheit, Beziehungen oder das Privatleben zu vernachlässigen.

Um die eigene Gesundheit und das Privatleben zu schützen, rät Pates zu bewussteren Entscheidungen im Zeitmanagement, dem Setzen realistischer Erwartungen und der Fähigkeit, sich bewusst von der Arbeit abzugrenzen. Er empfiehlt, bewusster mit der Zeit umzugehen, Pausen einzulegen, die Zeit mit der Familie zu schützen und zu lernen, wann man abschalten muss. Pates selbst gibt zu, dass er noch dabei lernt, dieses Gleichgewicht zu finden, um seine Einsatzbereitschaft langfristig aufrechterhalten zu können, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Er plädiert dafür, dass Ruhe kein Privileg oder eine Belohnung für vollbrachte Arbeit sein sollte, sondern ein integraler Bestandteil eines nachhaltigen Lebensstils. Der Wert eines Menschen dürfe nicht allein von seiner Produktivität abhängen, da man mehr sei als nur seine Jobtitel und Leistungen.