Gesellschaft: Metro Manila

Ganzheitlicher Ansatz: Wie Umfeld und Familie die Gesundheit von Kindern prägen

Die Gesundheit von Kindern wird durch weit mehr als nur Gene und Ernährung bestimmt. Faktoren wie Ernährung und Stress während der Schwangerschaft oder der Kindheit können gesundheitliche Risiken im späteren Leben mitgestalten, auch wenn diese frühen Einflüsse die Zukunft eines Kindes nicht zwangsläufig festlegen.

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Symbolbild: Envato

Kinder erlernen Gewohnheiten in den Bereichen Ernährung, Schlaf, körperliche Aktivität und Stressbewältigung durch das Vorbild von Erwachsenen. In philippinischen Haushalten tragen zudem oft Großeltern, Verwandte und andere Betreuungspersonen zur Gestaltung dieser Routinen bei, was insbesondere für Kinder von im Ausland arbeitenden Eltern wichtig ist. Auch das äußere Umfeld, wie etwa sehr frühe Schulbeginne um 4 oder 5 Uhr morgens, lange Pendelwege oder unzureichende Schlafbedingungen in Schlafzimmern, die nicht dunkel genug sind, beeinflusst die Gesundheit maßgeblich. Zudem kann die Nutzung von Bildschirmen die notwendige Ruhe, aktive Bewegung und die Interaktion innerhalb der Familie einschränken.

Laut Dr. Lourdes Sumpaico-Tanchanco, Professorin an der Ateneo School of Medicine and Public Health und Direktorin des dortigen Center for Research and Innovation, spielen familiäre Routinen, soziale Beziehungen, kulturelle Praktiken und alltägliche Lebensbedingungen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern. In ihrer "Ateneo Breakthroughs"-Vorlesung mit dem Titel "Raising a Healthy Child: A Functional Medicine Lens on the Family as an Ecosystem of Health" am 21. Oktober erläuterte die Entwicklungs- und Verhaltenspädiaterin, die zudem einen Master in klinischer Epidemiologie besitzt und in funktioneller Medizin zertifiziert ist, dass die Bedingungen in der frühen Lebensphase die Genaktivität beeinflussen können, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern.

Für eine fundierte medizinische Diagnose sollten Kliniker den gesamten Kontext eines Kindes betrachten, einschließlich Schlaf, Ernährung, körperlichem Befinden, Entwicklung und Stress sowie der Erfahrungen in Familie und Schule. Die funktionelle Medizin dient hierbei als Rahmen, um diese Zusammenhänge zu organisieren und ergänzt eine angemessene Diagnose und Behandlung. Sumpaico-Tanchanco betonte, dass Verdachtsmomente auf Zusammenhänge eine Untersuchung erfordern, aber keine breiten Tests oder restriktiven Diäten ohne klinische Grundlage rechtfertigen. Sie riet Familien dazu, mit ein oder zwei realistischen Änderungen zu beginnen, etwa festen Schlafenszeiten, der schrittweisen Einführung neuer Lebensmittel oder gezielten Aktivitäten zur Förderung des Spiels mit anderen Kindern, etwa in einer Wohnanlage.

Abschließend wies die Expertin darauf hin, dass Familien diese Verantwortung nicht allein tragen können. Eine gesunde Zukunft erfordere zudem erschwingliche Lebensmittel, eine zugängliche Gesundheitsversorgung, sichere Nachbarschaften sowie unterstützende Rahmenbedingungen in Schulen und am Arbeitsplatz. Eine gesündere Zukunft beginnt demnach im Alltag eines Kindes, das von einer Familie genährt und von einer Gemeinschaft unterstützt wird.