Senatspräsident Gatchalian verspricht Prüfung des 7,2-Billionen-Pesos-Haushalts
EditDer Senatspräsident Sherwin Gatchalian hat der philippinischen Wirtschaft versichert, dass der Senat den geplanten nationalen Haushalt für 2027 in Höhe von 7,2 Billionen Pesos einer strengen Prüfung unterziehen wird. Ziel sei es, politisch motivierte und technisch unbegründete Kürzungen oder Ergänzungen durch das Repräsentantenhaus zu entfernen. Diese Zusage erfolgt als Reaktion auf ein Manifest führender Wirtschaftsverbände vom 29. Oktober 2026, in dem massive Bedenken geäußert wurden. Gatchalian begrüßte dabei die Wachsamkeit des Privatsektors und betonte, dass ein sauberer Haushalt ohne Verzögerung des Zeitplans verabschiedet werden könne.
Im Zentrum der Kritik steht eine massive Umverteilung von rund 180 Milliarden Pesos im Rahmen des Gesetzentwurfs der Abgeordnetenkammer (House Bill 10858). Laut dem Manifest wurden Gelder aus wichtigen Bereichen abgezogen, darunter 130 Milliarden Pesos für durch Auslandshilfe unterstützte Infrastrukturprojekte, 9,5 Milliarden Pesos aus Katastrophenfonds, 4,9 Milliarden Pesos aus Programmen der Gesundheitsversorgung sowie 1,76 Milliarden Pesos für das EDSA-Busway-Projekt. Wirtschaftsvertreter bezeichneten insbesondere den Zugriff auf Katastrophengelder in einem anfälligen Land als unvertretbar. Zudem warnten sie, dass Kürzungen bei auslandshilfegestützten Projekten wichtige Infrastruktur verzögern, was die Logistikkosten erhöht und Investitionen abschreckt.
Gatchalian erklärte, dass ein formeller Rückruf des von der Abgeordnetenkammer genehmigten Haushaltsgesetzes nicht notwendig sei. Stattdessen werde der Finanzausschuss des Senats alle Projekte streichen, denen es an erforderlichen Unterlagen wie Machbarkeitsstudien, LGUs mangelt. Zudem werde der Senat verfassungswidrige Pauschalbeträge entfernen, die bereits vom Obersten Gerichtshof beanstandet wurden, insbesondere durch eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen für nicht programmierte Mittel. Die NEP vorgegebenen Obergrenze bleiben. Um die öffentliche Aufsicht zu stärken, verpflichtete sich der Senatspräsident zu tiefgreifenden Transparenzreformen und kündigte an, alle relevanten Informationen im Transparenzportal des Senats hochzuladen.
Die wirtschaftliche Besorgnis rührt auch daher, dass das Unterkomitee für Haushaltsänderungen und -prüfungen (BARSC) der DPWH um mehr als 6.000 Positionen auf insgesamt 16.270 Projekte ausgeweitet hat. Viele dieser Einträge seien vage als Pauschalbeträge für Mehrzweckgebäude oder Umgehungsstraßen formuliert, ohne dass konkrete Projektträger oder Listen veröffentlicht wurden. Die Wirtschaftsgruppen warnten zudem vor den Folgen unüberprüfter Mittel aus den Jahren 2023 bis 2025, die zu minderwertigen oder gar nicht existierenden Hochwasserschutzprojekten geführt hätten. Zu den Unterzeichnern des Manifests gehörten unter anderem der Makati Business Club, die Philippine Chamber of Commerce and Industry sowie die Management Association of the Philippines.
Gatchalian wies die Vermutung zurück, es handele sich um ein Budget für anstehende Wahlen, und lehnte die Bezeichnung als Wahlbudget entschieden ab. Er betonte, dass der Haushalt 2027 auf Wachstum und Resilienz ausgerichtet sei und Themen wie Inflation, Arbeitsplätze, Ernährungssicherheit, Gesundheitsversorgung und Katastrophenvorsorge adressiere. Sowohl die Senatsführung als auch die Wirtschaftsgruppen sind sich einig, dass die Eliminierung unbegründeter Ergänzungen innerhalb des aktuellen Gesetzgebungszeitplans erfolgen kann, um das Risiko eines erneuten Haushalts (Reenacted Budget) zu vermeiden. Die Plenardebatten des Senats sollen am 9. November 2026 beginnen.





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