Kultur: Metro Manila

Filmfestival in Lissabon würdigt das Werk von Lino Brocka

Vom 16. bis 25. Oktober fand in Lissabon das 24. Doclisboa International Film Festival statt, bei dem dem verstorbenen philippinischen Regisseur Lino Brocka eine umfassende Retrospektive gewidmet wurde. 19 seiner Filme wurden im Rahmen der zehntägigen Veranstaltung gezeigt, die unter dem provokanten Titel „Lino Brocka: Kill the National Artist“ stand.

Barangay Santa Elena’s boat-inspired float, decorated with colorful textiles, traditional umbrellas, and tudong (traditional food covers), joins the Maranao Float Parade in Iligan City as part of the 4th Pakaradiyaan Festival. (Photo: SBZ/…
Quelle: PIA

Die Auswahl der Filme, kuratiert von dem philippinischen Filmemacher Khavn de la Cruz, sollte die rein zeremonielle Verehrung des Regisseurs durchbrechen und stattdessen den Fokus auf den unnachgiebigen und rastlosen Künstler legen, der sich in seinen Werken mit Armut, Ungerechtigkeit und politischer Unterdrückung auseinandersetzte - Themen, die während des Kriegsrechts gefährlich waren, weil sie der Zensur unterlagen.

Zu den gezeigten Filmen gehörten unter anderem „Insiang“, ein Porträt über Missbrauch und Verzweiflung in einem Slum von Manila, sowie „Maynila sa mga Kuko ng Liwanag“, „Bona“, „Macho Dancer“, „Orapronobis“ und „Bayan Ko: Kapit sa Patalim“. Einige dieser Werke waren außerhalb der Philippinen kaum oder gar nicht öffentlich zu sehen, wie Festivaldirektor Helder Beja betonte.

Bei der Eröffnungszeremonie am 16. Oktober erinnerte der philippinische Botschafter in Portugal, Paul Raymund Cortes, an die Ära der 1970er und 1980er Jahre, in der Filmemacher das Publikum dazu herausforderten, die Gesellschaft zu hinterfragen. Er stellte fest, dass die Charaktere Brockas auch 50 Jahre später noch von Bedeutung seien.