Experten raten Senioren zu regelmäßigen Medikamenten-Checks
EditUm ältere Menschen vor gefährlichen Wechselwirkungen und Nebenwirkungen zu schützen, sind regelmäßige Überprüfungen der Medikation unerlässlich. Besonders gefährdet sind Senioren, die aufgrund chronischer Erkrankungen mehrere verschiedene Fachärzte aufsuchen. Dies betonten Gesundheitsexperten während eines Online-Gesundheitsforums am Freitag.
Die sogenannte Polypharmazie, die Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten gleichzeitig, ist nicht zwangsläufig schädlich, sofern jedes Präparat angemessen dosiert und für den Patienten vorteilhaft ist. Problematisch sei hingegen eine unsachgemäße Polypharmazie, bei der Medikamente falsch dosiert sind, ungeeignet für das Alter sind oder zu viele Nebenwirkungen verursachen. Dies erklärte Marc Evans Abat, Clinical Associate Professor am University of the Philippines-Philippine General Hospital, während des Forums.
Die Behandlung komplexer Krankheitsbilder kann schwierig sein, da sich verschiedene Leiden und deren Medikamente gegenseitig beeinflussen können. Wenn Patienten verschiedene Spezialisten konsultieren, besteht zudem das Risiko einer fragmentierten Versorgung, falls die behandelnden Ärzte nicht über die jeweils anderen verschriebenen Medikamente informiert sind. Geriatrische Fachkräfte können hier helfen, indem sie prüfen, ob Symptome durch eine Grunderkrankung oder durch Wechselwirkungen der Medikamente ausgelöst werden. Zudem können sie beurteilen, ob der Nutzen der Medikamente ihre potenziellen Nebenwirkungen überwiegt.
Ärzte sollten zudem erklären, worauf Patienten zu Hause achten müssen. Patienten wiederum sollten darauf achten, Symptome, die eine Anpassung der Behandlung erfordern könnten, umgehend zu melden. Ma. Belen Carisma, ehemalige Präsidentin der Philippine Heart Association und Expertin für Herzrhythmusstörungen, hob die Bedeutung der Patientenaufklärung und regelmäßiger Kontrolluntersuchungen hervor, insbesondere bei der Einnahme von Blutverdünnern. Sie betonte, dass man sich die Zeit nehmen müsse, die Patienten zu instruieren.
Medikamentenprüfungen sind auch Teil des Managements von Gebrechlichkeit (Frailty), einem Zustand, bei dem sinkende körperliche Reserven ältere Menschen anfälliger für Krankheiten und physischen Stress machen. Abat wies darauf hin, dass Muskelschwäche oder unerklärlicher Gewichtsverlust Anzeichen für den Beginn einer solchen Gebrechlichkeit sein können. Frühzeitige Maßnahmen sollten eine ausgewogene Ernährung, Rehabilitation und eine Prüfung der Medikamente umfassen, die die körperliche Kraft mindern könnten.
Abat riet Familien zudem, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu fördern und sie zu körperlicher Aktivität zu ermutigen, anstatt sie übermäßig zu verwöhnen. Für Menschen mit Herzerkrankungen empfahl Carisma, professionelle Beratung zur geeigneten körperlichen Betätigung einzuholen, etwa im Rahmen einer kardiologischen Rehabilitation, um das Herz gezielt zu konditionieren.
Auch das soziale und emotionale Wohlbefinden sei entscheidend für ein gesundes Altern. Soziale Kontakte, Hobbys oder spirituelle Aktivitäten können dazu beitragen, dass das Alter als lebenswert und freudvoll erlebt wird. Carisma ermutigte Senioren, durch Arbeit oder soziale Teilhabe aktiv zu bleiben. Abat ergänzte, dass auch die Betreuung von Enkelkindern Freude und Bewegung bieten kann, mahnte jedoch, dass diese Verantwortung so gestaltet sein sollte, dass sie die Senioren weder körperlich noch emotional überfordert.





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