Experten fordern mehr Transparenz bei steigenden Stornierungen von Eigentumswohnungen
EditIn Metro Manila ist die Zahl der Stornierungen bei Käufen von Eigentumswohnungen gestiegen, was eine Debatte über die Notwendigkeit transparenterer Marktdaten ausgelöst hat. Die Branche muss zwischen Rücktritten aufgrund von Finanzierungsproblemen, anderen Transaktionsfehlern und Einheiten, die später erfolgreich weiterverkauft wurden, klar unterscheiden.
Eine Untersuchung von Colliers Philippines aus dem zweiten Quartal 2026 zeigt einen wachsenden Druck im mittleren Einkommenssegment von Metro Manila. In diesem Bereich, in dem Wohnungen zwischen 3,6 Millionen und 12 Millionen Pesos kosten, stiegen die Stornierungen in der ersten Jahreshälfte 2026 wieder an. Besonders betroffen seien Projekte, die kurz vor der Fertigstellung oder der Übergabe stünden. Dies verdeutliche die Herausforderungen bei der Erschwinglichkeit, wenn Käufer von den anfänglichen Ratenzahlungen zu den endgültigen Finanzierungsanforderungen für die Wohnungsübergabe übergehen müssen.
Anthony Leuterio, Präsident der Association of Real Estate Brokers of the Philippines (Abrep) und Gründer von Filipino Homes, äußerte Zweifel an der Aussagekraft der gemeldeten 9.000 Stornierungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2026. Er betonte, dass solche Zahlen erst nach einer genauen Prüfung der Methodik, des untersuchten Zeitraums sowie der beteiligten Bauträger und Finanzinstitute als Indikator für eine Marktschwäche dienen könnten. Laut Leuterio müssten die Hintergründe jeder Stornierung einzeln betrachtet werden, da Probleme bei der Finanzierung auch durch vorübergehende Arbeitslosigkeit, Statusänderungen im Beruf, unvollständige Dokumente oder Schwierigkeiten bei der Verifizierung von im Ausland erzielten Einkommen entstehen können. Er wies darauf hin, dass diese Umstände nicht zwangsläufig bedeuten, dass Käufer dauerhaft von Wohnungsbaudarlehen ausgeschlossen sind, da sie möglicherweise über alternative Banken oder aktualisierte Unterlagen doch noch eine Finanzierung erhalten könnten.
Zudem mahnte Leuterio zur Vorsicht bei der Bewertung der Auswirkungen auf den Bestand. Er erklärte, dass nicht jede stornierte Transaktion einen permanenten Verlust für die Bauträger darstelle, da Einheiten oft erfolgreich an andere Käufer weiterverkauft werden können. Ein Bauträger könnte beispielsweise 200 Stornierungen verzeichnen, aber 150 dieser Einheiten wieder absetzen, was den tatsächlichen Effekt auf den unverkauften Bestand erheblich verringern würde. Er forderte daher eine differenzierte Berichterstattung, die zwischen ursprünglichen Stornierungen, kreditbedingten Rücktritten, wiederverkauften Objekten und tatsächlich unverkauften Immobilien unterscheidet. Zudem regte er an, dass Fachleute prüfen sollten, ob die Käufer vor dem Scheitern der Transaktion ausreichend Unterstützung bei der Vorbereitung ihrer Kreditanträge erhalten haben.
Die Daten von Colliers belegen zudem einen erheblichen Bestand an unverkauften, bezugsfertigen Eigentumswohnungen im Preisrahmen von 3,6 bis 5 Millionen Pesos. In Metro Manila wurden für das zweite Quartal 2026 etwa 9.260 Einheiten gezählt. Die größten Bestände befinden sich in den nördlichen und südlichen Gebieten von Quezon City mit 3.020 Einheiten, gefolgt von Parañaque mit 1.580, Pasay City mit 1.410 und Pasig mit 900 Einheiten. Das untere mittlere Segment, definiert durch Preise zwischen 3,6 und 7 Millionen Pesos, macht fast die Hälfte des gesamten unverkauften Bestands an bezugsfertigen Wohnungen in der Region aus.
Um die Nachfrage zu stützen, reagieren Bauträger bereits mit größeren Rabatten, verlängerten Zahlungsfristen und Mietkaufmodellen. Eine Umfrage von Colliers ergab, dass 61 Prozent der Befragten flexible und verlängerte Zahlungsbedingungen als attraktivstes Angebot ansehen, während 18 Prozent den Verzicht auf eine sofortige Anzahlung bevorzugen. Zudem spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine entscheidende Rolle: Alle Befragten hielten ökologische Merkmale für relevant, wobei fast 40 Prozent angaben, dass diese ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung seien, und 31 Prozent sie als essenziell betrachteten. Als weitere Maßnahme zur Entlastung bei hohen Zinsen und zur Reduzierung des Bestands wurde eine mögliche Anhebung der Grenze für die Mehrwertsteuerbefreiung vorgeschlagen.






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