Wirtschaft: Landesweit

Wirtschaftsverbände mahnen zur Zurückhaltung im Handelskonflikt mit China

Die wirtschaftlichen Interessen der Philippinen in der Handelsbeziehung zu Peking sind deutlich stärker gewichtet als die der chinesischen Seite. Deshalb haben verschiedene Wirtschafts-, Arbeits- und Sektorgruppen die philippinische Regierung aufgefordert, öffentliche Auseinandersetzungen mit China zu begrenzen, um die bilateralen Beziehungen nicht weiter zu belasten.

Aerial view of Manila city
Symbolbild: Envato

In einem gemeinsamen Appell vom Montag warnten 22 Organisationen, darunter die Philippine Chamber of Commerce and Industry (PCCI), die Federation of Philippine Industries (FPI), die Employers Confederation of the Philippines (Ecop), die Philippine Exporters Confederation (Philexport) sowie die Semiconductor and Electronics Industries in the Philippines (Seipi), vor den Folgen angespannter Beziehungen. China und Hongkong machen fast 30 Prozent des internationalen Handels der Philippinen aus. Konkret entfielen laut den Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) für das erste Halbjahr 2026 26,3 Prozent der philippinischen Exporte auf China und Hongkong, während die Importe aus diesen Regionen zuletzt zwischen 27 und 29,5 Prozent lagen. Im Gegensatz dazu tragen die Philippinen lediglich zwischen 0,3 und 0,5 Prozent zum gesamten Welthandel Chinas bei.

Branchen wie die Fertigung, der Bau, die Landwirtschaft, die Energieversorgung und der Einzelhandel seien von chinesischen Lieferungen abhängig. China liefere wichtige industrielle Vorprodukte, Maschinen, Elektronik sowie strategische Rohstoffe. Zudem seien Technologien für erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und Solarenergie betroffen, da das Land bei Komponenten und Ausrüstung für die Energiewende auf chinesische Importe angewiesen ist. Unterbrechungen dieser Lieferketten könnten die Geschäftskosten erhöhen, Arbeitsplätze gefährden und die Preise für lebensnotwendige Güter für Verbraucher steigen lassen.

Die Verbände betonten zudem die Bedeutung der Rücküberweisungen von philippinischen Arbeitskräften aus China, Hongkong und Macao, die den privaten Konsum sowie Ausgaben für Bildung, Wohnraum, Gesundheit und kleine Unternehmen stützen. Die Regierung solle den Marktzugang, widerstandsfähige Lieferketten, Technologietransfer sowie lokale Produktion und Investitionen priorisieren, um Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem solle ein berechenbares Umfeld für Unternehmen geschaffen werden, um mehr regionalen Tourismus, Investitionen und Geschäftsreisen anzuziehen.

Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter verbaler Auseinandersetzungen zwischen Vertretern der chinesischen Botschaft und philippinischen Regierungsbeamten, unter anderem aufgrund von Streitigkeiten auf See. Die Verbände riefen beide Seiten dazu auf, auf aufhetzende Rhetorik, persönliche Angriffe und Statements in sozialen Medien zu verzichten. Manila solle eine koordinierte Außenpolitik verfolgen, bei der offizielle Positionen über etablierte diplomatische Kanäle kommuniziert werden. Eine konstruktive Beziehung zu China erfordere nicht, die eigene Souveränität aufzugeben oder eine unabhängige Außenpolitik zu kompromittieren. Die Verteidigung der Souveränität müsse nicht im Widerspruch zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit stehen, wobei ein fortgesetzter Dialog in den Bereichen Handel, Investitionen, Tourismus, Energiesicherheit und Elektromobilität sowie die strategische Diversifizierung wichtig seien.