Politik: Landesweit

Verteidigungsminister Teodoro erwägt Präsidentschaftskandidatur für 2028

Der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro hat in einem Interview mit Bloomberg News signalisiert, dass er eine Kandidatur für das Präsidentenamt im Jahr 2028 in Betracht zieht. Da Präsident Ferdinand Marcos Jr. aufgrund von Amtszeitbeschränkungen nicht für eine Wiederwahl antreten kann, könnte Teodoro in den Wahlkampf einsteigen. Ein möglicher Duell gegen die amtierende Vizepräsidentin Sara Duterte ist damit denkbar.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Teodoro gilt als entschiedener Kritiker der militärischen Aufrüstung Chinas im Südchinesischen Meer. Infolge seiner Positionierung gegen Peking wurden gegen ihn Anfang des Jahres Sanktionen verhängt, die ihm die Einreise in das chinesische Festland sowie nach Hongkong und Macau untersagen. Unter seiner Leitung hat die Verteidigungsstrategie der Philippinen eine stärkere Allianz mit den USA fokussiert, was unter anderem die Stationierung amerikanischer Waffen und den erweiterten Zugang für US-Streitkräfte zu Militärstützpunkten in der Nähe der Spannungsgebiete Taiwan und Südchinesisches Meer beinhaltete.

In Bezug auf die zukünftige Führung mahnte der 62-Jährige zur Vorsicht gegenüber chinesischen Investitionen. Er kritisierte die Ära unter Rodrigo Duterte, in der die Beziehungen zu Peking über reine Kooperation hinausgingen und zu einer Art Gefälligkeit wurden. Teodoro warnte, dass unter dem Deckmantel von Investitionen illegale chinesische Aktivitäten ins Land gelangten. Während er Investitionen nach ordnungsgemäßer Prüfung nicht grundsätzlich ablehnt, plädierte er für besondere Wachsamkeit bei kritischer Infrastruktur aufgrund des territorialen Konflikts mit dem Nachbarstaat.

Aktuell treibt Teodoro die Modernisierung der philippinischen Streitkräfte voran. In dieser Woche traf er sich in Cebu mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth, um die Beschleunigung dieses Prozesses zu vereinbaren. Das Treffen fand am Rande eines Gipfels von Verteidigungsministern aus Südostasien statt, bei dem die USA einen Rahmen für die Verteidigungskooperation zur Eindämmung des chinesischen Einflusses in der Region anstrebten. Sara Duterte, die als führende Kandidatin für die nächste Wahl gilt, sieht sich derzeit einem Amtsenthebungsverfahren im Senat gegenüber.