Wirtschaft: Landesweit

Philippinischer Peso fällt erstmals unter die 64-Pesos-Marke

Der philippinische Peso hat einen historischen Tiefstand erreicht und zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von 64 Pesos pro US-Dollar überschritten. Am Ende des Handelstages schloss die Währung bei 64,17 Pesos, was einem Rückgang von 22 Centavos gegenüber dem Vortag von 63,95 Pesos entspricht. Damit verzeichnet der Peso den sechsten Rekordtiefstand in Folge.

Philippine Currency: Banknotes and Coins Close Up
Symbolbild: Envato

Seit dem 28. Februar, dem Beginn der Konflikte im Nahen Osten, hat die Währung massiv an Wert verloren. Damals lag der Kurs noch bei 57,66 Pesos, was einer Gesamtabwertung von etwa 10 Prozent entspricht. Im Tagesverlauf schwankte der Kurs zunächst zwischen dem Eröffnungskurs von 63,95 Pesos und einem leichten Anstieg auf 63,90 Pesos, bevor eine verstärkte Nachfrage nach US-Dollar den Wechselkurs zeitweise auf ein Rekordhoch von 64,20 Pesos trieb.

Als Ursachen für den Druck auf die Währung werden die Volatilität der Ölpreise sowie die eskalierenden Spannungen mit dem Iran genannt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent erreichte am Wochenende einen Höchststand von 117 US-Dollar pro Barrel. Zudem verstärkte die Aussicht auf erneute militärische Maßnahmen durch den US-Präsidenten Donald Trump gegen den Iran die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicheren Hafen.

Die Zentralbank der Philippinen, die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), hatte erst am vergangenen Donnerstag eine deutliche Zinserhöhung um 50 Basispunkte vorgenommen. BSP-Gouverneur Eli Remolona Jr. stellte jedoch klar, dass die Geldpolitik nicht primär dazu dient, den Peso zu stützen. Er betonte gegenüber Reportern, dass die Zinsschritte nicht zur Verteidigung der Währung, sondern zur Bekämpfung der beschleunigten Inflation erfolgen, die mit 7,2 Prozent einen Höchststand seit drei Jahren erreicht hat.

Remolona erklärte, dass die Zentralbank zwar am Devisenmarkt interveniere, um extreme Schwankungen zu vermeiden, die inflationär wirken könnten. Er verweigerte jedoch die Nennung eines genauen Schwellenwerts für solche Interventionen, um Spekulanten keine Grundlage für Marktentscheidungen zu bieten. Er unterstrich, dass das Hauptmandat der BSP die Inflationsbekämpfung bleibe und die Zentralbank nicht allein die Devisenreserven einsetze, um den Währungsverfall zu bekämpfen.

Ökonomen äußerten sich besorgt über die Entwicklung. Emilio Neri Jr., Chefökonom der Bank of the Philippine Islands, wies darauf hin, dass die BSP bei einer anhaltend schnellen Abwertung des Peso möglicherweise eine außerplanmäßige Zinserhöhung in Betracht ziehen müsse. Zudem warnte er vor der Belastung der Devisenreserven, die von einem Rekordwert von 113,264 Milliarden US-Dollar im Februar auf aktuell 99,5 Milliarden US-Dollar gesunken sind. Neri betonte zudem, dass die ungewisse Dauer des Nahost-Konflikts, der potenziell bis 2027 andauern könnte, die Notwendigkeit eines ausreichenden Puffers erhöhe.

Der schwache Peso hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft: Während Exporteure und Empfänger von Überweisungen aus dem Ausland profitieren, steigen für die breite Bevölkerung die Kosten für importierte Waren wie Lebensmittel, Treibstoff und Rohstoffe. Dies erhöht den Druck auf die Haushalte und die Produktionskosten der Unternehmen. Gleichzeitig können steigende Importkosten das Handelsdefizit vergrößern und höhere Schuldendienstkosten für Unternehmen und den Staat mit Dollar-Krediten verursachen, was das Wirtschaftswachstum bremsen könnte, welches im zweiten Quartal dieses Jahres bereits auf ein 17-Jahres-Tief gefallen war.