Wirtschaft: Landesweit

Philippinischer Peso fällt auf Rekordtief unter 64 Cent pro Dollar

Der philippinische Peso hat am Dienstag erstmals die Marke von 64 Pesos pro US-Dollar unterschritten und damit ein neues historisches Tief erreicht. Laut Daten der Bankers Association of the Philippines (BAP) sank die Währung auf einen Kurs von 64,17 Pesos pro Dollar. Dies entspricht einem Wertverlust von 22 Centavos gegenüber dem Schlusskurs vom Montag, der bei 63,95 Pesos gelegen hatte.

Philippine Currency: Banknotes and Coins Close Up
Symbolbild: Envato

Domini S. Velasquez, Group Chief Economist der China Banking Corporation (Chinabank), warnte vor anhaltendem Druck auf die Landeswährung. Sie prognostizierte, dass die Inflation in den Monaten Oktober und November auf bis zu 8 Prozent steigen könnte. Zudem bestehe die Gefahr, dass das Wirtschaftswachstum (BIP) im dritten Quartal unter die Marke von 3 Prozent fällt. Velasquez sieht die wirtschaftliche Erholung durch eine erhöhte Unsicherheit erschwert. Sie merkte an, dass die Finanzmärkte Anfang November volatil bleiben könnten, während Investoren die anstehenden Wirtschaftsdaten und die Aussichten auf eine Erholung bewerten. Zwar könnten saisonale Devisenzuflüsse durch Rücküberweisungen aus dem Ausland in den Monaten November und Dezember die Währung stützen, doch die Ungewissheit über das Tempo der wirtschaftlichen Erholung könne diesen Effekt zunichtemachen. Sollte der Peso nahe der 64-Peso-Marke bleiben, könnte er sich bis zum Jahresende moderat auf etwa 63 Pesos erholen, wobei weiterhin Abwärtsrisiken bestehen.

Trotz einer überraschenden Anhebung des Leitzinses durch die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) um 50 Basispunkte am 22. Oktober reichte diese Maßnahme offenbar nicht aus, um den Wertverlust zu stoppen. Velasquez merkte an, dass dies die Ansicht unterstreiche, dass Zinserhöhungen allein nicht genügen könnten, um die Abwertung umzukehren. John Paolo R. Rivera, Senior Research Fellow am Philippine Institute for Development Studies (PIDS), nannte als Gründe für die Abwertung anhaltenden externen Druck, der die Wirkung der Zinserhöhung übersteige. Dazu gehörten die hohe Nachfrage nach dem US-Dollar, gestiegene Ölpreise, BOP. Rivera betonte, dass die Abwertung die Importkosten erhöhe, den Inflationsdruck verschärfe und die Kaufkraft der Haushalte schwäche. Er fügte hinzu, dass eine dauerhafte Stabilisierung neben der geldpolitischen Straffung der Zentralbank auch von verbesserten globalen Bedingungen, der externen Position des Landes sowie dem Vertrauen in die Wirtschaft abhänge.

Angesichts der Lage rief das Department of Migrant Workers (DMW) OFWs und deren Familien dazu auf, die höheren Rücküberweisungen sinnvoll zu nutzen, indem sie diese investieren. DMW-Sekretär Hans J. Cacdac erklärte, man intensivierte die Finanzbildung durch Kooperationen mit der Zentralbank und akademischen Institutionen wie der Ateneo De Manila Universität. Diese Bildungsangebote seien bereits in der Mittleren Ostregion, in Amerika und in Europa produziert worden. Ziel sei es, Familien dazu zu bewegen, Rücküberweisungen zu sparen, statt sie für kurzfristige Konsumgüter auszugeben. Er verwies auf Kampagnen mit dem Motto „Ipon [Sparen], nicht iPhones“, um die langfristige finanzielle Stabilität zu fördern. Zudem unterstütze das Ministerium Gesetzentwürfe im Repräsentantenhaus und im Senat, welche die Finanzbildung für OFWs und deren Familien institutionalisieren sollen.

Während der schwächere Peso die Importe verteuert, könnte er Exporteuren zugutekommen, da deren Produkte auf dem Weltmarkt günstiger werden. Auch für die Rücküberweisungen der Migranten bedeutet der Kursvorteil einen höheren Wert in lokaler Währung. Laut Angaben der Zentralbank stiegen die Rücküberweisungen im ersten Achtmonatszeitraum des Jahres um 2,2 Prozent auf 23,424 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als es 22,909 Milliarden US-Dollar waren.