Wirtschaft: Landesweit

Philippinen planen 34,4 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur

Die philippinische Regierung verfolgt mit dem „Philippines AI+ Infrastructure Masterplan 2026-2033“ das Ziel, das Land von einem reinen Anwender künstlicher Intelligenz zu einem Entwickler von KI-gestützten Diensten und Produkten zu transformieren. Das Infrastrukturprogramm mit einem Volumen von 34,4 Milliarden US-Dollar soll das Wirtschaftswachstum ankurbeln und hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Laut dem Sonderbeauftragten für Handelsbeziehungen, Jose E.B. Antonio, ist der Erfolg des Plans jedoch an eine zuverlässige Stromversorgung sowie umfassende Umschulungsprogramme für die Belegschaft gebunden.

Construction Workers on Site with ScaffoldingGarakta-Studio
Symbolbild: Envato

Ein zentraler Bestandteil des Masterplans ist der massive Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten. Bis zum Jahr 2033 soll die KI-orientierte Kapazität von derzeit etwa 50 Megawatt auf 1,5 Gigawatt ansteigen, was einer 30-fachen Steigerung entspricht. Bis 2030 wird ein Zwischenschritt auf rund 400 Megawatt erwartet. Um diesen Bedarf zu decken, strebt die Regierung an, bis 2033 etwa 40 Prozent des Stroms für die KI-Infrastruktur aus erneuerbaren Energien zu beziehen, während Erdgas kurzfristig zur Deckung des Bedarfs dienen soll. Auch der Einsatz von Kernenergie wird als langfristige Option geprüft.

Der Plan sieht vor, dass etwa 1,3 Millionen Beschäftigte aus dem IT-BPM-Sektor (Information Technology and Business Process Management) umgeschult werden. Bis 2033 sollen dadurch über 500.000 Stellen im KI-Bereich sowie weitere 175.000 Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der KI-Infrastruktur entstehen. Antonio betonte, dass KI als Partner für philippinische Talente und nicht als deren Ersatz dienen solle, um die Beschäftigten für komplexere Rollen zu qualifizieren.

Geografisch wird der Korridor zwischen Clark und Bataan als primäres Zentrum für die KI-Infrastruktur ausgewiesen, während Batangas-Aurora als strategisches Tor fungiert. Subic und Calabarzon sollen als unterstützende Knotenpunkte dienen; Cebu, Iloilo, Davao und Cagayan de Oro sind als zukünftige regionale Zentren vorgesehen. Das Vorhaben ergänzt bestehende Initiativen wie den Luzon Economic Corridor, ein trilaterales Projekt mit den USA und Japan, sowie den geplanten Pax Silica Industrial Hub in New Clark City, Tarlac.

Die Finanzierung des Masterplans soll maßgeblich durch den Privatsektor erfolgen, der voraussichtlich 21 Milliarden US-Dollar, also rund 61 Prozent der Gesamtsumme, beisteuern wird. Der Rest wird aus öffentlichen Mitteln finanziert. Durch die Produktivitätssteigerungen und neuen digitalen Dienste durch KI könnte das Bruttoinlandsproduin der Philippinen bis 2033 um schätzungsweise 10 bis 12 Prozent steigen.