Luzon Economic Corridor: Milliardenpotenzial für die philippinische Wirtschaft
EditDie Initiative des Luzon Economic Corridor (LEC) wird laut einer Analyse des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL) Philippines ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial entfalten. Die im Rahmen des LEC geplanten Projekte könnten eine direkte Wirtschaftsleistung zwischen 2,5 Billionen und 2,9 Billionen Pesos generieren. Dies entspräche etwa 11 bis 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Janlo delos Reyes, Leiter der Forschungs- und Beratungsabteilung bei JLL Philippines, erläuterte dies im Rahmen eines Marktberichts für das dritte Quartal am 28. Oktober. Er betonte, dass das wirtschaftliche Potenzial des Korridors die Kapazität traditioneller Wachstumstreiber übersteige. Zum Vergleich: Die Rücküberweisungen von philippinischen Arbeitskräften aus dem Ausland machen etwa 7,3 Prozent des BIP aus, während die Sektoren IT-BPM und Tourismus jeweils 8 Prozent beisteuern. Allein während der Bauphase wird ein Mindestwert von 2,5 Billionen Pesos, was etwa 10,7 Prozent des BIP entspricht, erwartet.
Neben dem reinen BIP-Beitrag verspricht die Infrastrukturmaßnahme signifikante soziale Vorteile. Die Projekte könnten das Haushaltseinkommen um zwischen 477,3 Milliarden und 560,1 Milliarden Pesos steigern und zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Im Bereich der Immobilien wird durch die Bautätigkeiten ein direkter Einfluss auf das Immobilien-BIP von 38,6 bis 45,3 Milliarden Pesos prognostiziert. Als Hauptprofiteure werden die Bereiche industrielle Logistik sowie die Entwicklung von Stadtgebieten (Townships) gesehen, die für Entwickler über die nächsten Jahrzehnfolger entscheidend sein könnten.
Der Korridor verbindet regionale Zentren, die im Jahr 2025 für 50,3 Prozent des BIP verantwortlich waren. Die betroffenen Gebiete umfassen Metro Manila, Zentral-Luzon sowie die Provinzen Cavite, Laguna und Batangas mit einer Gesamtbevölkerung von über 35 Millionen Menschen. Clark führt das Netzwerk mit 25 Projekten an, darunter das 380,51 Milliarden Pesos schwere Subic-Clark-Erdgas-Ökosystem. Metro Manila ist mit 15 Projekten vertreten, darunter der Sangley Point International Airport im Wert von 260 Milliarden Pesos, die North-South-Commuter-Bahn für 253,7 Milliarden Pesos und die Metro-Manila-U-Bahn für 190,3 Milliarden Pesos. In Subic konzentrieren sich 13 Projekte auf Handel und Logistik, wobei dort bereits 600.000 Quadratmeter Logistikfläche mit einer Leerstandsquote von 5,3 Prozent existieren und weiteres Angebot ansteht. Batangas fungiert als Industrie- und Energiezentrum mit etablierten Gebieten wie dem First Philippine Industrial Park, dem Light Industry and Science Park und dem LIMA Estate. Die Provinz verfügt über 849.400 Quadratmeter Logistikfläche bei einer Leerstandsquote von 9,4 Prozent und monatlichen Mieten zwischen 230 und 350 Pesos pro Quadratmeter.
Diese Entwicklungen finden in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld statt. Das BIP-Wachstum verlangsamte sich zuletzt auf 2,3 Prozent, während die Inflation auf 7,2 Prozent anstieg. Die Regierung strebt für das Gesamtjahr ein Wachstum von 3,5 bis 4,5 Prozent an, bevor es bis 2027 auf 5 bis 6 Prozent steigen soll. Die Zentralbank der Philippinen (Bangko Sentral ng Pilipinas, BSP) reagierte auf die Inflation im Oktober mit einer Anhebung des Leitzinses auf 5,5 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Inflation von 5,4 Prozent prognostiziert, was auf die Auswirkungen von El Niño und Anpassungen der Mindestlöhne zurückgeführt wird. Trotz dieser kurzfristigen wirtschaftlichen Belastungen zeigt sich JLL optimistisch hinsichtlich des langfristigen Wertes, den strukturelle Infrastrukturprojekte wie den LEC für die Wirtschaft und den Immobiliensektor bieten.





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