Cyberrisiken steigen durch Digitalisierung der Industrieanlagen auf den Philippinen
EditDie zunehmende Digitalisierung industrieller Prozesse auf den Philippinen führt zu neuen Sicherheitsrisiken. Während Unternehmen ihre Betriebstechnologie (Operational Technology, OT) verstärkt mit der klassischen IT, Cloud-Plattformen und anderen Technologien vernetzen, steigt die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen. Diese OT-Systeme sind für den Betrieb kritischer industrieller Prozesse, Geräte und Infrastrukturen unerlässlich.
Laut dem „2026 Fortinet State of Operational Technology and Cybersecurity Report“, der auf einer weltweiten Umfrage unter mehr als 700 OT-Fachleuten basiert, nehmen Organisationen das Thema OT-Sicherheit zunehmend ernster. Die Unternehmen bewerten ihren Reifegrad in der Sicherheit neu, verbessern die Sichtbarkeit ihrer Systeme und widmen den Risiken auf Führungsebene mehr Aufmerksamkeit. Dennoch bedeutet die fortschreitende Reife nicht das Verschwinden der Gefahren; vielmehr entwickeln Unternehmen ein realistischeres Verständnis für ihre bestehenden Sicherheitslücken.
Die Verantwortung für die OT-Sicherheit liegt weiterhin bei der Unternehmensführung. In der Umfrage gaben 60 % der Befragten an, dass primär der Chief Information Security Officer (CISO) oder der Chief Information Officer (CIO) zuständig sind. Dieser Anteil sank im Vergleich zu 69 % im Jahr 2025. Dies deutet darauf hin, dass die Verantwortung zunehmend auf verschiedene Führungskräfte verteilt wird, während Sicherheitsstrategien und Governance formalisiert werden. Bei 81 % der Organisationen, in denen die OT-Sicherheit noch nicht unter der Leitung des CISO liegt, ist ein solcher Übergang innerhalb des nächsten Jahres geplant. Dabei stehen Unternehmen unter dem Druck, den Wert von Sicherheitsinvestitionen nachzuweisen, wobei Kostensenkung und Kosteneinsparung die wichtigsten Kennzahlen sind, gefolgt von Produktivitätssteigerungen.
Ein interessanter Trend zeigt sich bei der Bewertung der Sicherheitsreife. Der Anteil der Unternehmen, die im Jahr 2025 noch auf einem hohen Reifegrad (Level 4) agierten, sank von 49 % auf 17 % im Jahr 2026. Gleichzeitig stiegen die Werte in den niedrigeren Stufen an: Level 0 stieg von 1 % auf 5 %, Level 1 von 5 % auf 17 % und Level 2 von 13 % auf 27 %. Der Bericht beschreibt diese Entwicklung jedoch nicht als Rückschritt, sondern als positive Neukalibrierung: Durch bessere Sichtbarkeit, mehr Ressourcen und zusätzliche Lösungen erkennen Unternehmen nun Schwachstellen, die zuvor unentdeckt blieben.
Die verbesserte Sichtbarkeit der Systeme zeigt sich auch in der Erkennung von Angriffen. Während im Jahr 2025 nur 5 % der Befragten eine vollständige Sichtbarkeit ihrer OT-Umgebungen meldeten, stieg dieser Wert auf 14 %. Dennoch konnten etwa 23 % der Befragten nur etwa die Hälfte ihrer OT-Umgebung einsehen. Gleichzeitig berichteten 71 % der Unternehmen von ein bis neun Eindringversuchen, was ein deutlicher Anstieg gegenüber den 47 % im Vorjahr ist. Dies deutet darauf hin, dass Aktivitäten, die früher unbemerkt blieben, nun besser detektiert werden können. Allerdings werden Angriffe auch länger: Die Verweildauer von Angreifern in den Systemen nimmt zu, wobei Vorfälle nun oft Wochen oder Monate andauern, was Angreifern mehr Zeit gibt, Systeme zu überwachen oder sensible Informationen zu stehlen.
Zusätzlicher Druck entsteht durch regulatorische Anforderungen und die Modernisierung der Anlagen. 89 % der Befragten erwarten innerhalb der nächsten fünf Jahre oder weniger strengere Vorschriften. Zudem modernisieren viele Unternehmen ihre industriellen Steuerungssysteme (ICS), wobei 40 % der Systeme jünger als fünf Jahre sind. Um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, wird empfohlen, IT- und OT-Netzwerke zu segmentieren, den Fernzugriff zu sichern und OT-spezifische Bedrohungsanalysen sowie Threat Intelligence in die Sicherheitsabläufe und die Reaktion auf Vorfälle zu integrieren. Letztlich erfordert der Schutz von OT ein Zusammenspiel von Menschen, Prozessen und Technologien.





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