Bergbausektor: Lokale Verarbeitung als Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg
EditDie Philippinen müssen ihre Rohmineralien im eigenen Land verarbeiten, um die wirtschaftlichen Vorteile des Bergbausektors voll ausschöpfen zu können. Anstatt unraffiniertes Erz lediglich ins Ausland zu verschiffen, könnte die lokale Verarbeitung den Schlüssel zum Erfolg bieten. Auf der internationalen Konferenz und Ausstellung „Mining Philippines 2026“ stellte Philip Arnold P. Tuaño, Präsident des Philippine Institute for Development Studies (PIDS), diese Forderung.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das wirtschaftliche Paradoxon: Obwohl das Land ein globaler Schwergewicht im Export von Roherzen ist, erzielt es vergleichsweise geringe Einnahmen. Im Jahr 2025 exportierten die Philippinen rund 55,3 Millionen Tonnen Nickelerz, was etwa 95 Prozent des weltweiten Exportvolumens ausmachte. Dennoch beliefen sich die Erlöse auf lediglich 1,5 Milliarden US-Dollar, was einem Durchschnittspreis von nur 27 US-Dollar pro Tonne entspricht. Ein Vergleich mit dem Nachbarland Indonesien zeigt, dass dort massive Investitionen in die Weiterverarbeitung (Downstream-Processing) zu einem wesentlich höheren Wert pro Tonne geführt haben.
Während die Philippinen im Jahr 2024 rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus nickelbezogenen Exporten generierten, was etwa 4.400 Pesos pro Tonne entspricht, erzielte Indonesien durch die Weiterverarbeitung etwa 33,6 Milliarden US-Dollar, was einem Wert von etwa 14.600 Pesos pro Tonne entspricht. Damit erwirtschaftet Indonesien den 3,5-fachen Wert pro Tonne. Allerdings warnte Tuaño davor, das indonesische Modell der Exportverbote blind zu kopieren, da dies dort zu erheblichen Umweltschäden, hohem Energiebedarf und Problemen bei der Arbeitssicherheit geführt habe.
Für den Aufbau einer florierenden heimischen Verarbeitungsindustrie in den Philippinen müssen drei zentrale Hürden überwunden werden: die extrem hohen Stromkosten, das Fehlen langfristiger Abnahmeverträge für die Erzeugnisse sowie die politische Unsicherheit durch Debatten über mögliche Exportverbote für Roherze. Als Chance sieht der PIDS-Präsident die weltweit steigende Nachfrage nach kritischen Mineralien für die Elektromobilität, die Energiewende und die KI-Infrastruktur.
Tuaño schlug die Einrichtung industrieller Öko-Zonen vor, in denen der Staat günstigen Zugang zu Land bietet, während internationale Partner Technologie und Finanzierung beisteuern. Zudem könnte eine Verknüpfung der Mineralverarbeitung mit der starken philippinischen Elektronikindustrie neue Wertschöpfungsketten eröffnen. Staatliche Hilfen sollten dabei jedoch strikt an die wirtschaftliche Tragfähigkeit, den Umweltschutz und die Schaffung lokaler Arbeitsplätze gebunden sein.





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