Zusammenhang zwischen Zucker und Diabetes: Experten klären Mythen auf
EditIn Zeiten wie Halloween, wenn Süßigkeiten im Mittelpunkt stehen, beschäftigt viele Menschen die Frage, ob der Konsum von Süßigkeiten direkt zu Diabetes führt. Die Ursachen für diese Erkrankung sind jedoch komplexer, als es die einfache Warnung vor zu viel Zucker vermuten lässt. In medizinischen Praxen hören Experten häufig die Frage von Patienten, ob sie aufgrund von zu viel Süßigkeiten an Diabetes erkrankt seien, während andere rätseln, da sie kaum Süßigkeiten essen.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die nicht durch den Verzehr von Süßigkeiten ausgelöst wird. Bei Typ-2-Diabetes entwickelt sich die Erkrankung durch eine Insulinresistenz des Körpers, bei der die Bauchspeicheldrüse die benötigte Menge nicht mehr liefern kann. Zu den maßgeblichen Risikofaktoren gehören neben der Genetik auch Übergewicht, körperliche Inaktivität, das Alter und andere Faktoren. Menschen, die kaum Süßigkeiten essen, können daher auch erkranken. Zudem ist die Annahme falsch, dass das Vermeiden von Zucker einen garantierten Schutz bietet, da auch eine starke familiäre Vorbelastung oder ein Bewegungsmangel das Risiko erhöhen können. Eine Diabetes-Erkrankung ist zudem kein Beleg für mangelnde Disziplin oder Selbstkontrolle.
Zucker spielt jedoch eine bedeutende Rolle, insbesondere durch den Konsum von zuckerhaltigen Getränken wie Softdrinks, Eistee, Milchtee, abgefülltem Kaffee oder Energydrinks. Eine einzelne Dose eines herkömmlichen Erfrischungsgetränks mit 355 Millilitern kann bereits etwa neun bis zehn Teelöffel Zucker enthalten. Diese Getränke liefern große Mengen an Zucker und Kalorien sehr schnell, ohne dabei oft ein Sättigungsgefühl zu vermitteln. Untersuchungen zeigen, dass jede zusätzliche tägliche Portion solcher Getränke das relative Risiko für Typ-2-Diabetes um 25 Prozent erhöhen kann. Dies bedeutet nicht, dass jeder Konsument zwangsläufig erkrankt, aber ein gewohnheitsmäßiger Konsum ist langfristig mit einem höheren Risiko verbunden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Konsum von Reis und traditionellen Speisen wie Kakanin, etwa Biko, Suman, Sapin-sapin oder Palitaw, die oft aus Klebreis (Malagkit) bestehen. Obwohl Reis nicht süß schmeckt, wird seine Stärke im Körper zu Glukose abgebaut, was den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen kann. Besonders Klebreis ist eine konzentrierte Stärkequelle, wobei viele Rezepte zusätzlich Zucker, Kokosmilch oder süße Toppings enthalten. Ein Dessert aus Reis ist daher nicht automatisch gesünder als Süßigkeiten, nur weil es traditionell oder hausgemacht ist. Für Menschen, die bereits an Diabetes leiden, können sowohl normaler Reis als auch Klebreis-Desserts den Blutzuckerspiegel erhöhen, unabhängig davon, wie süß sie schmecken. Studien weisen darauf hin, dass ein hoher Konsum von weißem Reis insbesondere in asiatischen Bevölkerungsgruppen mit einem erhöhten Diabetesrisiko verbunden ist.
Die WHO empfiehlt, den Anteil an freiem Zucker auf weniger als 10 Prozent der täglichen Kalorien zu begrenzen, idealerweise sogar unter 5 Prozent. Bei einer täglichen Energiezufuhr von 2.000 Kalorien entspräche das Ziel von 5 Prozent etwa 25 Gramm Zucker, eine Menge, die bereits in einer einzigen Dose Limonade enthalten sein kann. Ein einzelnes Ereignis, wie ein Stück Kuchen auf einer Party oder Süßigkeiten zu Halloween, verursacht nicht plötzlich Diabetes. Entscheidend ist das gesamte Lebensmodell und die Beständigkeit der Gewohnheiten.
Um das Risiko zu minimieren, wird empfohlen, auf eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Lebensmitteln statt auf hochverarbeitete Produkte zu setzen, sich regelmäßig zu bewegen, öfter Wasser zu wählen, ausreichend zu schlafen und bei entsprechenden Risikofaktoren Screenings durchzuführen. Anstatt auf Reis oder traditionelle Speisen komplett zu verzichten, können kleinere Portionen, die Kombination mit Gemüse und Proteinen oder der Austausch von weißem Reis durch ballaststoffreichere Getreidesorten helfen. Auch das Aufwärmen von gekochtem Reis anstelle des Verzehrs von frisch gekochtem Reis kann den glykämischen Index senken und den Anstieg des Glukosespiegels reduzieren.






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