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Unfreiwilliger Urinverlust beim Sport: Experten erklären Ursachen und Prävention

Unfreiwilliges Entleeren der Blase während körperlicher Betätigung ist ein Problem, das viele Frauen betrifft. Dr. Fiona Wu, leitende Beraterin für Urologie bei AARE Urocare in Singapur, erläutert in einem Fachbeitrag, dass dieses Phänomen häufig mit der sogenannten Belastungsinkontinenz (Stress Urinary Incontinence, SUI) zusammenhängt. Obwohl körperliche Aktivität wie Joggen, Krafttraining oder Fitnesskurse zahlreiche Vorteile für die körperliche und mentale Gesundheit bietet, kann das unerwartete Auftreten von Urinverlust die sportliche Betätigung beeinträchtigen.

Two Men Playing Basketball on Outdoor CourtPressmaster
Symbolbild: Envato

Diese Form der Inkontinenz tritt auf, wenn der Druck im Bauchraum ansteigt und die Muskeln oder das Gewebe, welche die Harnröhre stützen, diesen Druck nicht ausreichend abfangen können. Auslöser können Aktivitäten wie Laufen, Springen, schweres Heben sowie Husten oder Niesen sein. Obwohl SUI oft mit dem Alter oder nach Geburten in Verbindung gebracht wird, können auch jüngere und regelmäßig sportlich aktive Frauen davon betroffen sein.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Funktion des Beckenbodens. Diese Muskelgruppe stützt die Blase, die Gebärmutter und den Darm. Zusammen mit der Bauchmuskulatur und dem Zwerchfell sorgt der Beckenboden für Stabilität und Blasenkontrolle bei Bewegungen. Wenn diese Muskeln geschwächt sind oder nicht effektiv auf Druckspitzen reagieren, kommt es zum Urinverlust.

Bestimmte Trainingsformen können bestehende Symptome verschlimmern. Dazu zählen insbesondere High-Impact-Aktivitäten wie Laufen und Springen, schweres Krafttraining, Kniebeugen (Squats), intensive Core-Workouts sowie Bauchmuskelübungen wie Sit-ups oder Crunches. Dr. Wu betont jedoch, dass Sport nicht grundsätzlich vermieden werden sollte. Entscheidend sei vielmehr, wie der Beckenboden auf die körperliche Belastung reagiert. Faktoren wie Schwangerschaften, Geburten, hormonelle Veränderungen sowie die individuelle Beckenbodenfunktion beeinflussen die Blasenkontrolle zusätzlich.

Zur Behandlung und Linderung der Symptome empfiehlt die Urologin gezieltes Beckenbodentraining, wie etwa die bekannten Kegel-Übungen. Durch das regelmäßige, korrekte und konsequente Anspannen und Entspannen der entsprechenden Muskulatur kann die Kontrolle verbessert werden. Zudem können Anpassungen beim Training, eine schrittweise Steigerung der Intensität und die Anwendung korrekter Atemtechniken während der Belastung hilfreich sein. Da nicht jedes Problem auf Muskelschwäche basiert, ist die korrekte Ausführung der Übungen essenziell.

Bei wiederkehrendem Urinverlust während des Sports, beim Husten oder in Alltagssituationen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Dr. Wu rät dazu, solche Vorfälle nicht als normale Folge des Alterns oder von Geburten abzutun, da eine Untersuchung hilft, die genauen Ursachen zu identifizieren. Eine medizinische Einschätzung kann klären, ob die Symptome mit der Beckenbodenunterstützung, der Blasenfunktion oder anderen medizinischen Bedingungen zusammenhängen.