Wirtschaft: Landesweit

Studie: Fehlende Kontrolle beim Einsatz von KI im Recruiting auf den Philippinen

Viele Unternehmen auf den Philippinen setzen künstliche Intelligenz (KI) in ihren Rekrutierungsprozessen ein, ohne dabei über ausreichende Regeln oder Schutzmaßnahmen zur Steuerung zu verfügen. Dies führt laut einer aktuellen Untersuchung zu Lücken bei der Rechenschaftspflicht und erschwert die Kontrolle von algorithmischen Voreingenommenheiten.

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Quelle: PIA

Die Ergebnisse der „2026 Talent Acquisition Survey in the Philippines“, die das Versicherungsmaklerunternehmen Marsh im Mai und Juni unter 91 Unternehmen durchführte, zeigen, dass die technologische Einführung der staatlichen Aufsicht vorausläuft. Rund 43 Prozent der Befragten gaben an, keine definierten Rollen oder Governance-Strukturen für den Einsatz von KI im Recruiting zu haben. Weitere 23 Prozent befinden sich derzeit in der Entwicklung solcher Strukturen, während lediglich 16 Prozent erklärten, dass ihre Regelungen vollständig etabliert und kommuniziert seien.

Bei den Risiken identifizierten 52 Prozent der Unternehmen Datenschutz und Datensicherheit als die am häufigsten verwalteten Anliegen. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte zudem eine übermäßige Abhängigkeit von KI und den daraus resultierenden Verlust der Verantwortlichkeit als Risiko. Zudem äußerten 41 Prozent ethische Bedenken sowie die Gefahr von algorithmischer Voreingenommenheit. Dennoch findet eine praktische Überprüfung dieser Risiken nur selten statt: 43 Prozent der Unternehmen prüfen ihre KI- und Automatisierungstools nicht auf potenzielle Voreingenommenheit, 37 Prozent tun dies nur gelegentlich und nur 20 Prozent führen regelmäßige Kontrollen durch.

Der Fokus der Unternehmen liegt primär auf der Effizienzsteigerung. 68 Prozent sehen in der KI ein Werkzeug zur Automatisierung und 38 Prozent ein Mittel zur Kostensenkung. Im Gegensatz dazu betrachteten nur 35 Prozent die Technologie als Möglichkeit, das menschliche Urteilsvermögen zu stärken oder strategische Vorteile zu erlangen. Dies zeigt sich auch in der Planung: Nur 32 Prozent verfügen über eine formale und jährlich aktualisierte Roadmap für die Einführung neuer Technologien. Ein Viertel der Unternehmen führt Technologien lediglich bei Bedarf ein, während 23 Prozent keinen aktuellen Plan haben und 20 Prozent auf informelle oder Ad-hoc-Planung setzen.

Hinsichtlich der technologischen Reife im Recruiting zeigt sich ein gemischtes Bild. Während 42 Prozent als „Efficiency Masters“ mit standardisierten Prozessen und moderater Technologieeinsatz eingestuft werden, gelten nur 17 Prozent als „Strategists“, die ihre Talentakquise mit den Geschäftszielen und moderner Technologie verknüpfen. Lediglich 6 Prozent erreichen den Status von „Pioneers“, die fortschrittliche KI und Analysen voll in ihre Geschäftsprozesse integriert haben. 14 Prozent agieren als „Traditionalists“ mit weitgehend manuellen Abläufen, während 4 Prozent als „Meanderers“ mit unklaren Standards und Ad-hoc-Praktiken beschrieben werden. 16 Prozent der befragten Unternehmen nutzen derzeit gar keine KI in der Personalbeschaffung.