Philippinen planen Ausbau der Wasserkraft mit 25.000 Megawatt
EditAuf den Philippinen stehen rund 25.000 Megawatt ungenutzte Wasserkraftkapazitäten zur Verfügung, die nun erschlossen werden sollen. Das philippinische Energieministerium (Department of Energy, DOE) hat das enorme Potenzial der Wasserkraft im Land offiziell anerkannt und beabsichtigt, dieses Potenzial aktiv zu nutzen.
Um Investoren zu gewinnen, setzt das DOE auf verschiedene Anreizmodelle. Für Laufwasserkraftwerke (Run-of-River) wurde ein Einspeisetarif von 6,9282 Pesos pro Kilowattstunde festgelegt, der über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert ist. Laut DOE-Vertretern übertrifft dieser Satz die meisten bilateralen Verträge auf dem aktuellen Markt. Zudem plant die Regierung die siebte Runde der Green Energy Auctions (GEA 7), bei der zwischen 2028 und 2030 insgesamt 175 Megawatt bereitgestellt werden sollen. Die entsprechenden Richtlinien für diese Ausschreibung werden voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November veröffentlicht, während die Registrierung für Bieter im Dezember beginnen soll.
Trotz der politischen Rahmenbedingungen bleibt die Finanzierung eine massive Hürde. Experten schätzen die Kosten für den Ausbau der 25.000 Megawatt auf etwa 5 Billionen Pesos. Bei geschätzten Baukosten von rund 200 Millionen Pesos pro Megawatt stellt dies weniger ein Problem der Tarife als vielmehr eine Herausforderung für die Bilanzen der Entwickler dar. Ein fester Einspeisetarif sagt einem Entwickler zwar, was er verdienen wird, klärt aber nicht die Fragen nach Eigenkapital, Fremdkapital und der verfügbaren Übertragungskapazität des Stromnetzes. Es mangelt bislang an einem konkreten Fahrplan für die Finanzierung, etwa durch staatliche Co-Investitionen, vergünstigte Kredite oder Garantien für den Anschluss an das Stromnetz.
Ein Beispiel für die aktuelle Entwicklung ist das Kalayaan-Pumpspeicherkraftwerk. Der 797-Megawatt-Komplex wurde in diesem Jahr an ein Konsortium unter der Leitung von Aboitiz Renewables übergeben. Während das DOE mit dem Rundschreiben 04-006-2025 einen rechtlichen Rahmen für die optimale Nutzung geschaffen hat, ergänzt durch zusätzliche Dispatch-Regeln für Kalayaan und zukünftige Bieter von Pumpspeicheranlagen, wird die Umsetzung nun verstärkt in private Hände gelegt. Dies bedeutet auch, dass die institutionelle Lernkurve des Staates nun über die Bilanzen privater Unternehmen verläuft.
Zudem mahnen Experten zur Vorsicht bei der Planung: Wasserkraft ist stark von Niederschlägen abhängig, was durch Phänomene wie El Niño verdeutlicht wird. Die Organisation Philhydro hat sogar vorgeschlagen, die niedrigen Wasserstände während El Niño zu nutzen, um den Bau zu beschleunigen. Dennoch sollten Laufwasserkraftwerke und Pumpspeicheranlagen in der Energieplanung nicht als austauschbare Ressourcen betrachtet werden, da Laufwasserkraftwerke dem Fluss folgen, während Pumpspeicheranlagen die Spitzenlast abfangen. Während Wasserkraft das Rückgrat des Netzes bilden kann, benötigt ein System mit hohem Anteil an erneuerbaren Energien gerade die Pumpspeicheranlagen, um die Lastspitzen am Abend zu bewältigen.






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