Gesellschaft: Landesweit

OECD und ADB fordern Reform des philippinischen Prüfungssystems

Die OECD und ADB haben die philippinische Regierung aufgefordert, das System der Schülerbewertungen zu straffen. In einem gemeinsamen Bericht mit dem Titel „Developing a National Student Assessment Framework for the Philippines“ wird davor gewarnt, dass sich nationale und internationale Tests sowie diagnostische Instrumente im letzten Jahrzehnt ohne einen übergeordneten Rahmen massiv ausgeweitet haben.

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Symbolbild: Envato

Dieser Zustand habe zu einem überfüllten und unkoordinierten Bewertungssystem geführt, dem es an Kohärenz fehle. Zudem seien die Kapazitäten des Bildungsministeriums (Department of Education, DepEd) bei der Durchführung qualitativ hochwertiger Prüfungen nicht ausreichend berücksichtigt worden. Um Ressourcen besser zu nutzen und Überschneidungen zu vermeiden, empfehlen die Organisationen, dass das DepEd den nationalen Rahmen für die Grundschulbildung für den Zeitraum 2026 bis 2030 konsequent anwendet.

Konkret wird vorgeschlagen, in den frühen Grundschuljahren lediglich die Bewertung von Sprache, Lese- und Schreibkompetenz sowie Rechenfertigkeiten (Early Language, Literacy and Numeracy Assessment, ELLNA) beizubehalten, da andere Tests in Zweck und Zielgruppen doppelt seien. Die ELLNA könnte als jährliche, auf die gesamte Schülerschaft bezogene Prüfung dienen, um sowohl das System zu überwachen als auch den Lernfortschritt zu fördern. Auch die nationalen Leistungstests für die 6. und 10. Klasse könnten jährlich durchgeführt werden, wobei bei knappen Ressourcen die ELLNA Vorrang haben sollte.

Der Bericht hebt zudem besorgniserregende Defizite beim Lernstand hervor: Etwa 70 % der Drittklässler und 80 % der Sechstklässler erreichen das erforderliche Kompetenzniveau nicht. Besonders kritisch wird die Entwicklung zwischen der 6. und 10. Klasse bewertet, in der der Anteil der leistungsschwachen Schüler von 83 % auf 99 % ansteigt. Dies deutet darauf hin, dass aktuelle Maßnahmen zur Schließung von Lernlücken unzureichend sind, was wiederum zu hohen Abbruchquoten, insbesondere in der Sekundarstufe, beiträgt.