Neues Buch dokumentiert koloniale Friedhöfe in Iloilo
EditIn der philippinischen Provinz Iloilo gibt es acht erhaltene Friedhöfe aus der Kolonialzeit, die in einem neuen Buch mit dem Titel „Ig-Ampo Niño Cami: An Art History of Iloilo Spanish Colonial Cemeteries“ dokumentiert sind. Diese Friedhöfe befinden sich in den Gemeinden Cabatuan, Dingle, Janiuay, Miagao, Oton, Pototan, San Joaquin und Santa Barbara.
Die Untersuchung betrachtet die Friedhöfe nicht nur als Begräbnisstätten, sondern auch als kulturelle Wahrzeichen. Das Buch bietet zunächst einen Überblick über den historischen Hintergrund, die geografische Lage und die Bevölkerung von Iloilo. Dabei wird die Entwicklung der Bestattungstraditionen auf den Philippinen nachgezeichnet, von präkolonialen Praktiken bis hin zur spanischen Kolonialzeit, als die Gestaltung von Friedhöfen eng mit religiösen Institutionen und lokalen Gemeinschaften verknüpft wurde.
Die architektonische Handwerkskunst sowie die soziale Geschichte der Region werden beleuchtet, unter anderem durch die Verwendung von Korallenstein, Sandstein und Ziegeln. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Rolle der lokalen Bauarbeiter, bekannt als manogdagiao. Zudem wird der Einfluss der Augustiner-Missionare auf das religiöse Leben in Panay analysiert, da deren missionarische Tätigkeit und die Verwaltung der Pfarreien das religiöse Gefüge maßgeblich prägten.
Der Titel des Buches, „Ig-Ampo Niño Cami“, stammt von einer Inschrift auf einer Steintafel aus dem Friedhof von Santa Barbara und dient als Memento Mori, das die Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen symbolisiert. Dies ist besonders an Feiertagen wie Allerheiligen und Allerseelen von Bedeutung, wenn Familien zusammenkommen, um ihren Verstorbenen zu gedenken.
Das Werk basiert auf über drei Jahrzehnte andauernder Forschung von Professorin Marie Joy Buendia-Rosal, die ihre Masterarbeit aus dem Jahr 1995 nun endlich veröffentlichen konnte. Der entscheidende Anstoß für die Publikation kam durch eine Einladung der National Historical Commission of the Philippines (NHCP) Ende 2025. Bevor das Projekt veröffentlicht wurde, musste die Professorin die Arbeit zwischen Mutterschaft, akademischen Verpflichtungen und persönlichen Zweifeln an der Relevanz ihrer Forschung für ein breiteres Publikum fertigstellen.
Die Publikation enthält sowohl historische als auch aktuelle visuelle Aufzeichnungen. Neben Fotografien aus den Feldforschungen der Professorin aus den 1990er Jahren werden architektonische Illustrationen und detaillierte Darstellungen präsentiert. Ergänzt wird dies durch neuere Aufnahmen von Stan Cabigas. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen dem Zustand der Denkmäler vor Jahrzehnten und ihrem heutigen Erscheinungsbild.
Bei der Vorstellung des Buches waren Vertreter der NHCP, Regalado Trota Jose Jr. und Exekutivdirektorin Carminda R. Arevalo, anwesend. Exemplare des Werkes wurden an verschiedene Bildungseinrichtungen und Museen übergeben, darunter das UP Visayas Center for West Visayan Studies, das National Museum of the Philippines-Iloilo sowie die University of San Agustin, die Central Philippine University, die West Visayas State University und die Iloilo Science and Technology University.




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