Fehlerhafte Straßenprojekte im Budget: Puno weist Schuld auf Exekutive zurück
EditDer stellvertretende Sprecher des Repräsentantenhauses, Ronaldo „Ronnie“ Puno, hat die Regierung scharf kritisiert, nachdem im Haushaltsentwurf für 2027 Straßenbauprojekte mit Koordinaten im Meer entdeckt wurden. Puno wies die Verantwortung für diese Fehler von den Gesetzgebern zurück und betonte, dass die zuständigen Behörden die fehlerhaften Details eingereicht hätten, nicht das Parlament. Er erklärte in einem Interview mit dem Programm „Straight Talk“ der Daily Tribune, dass das Repräsentantenhaus jedes Jahr mindestens 25.000 Projekte zur Prüfung erhält. Er kritisierte, dass die Fachbehörden ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten und die Verantwortung für solche Fehler fälschlicherweise dem Kongress zugeschoben werde. DPWH als verantwortlich für solche Versäumnisse.
Die Kontroverse entbrannte, nachdem bei Anhörungen des Finanzausschusses des Senats am 21. Oktober festgestellt wurde, dass verschiedene geplante Farm-zu-Markt-Straßen (FMR) geografisch unmöglich platziert waren. So wurden ein Projekt für 23 Millionen Pesos in Nueva Ecija nahe dem Benham Rise verortet, eine für 30 Millionen Pesos geplante Straße in Cebu im Celebes-Meer nahe Indonesien und ein 55-Millionen-Peso-Projekt für Quezon in der Nähe von Brunei gelistet. Zuvor hatten Budgetwächter einen Senatsausschuss dazu aufgefordert, 7.054 Projekte im Wert von 190 Milliarden Pesos genau zu prüfen, die das Repräsentantenhaus angeblich in den vorgeschlagenen Haushalt 2027 des Landwirtschaftsministeriums (DA) eingefügt hatte, was Puno jedoch bestritt.
Der Streit betrifft auch das Landwirtschaftsministerium (DA), das die Verantwortung für das Farm-zu-Markt-Straßenprogramm nach einem Skandal um den Hochwasserschutz im Jahr 2025 übernommen hat, nachdem das DPWH die Zuständigkeit dafür verloren hatte. Puno warf dem DA zudem vor, den Kongress ungerechtfertigt für seine eigenen Probleme verantwortlich zu machen. Private Budgetüberwachungsinstanzen merkten an, dass die neu eingefügten Straßenprojekte jeweils Zuweisungen zwischen 5 Millionen und 15 Millionen Pesos aufwiesen.
Puno erinnerte zudem daran, dass der ehemalige Minister für öffentliche Arbeiten, Vince Dizon, den Gesetzgebern gegenüber signalisiert hatte, das Ministerium sei sich des Problems bewusst und habe die Lage unter Kontrolle. Dizon räumte dabei jedoch nicht ein, dass das Ministerium Fehler bei den Koordinaten gemacht hatte, sondern betonte lediglich, dass vor der Umsetzung der Projekte Sicherungsmaßnahmen vorhanden seien.
Senatspräsident Sherwin Gatchalian warnte unterdessen, dass fehlende oder falsche Koordinaten die physische Überprüfung und die Prüfung der Projekte behindern könnten. Dies sei besonders wichtig, um eine Wiederholung von Korruptionsskandalen im Infrastrukturbereich zu verhindern. Der Senat hat bereits 455,17 Milliarden Pesos an DPWH-Projekten unter die Lupe genommen, wobei über 62 Prozent der untersuchten Projekte, insgesamt 7.107 von 11.395 evaluierten Projekten, mindestens ein schwerwiegendes Warnsignal aufwiesen. Darunter befinden sich 3.543 Projekte im Wert von 83,5 Milliarden Pesos, denen geografische Koordinaten fehlen. Diese Liste soll dem DPWH zur Validierung und Korrektur übergeben werden.






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