Abdulraof Macacua zum ersten Chief Minister der BARMM gewählt
EditDas BARMM hat in Cotabato City erstmals nach mehrjährigen Verzögerungen tagt und Abdulraof „Sammy Gambar“ Macacua zum ersten Chief Minister gewählt. Der ehemalige Anführer des bewaffneten Arms der MILF setzte sich in der Abstimmung gegen den amtierenden Chief Minister Ahod „Al Haj Murad“ Ebrahim durch. Macacua erhielt 51 Stimmen der 80-köpfigen Versammlung, während Ebrahim, der Vorsitzende der MILF, 27 Stimmen auf sich vereinte. Ein Abgeordneter enthielt sich, ein weiterer war abwesend.
Die Wahl markiert das Ende interner Spannungen innerhalb der Bangsamoro-Bewegung. Diese begannen unter anderem damit, dass Präsident Ferdinand Marcos Jr. Macacua im März 2025 als Interims-Chief Minister eingesetzt hatte, um Ebrahim abzulösen. In der Folge hatte die MILF Macacua von seinem Posten als Stabschef der BIAF suspendiert, da sein Handeln als unvereinbar mit der politischen Linie und den kollektiven Entscheidungen der MILF-Führung eingestuft wurde. Macacua verließ daraufhin die von der MILF organisierte United Bangsamoro Justice Party (UBJP) und kandidierte zunächst als Unabhängiger für den 3. Distrikt von Maguindanao del Sur, BFP beitrat.
Bei den Wahlen am 13. September gewannen sowohl Ebrahim als auch Macacua in ihren jeweiligen Wahlbezirken. Die BFP sicherte sich mit 31 Sitzen eine Mehrheit von nur einem Sitz gegenüber der UBJP mit 30 Sitzen. Da keine der Parteien die für die Wahl des Chief Ministers erforderliche absolute Mehrheit von 41 Stimmen erreichte, war die Bildung einer Koalition notwendig. Macacua hatte bereits am 14. Oktober angekündigt, dass er die Unterstützung von 46 Parlamentsmitgliedern für eine Koalition sicherstellen konnte. Zudem erhielt er die Unterstützung von Nur Misuari, dem Gründer der MNLF, der Organisation, die der MILF vorausging. Die MNLF war bei den Wahlen mit der Mahardika-Partei angetreten, jedoch erfolglos geblieben.
In seiner Rede nach der Wahl rief Macacua die politischen Führer dazu auf, Differenzen beizulegen und sich gemeinsam der Regierungsführung zu widmen. Er betonte, dass dieses neue Kapitel nicht daran gemessen werden sollte, wer die Macht gewonnen oder verloren hat, sondern wie die Chance der Selbstverwaltung gemeinsam genutzt wird, um dauerhaften und bedeutsamen Wandel für das Volk zu bewirken. Er erklärte, das Mandat nicht als persönlichen Sieg oder als Anspruch auf politische Führung anzunehmen, sondern als heilige Verpflichtung (Amanah), welche die Hoffnungen und Erwartungen der Bangsamoro-Bevölkerung in sich trage. Macacua versicherte Ebrahim zudem, dass dessen Agenda für eine moralische Regierungsführung das Herzstück seiner eigenen Führung bleiben werde. Er sagte zu, die Vision, die von den Schlachtfeldern bis zu den Verhandlungstischen reichte, durch seine Entscheidungen und Handlungen bis zum Ende seiner Amtszeit treu zu verfolgen. Zudem skizzierte er sechs Prioritäten, die er innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt umsetzen möchte. Vor der Parlamentsversammlung hatte er zudem bereits beim Mindanao Development Forum über Sicherheit und Investitionen gesprochen.
Trotz des feierlichen Rahmens der Eröffnungssitzung kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb des Parlaments. Streitigkeiten über die Zusammensetzung der Minderheitengruppe führten dazu, dass die Mehrheit zwar ihre Ausschussvorsitzenden bestimmen konnte, der Minderheit jedoch die Wahl einer eigenen Führung verweigert wurde.






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