Wirtschaft: Landesweit

Biopiraterie und Lebensmittelbetrug bedrohen philippinische Ube-Industrie

Die philippinische Ube-Industrie steht unter massivem Druck durch Biopiraterie und Lebensmittelbetrug, die laut Landwirtschaftsexperten, Exporteuren und lokalen Landwirten die landwirtschaftliche Souveränität des Landes und die globale Marktposition der charakteristischen lila Yamswurzel gefährden.

Delicious Filipino Food on a Bright Table
Symbolbild: Envato

Ein zentrales Problem ist die Einzigartigkeit der philippinischen Sorten, wie etwa der "Ube Kinampay" aus Bohol, die sich durch ein spezielles Aroma und eine intensive violette Farbe auszeichnen, die durch die Kalksteinböden, das Klima und die traditionellen Anbaumethoden der Insel begünstigt werden.

Um die heimischen Sorten vor unbefugter Nutzung im Ausland zu schützen, hat die Regierung unter Präsident Marcos ein vollständiges Exportverbot für rohe Ube-Knollen verhängt, das bis zum nächsten Jahr bestehen bleiben soll. Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel erklärte dazu, dass man verhindern wolle, dass andere Länder philippinische Ube-Varietäten nutzen, um direkt mit den Philippinen zu konkurrieren.

Das Verbot reagiert auf Daten, die belegen, dass Knollen heimlich exportiert wurden. Die Branche unterstützt diese Maßnahme, während Landwirte und Exporteure von der Regierung eine Härte gegen Biopiraten fordern, die mit der bei Menschenhandel angewandten Strenge vergleichbar sei.

Während der weltweite Marktwert für Ube im Jahr 2025 auf rund 595 Millionen US-Dollar geschätzt wurde, liegt der Anteil der Philippinen bei lediglich 3 Millionen US-Dollar, wie Chester Velaquez, Präsident der United Ube PH Federation, betonte. Damit sind die Philippinen derzeit nicht der führende Exporteur. Besonders Vietnam stellt eine Herausforderung dar, da es bereits über fortschrittliche Labormethoden zur Massenvermehrung von lila Yamswurzeln mittels Gewebekultur verfügt, wie der Wirtschaftsjournalist Boo Chanco berichtete.

Zusätzlich zur Biopiraterie beklagen Akteure den sogenannten Lebensmittelbetrug, bei dem Ube, die in anderen Ländern angebaut wurde, unter dem falschen Etikett als philippinisches Produkt vermarktet wird. Um dies zu unterbinden, fordern Aktivisten die Einrichtung eines Registers für geografische Angaben (Geographical Indication, GI), das den Schutz geistigen Eigentums sichern würde, ähnlich wie es bei der Guimaras-Mango der Fall ist.

Ein solches Register würde eine Art Zertifizierung darstellen, die unter anderem wissenschaftliche Prozesse wie das genetische Fingerprinting der Sorten umfasst. Sobald der Schutz sowohl national als auch international gesichert ist, wäre es für andere Länder illegal und kostspielig, philippinische Ube unter falschen Vorwänden zu vermarkten. Die Provinzverwaltung von Bohol hat bereits erste Schritte unternommen und einen Antrag auf eine offizielle GI-Registrierung für die Sorte "Ube Kinampay" gestellt.